23.03.2016, 21:44 Uhr

Kurze geologische Störungssegmente im Untergrund bergen höheres Versalzungsrisiko für Grundwässer

Neue Computersimulationen zeigen: Kurze geologische Störungssegmente im Untergrund bergen höheres Versalzungsrisiko für Grundwässer. (Foto: copyright GFZ)
GFZ 23.03.2016: Bei der Speicherung von Gasen und Flüssigkeiten im tieferen geologischen Untergrund besteht das Risiko, dass stark salzhaltige Wässer ins flache Grundwasser gelangen können. Ein Team von WissenschaftlerInnen des GFZ, Sektion Fluidsystemmodellierung, konnte anhand numerischer Simulationen zeigen, dass das größere Versalzungspotenzial dann besteht, wenn kurze geologische Störungssegmente im Untergrund vorhanden sind.

Wenn Gase oder Flüssigkeiten in den Untergrund gebracht werden (z.B. bei der CO2-Speicherung), wird dort vorhandenes salzhaltiges Wasser (Sole) verdrängt. Diese Sole kann unter Umständen in Trinkwasser-führende Grundwasserleiter gelangen. In einer neuen Studie wurde dieses Versalzungsrisiko unter verschiedenen geologischen Randbedingungen simuliert. Das größere Versalzungspotenzial besteht demnach, wenn kurze geologische Störungssegmente im Untergrund vorhanden sind. Bei langen Störungssegmenten ist das Versalzungspotenzial wesentlich geringer.

Bei kurzen Störungssegmenten erfolgt die Verdrängung der Sole nur über eine kleine durchflusswirksame Fläche. Durch den resultierenden Überdruck in der Speicherformation wird Wasser aus größeren Tiefen mit einem höheren Salzgehalt (der Salzgehalt nimmt mit der Tiefe zu) verdrängt. Die Versalzung ist in diesem Fall lokal begrenzt, was dann problematisch ist, wenn an dieser Stelle Grundwasser gefördert wird. Im Gegensatz dazu wird bei langen Störungssegmenten Wasser aus geringeren Tiefen verdrängt. Die Versalzung ist in diesem Fall in den flachen Grundwasserleitern großflächiger, die Salzkonzentrationen aber erheblich geringer.
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Gerhard Heising aus Stubai-Wipptal | 25.03.2016 | 08:51   Melden
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Gerhard Heising aus Stubai-Wipptal | 31.03.2016 | 21:21   Melden
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