13.09.2016, 10:51 Uhr

Wieviel Streit braucht die Klimapolitik?

Er polarisiert, er spaltet. Vielen ist er nicht geheuer:
Der politische Streit. Dennoch ist er lebensnotwendig in einer Demokratie.

Der Atomausstieg, die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit, die Gleichberechtigung Homosexueller, gelebte Willkommenskultur bei der Zuwanderung, das Ende des „Bankgeheimnisses“: All diese gesellschaftlichen Veränderungen hätte es ohne heftige politische Kontroversen nicht gegeben.

Vom Atomausstieg und der Energiewende ist es nur ein Schritt zum Klimaschutz. Hier allerdings liegen die Dinge ganz anders. Als politisches Ziel erfreut sich Klimaschutz hoher Zustimmung. Bis auf die Rechtsaußenparteien bekennen sich alle Parteien zu aktiver Klimapolitik. Einigkeit besteht auch über den großen Handlungsbedarf. Über die Umsetzung indes gibt es schon weit weniger Einigkeit.

Dennoch dürfte das Thema beispielsweise im beginnenden Bundestagswahlkampf in Deutschland außen vor bleiben. Auch bei der Bundespräsidentenwahl in Österreich, ist man mit anderen Themen beschäftigt.

Mögen es Experten und Umweltorganisationen noch so sehr kritisieren: Die großen Debatten, den politischen Streit gibt es über andere Belange.

Mit anderen Worten: Sich der politischen Auseinandersetzung über den besten Weg zum Klimaschutz schlicht zu entziehen, kostet nichts. Kommunikativ führt dies wiederum zu gesellschaftlichem Schweigen. Und dieses Schweigen lähmt.

Wer dies verändern will, sollte überlegen, wie auch in der Klimapolitik die Dinge wieder streitiger werden könnten.
Denn wer große Veränderungen, ja Transformation (!) anstrebt, braucht Debatten, die von jedem und jeder eine Positionierung einfordern.

Wie man das machen könnte, darauf geben drei sehr unterschiedliche Persönlichkeiten zumindest Hinweise: Barack Obama, Papst Franziskus und Leonardo di Caprio. Was sie eint, ist in Sachen Klimaschutz eine klare Haltung – und Haltung braucht, wer eine kontroverse politische Auseinandersetzung will.
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Elisabeth Staudinger aus Vöcklabruck | 16.09.2016 | 06:24   Melden
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Gerhard Heising aus Stubai-Wipptal | 16.09.2016 | 22:10   Melden
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