27.09.2016, 09:15 Uhr

Extremereignisse und planetare Wellen: neuer Index-Ansatz

Kältewelle 2014 an der Ostküste der USA. (Foto: Copyright PIK: Foto: s. Studie)
PIK 23.09.2016 - Wetterextreme wie die Hitzewelle 2010 in Russland oder auch der Kälteeinbruch 2014 in den USA haben etwas gemeinsam – sie treten gleichzeitig auf mit ganz bestimmten Mustern riesiger Luftströme in der Atmosphäre. Der so genannte Jetstream umkreist den Erdball in Form von gigantischen Wellen, die zwischen Äquator und Nordpol auf und abschwingen. Diese Wellenmuster können große Auswirkungen haben – so werden die Schäden der anhaltenden Kältewelle 2014 an der Ostküste der USA auf bis zu 5 Milliarden US-Dollar geschätzt.

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Wissenschaftler des PIK haben jetzt untersucht, ob sich die Wellenmuster in den letzten 35 Jahren verändert haben und anhand eines neu entwickelten Index herausgefunden, dass dies tatsächlich der Fall zu sein scheint. Während die atmosphärischen Wellen im Herbst bzw. frühen Winter stärker schlingerten, die atmosphärische Zirkulation also insgesamt "welliger" wurde, hat dieses Mäandern im Sommer eher abgenommen – dies deckt sich auch mit früheren Forschungsergebnissen zur verringerten Sturmaktivität im Sommer, was wiederum Hitzewellen verstärken kann.

Auch wenn die Frage nach der Ursache dieser Veränderungen der planetaren Wellen noch offen bleibt – hierzu können Veränderungen der Ozeanoberflächentemperatur in den Tropen ebenso gehören könnten wie die rapide Erwärmung der Arktis oder interne atmosphärische Variabilität. "Planetare Wellen sind eng mit Extremwetterereignissen verknüpft – verändern sich diese großen Wellenmuster, kann sich das auswirken auf die Häufung von Wetterextremen und ihre Folgen für die Gesellschaft", fügt Ko-Autor Dim Coumou hinzu.
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