28.11.2016, 11:47 Uhr

Das Gesicht des Nikolauses

Johann Braunegger

Gemeindevorstand und es wurde ihm das Verdienstzeichen des Landes Tirol

PATSCH (cia). "Ich wundere mich, dass ich noch verheiratet bin, viele würden sich das nicht gefallen lassen", lacht Johann Braunegger. Der 62-Jährige ist der Nikolaus in der Gemeinde Patsch – und nicht nur das! Er ist überaus aktives Mitglied einer großen Anzahl der örtlichen Vereine. Sektionsleiter für Rodeln und Fußball, Gründungsmitglied der Theatergruppe (und dort natürlich in diversen Psitionen), langjähriger Wettbewerbsausbildner bei der freiwilligen Feuerwehr, ehrenobmann der Musikkapelle – die Liste ist lang. "Ich bin schon ein bisschen ein Vereinsmeier", meint Braunegger.

Hinzu kommt noch die Gemeindepolitik. Im 19. Jahr ist er nun Gemeinderat. "Eigentlich wollte ich damit ja aufhören, aber jetzt bin ich sogar wieder Gemeindevorstand, ich Trottel!", lacht der Patscher entwaffnend ehrlich. Bei so viel Engagement in der Gemeinde ist es kein Wunder, dass er vor einigen Jahren mit dem Verdienstzeichen des Landes Tirol ausgezeichnet wurde. "Die Medaille hätte eigentlich meine Frau bekommen müssen", betont Braunegger.

Ein besonderes Anliegen ist ihm – speziell zu dieser Jahreszeit – seine Tätigkeit als Nikolaus. Seit etwa zwölf bis 15 Jahren unterstützt er damit die Krampusgruppe Patsch. Damals hatte es Unstimmigkeiten gegeben – Braunegger sprang kurzfristig ein. Seither ist er der Nikolaus. An jedem 5. Dezember macht er mit den Krampussen Hausbesuche. Dazu kommen der Einsatz im Rahmen der Höllenshow heuer am 3. Dezember, Besuche im Martinsheim Aldrans und auch bei der einen oder anderen Firmenfeier – alles für gute Zwecke, das war Braunegger von Anfang an wichtig. Auch während des Gesprächs läutet das Telefon – es sind zu viele Einsätze, um nur von einem einzigen Nikolaus bewältigt werden zu können.

Seit drei Jahren gibt es deshalb einen weiteren im Verein. Nicht zuletzt für die Besuche im Altersheim ist das dringend nötig. Während also Braunegger die Ansprache im Café hält und dort Geschenke verteilt, besucht sein Kollege gemeinsam mit einer Psychologien die Bewohner, die nicht mehr die Zimmer verlassen können.

Bei manchen Veranstaltungen kann es durchaus zu Unerwartetem kommen. Einmal besuchte er als Nikolaus eine Feier, bei der zu seiner Überraschung die ihn begleitenden Engel "nicht so ganz jugendfrei waren", wie Braunegger lachend erzählt. Es komme auch vor, dass Freunde versuchen, ihm gezielt den einen oder anderen Streich zu spielen. Kein Wunder also, dass er erst dann wirklich davon überzeugt war, dass wirklich das BEZIRKSBLATT ihn interviewen wollte, als der Redakteur ihn in seiner Arbeitsstätte bei der Firma Ortner Sanitär aufsuchte. "Wäre ja nicht das erste mal gewesen, dass die sich was einfallen lassen", lacht er.

Das Nikolaussein bedeutet für den Lagerleiter viel. Nicht zuletzt, weil er – ähnlich wie in der – viel mit jungen Mitgliedern arbeitet: "Das ist wirklich lässig, wenn du als alter Depp mit den Jungen zu tun hast. Die haben viele neue Ideen, das gefällt mir!"

Unter dem Jahr ist Braunegger ein weiteres Projekt ein besonderes Anliegen. Ganz im Sinne des Vorbilds, des Hl. Nikolaus von Myra, will er gezielt Menschen in seinem Dorf helfen. Hierfür hat er "Leichter Miteinand" mitgegründet, eine Gruppe für freiwillige Hilfe. "Das geht vom Abholen, übers Stauden schneiden hin dazu, einfach jemandem zur Hand zu gehen. Mir ist aufgefallen, dass viele Hemmungen haben, einfach zu fragen, deshalb gehen wir aktiv auf die Leute zu und bieten unsere Hilfe an", erzählt Braunegger begeistert.
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