23.09.2017, 21:04 Uhr

K3 in Salzburg: Das war die Konferenz

Fachbibliothek UNIPARK Nonntal (Foto: Copyright CCCA)
Was tun?
Viele Hürden muss überwinden, wer Informationen zu einem Problem wie dem Klimawandel vermitteln will. Da sind einerseits die teilweise komplizierten Prozesse und Zusammenhänge. Andererseits werden die bereits spürbaren Auswirkungen von vielen Menschen nicht direkt mit dem Klimawandel in Verbindung gebracht. Mögliche Maßnahmen, um dem Klimawandel zu begegnen, werden zudem oft als Einschränkung wahrgenommen und sind deshalb nicht populär. Umso mehr, als die Maßnahmen sich erst weit in der Zukunft auswirken und nicht die heute Handelnden selbst, sondern die nächsten Generationen betreffen.

Wie aber kann Kommunikation zum Klimawandel gelingen?

Und was kann – oder soll – überhaupt das Ziel der Information sein?

Geht es nur um die Wahrnehmung des Problems oder auch darum, die Politik oder die breite Bevölkerung zum Handeln zu animieren? Ist dies eine Aufgabe für die Wissenschaft, die Politik oder die Medien, oder für alle zusammen?

Auf diese Fragen und viele weitere sollte die Konferenz „K3 – Kongress zu Klimawandel beitragen, Kommunikation und Gesellschaft“ Antworten finden. Unterstützt wurde die Veranstaltung unter anderem vom Klima- und Energiefonds der österreichischen Bundesregierung. Geschäftsführer Ingmar Höbarth: „Wir schaffen durch unser Förderprogramm ACRP (Austrian Climate Research Programme) wissenschaftlich fundierte Fakten zum Klimawandel in Österreich. Die Vermittlung dieser Fakten an eine breite Öffentlichkeit, um so für politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entscheidungen als Basis dienen zu können, ist von zentraler Bedeutung für unsere Arbeit. Die Konferenz zeigte Wege auf, wie dies gelingen kann.“

Zwischen Emotion und Alarmismus

Will man die Wahrnehmung erhöhen oder Handlungen auslösen, braucht es emotionale Betroffenheit. Eine solche wird von den Medien durchaus angestrebt. Dabei besteht jedoch die Gefahr von Alarmismus, Übertreibungen oder Übersättigung des Publikums durch besonders drastische Warnungen.

Forschungseinrichtungen, aber auch Behörden oder Umweltorganisationen stehen wiederum beim Thema Klimawandel vor dem Dilemma zwischen dem Wunsch nach Sichtbarkeit und dem Anspruch an Korrektheit und Neutralität. „Das Gewicht des Weltklimarats IPCC in der internationalen Klimapolitik basiert nicht auf Emotionen und Alarmismus, sondern auf der unvoreingenommenen und wissenschaftlich robusten Beurteilung des zur Verfügung stehenden Wissens“, dies präzisierte Gian-Reto Plattner, verantwortlich für die Koordination des letzten Berichts der IPCC-Arbeitsgruppe 1.

Dazu kommen weitere Hürden in der Kommunikation: Oft stimmt das, was die Forschenden ihren ZuhörerInnen mitteilen möchten sowohl in Inhalt und Form nicht mit dem überein, was die AdressatInnen hören und wissen wollen.

WissenschaftlerInnen möchten erklären und mit ihrem Wissen überzeugen. Die Zuhörenden möchten vor allem ganz konkret wissen, was das für sie bedeutet, ohne alle Zusammenhänge verstehen zu müssen.

Hier setzen meine Überlegungen schon lange an. Ich verstehe mich als Brückenbauer, deshalb vertrete ich die Meinung, wenn die BürgerInnen auch noch etwas Konkretes mit nach Hause nehmen können, bringt es mehr.
Anregen, sensibilisieren, nachdenken, Handlungen überdenken.
Vielleicht in der Familie sich evtl. kleine Ziele setzen, besprechen und einen Jahresvergleich durchführen.
Keine Belehrungen ...

Sie möchten – wenn möglich im Bild – sehen, was passiert und keine komplizierten Sätze lesen. Sie möchten einfache Aussagen und Antworten, keine ausführlichen Erklärungen.

Eine der zentralen Fragen ist demnach, wie sich die Pole einander annähern können und in welcher „Sprache“ die Kommunikation am wirkungsvollsten sein könnte. Es gibt viele Ideen, von Geschichten über Slam Poetry oder Videos bis zu Spielen und Erlebnispfaden.



Lesen Sie auch Tag 1 und Tag 2


Auf der zweitägigen Konferenz in Salzburg treffen Sozial- und Naturwissenschaftler auf Praktiker der Klimakommunikation aus Behörden, Politik, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Medien. klimafakten.de wird ausführlich berichten.

Climate Change Centre Austria
















0
2 Kommentareausblenden
5.873
Gerhard Heising aus Stubai-Wipptal | 25.09.2017 | 19:36   Melden
5.873
Gerhard Heising aus Stubai-Wipptal | 26.09.2017 | 19:04   Melden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.