31.01.2018, 08:00 Uhr

LA Florian Riedl: "Fokus liegt auf Bevölkerung" - INTERVIEW

Florian Riedl will auch in der nächsten Wahlperiode die Region als Landtagsabgeordneter der ÖVP vertreten.

Bezirksblatt (BB): Herr Riedl, Sie sind seit 2015 im Landtag vertreten. Was war Ihnen in den vergangenen Jahren politisch bezüglich der Arbeit für die Region besonders wichtig?
Florian Riedl:
Mir war in meiner politischen Tätigkeit immer sehr wichtig, dass die Bevölkerung der Region an erster Stelle steht. Ich habe niemals auf bündische Strukturen oder Ähnliches Wert gelegt, sondern habe den Fokus meiner politischen Arbeit auf die Leute gelegt, die in der Region leben.

BB: Ein allgegenwärtiges Thema im Wipptal ist der Verkehr. Wie kann man diese Problematik politisch lösen?
Riedl: Gerade im vergangenen Jahr, als die Brennerbundesstraße gesperrt war, hat man gesehen, dass das Wipptal verkehrstechnisch am Plafond ist. Zukünftig werde ich mich dafür einsetzen, dass die Verlagerung des Schwerverkehrs von der Straße auf die Schiene vorangetrieben wird. Dafür müssen Anreize für die Frächter geschaffen werden, um die Verlagerung auf die bestehende rollende Landesstraße attraktiver zu gestalten – das ist das mittelfristige Ziel bis 2026, bis der Brenner-Basistunnel fertiggestellt ist.

BB: Auch die Wipptaler Dörfer sind durch den Schwerverkehr belastet.
Riedl:
Auch hier sind wir beim Thema Anreize schaffen – und zwar dafür, dass der Schwerverkehr von den Dörfern auf die Autobahn verlagert wird. Bisher wurden zweimal 250.000 Euro in die Region gebracht, um Maßnahmen – wie beispielsweise die Rückvergütung der Sondermaut – zu setzen. Der gewünschte Erfolg ist leider noch nicht eingetreten, sodass wir in den nächsten Jahren weiter daran arbeiten müssen, um die Bevölkerung in dieser Hinsicht zu entlasten.

BB: Zum Thema Arbeitsplätze – was soll in der Region diesbezüglich passieren?
Riedl:
Die Arbeitsplätze in der Region müssen ausgebaut und gefördert werden. Mein Ansatzpunkt für die nächste Zeit wird es sein, mich dafür einzusetzen, dass wieder mehr Menschen eine Lehre oder Lehre mit Matura machen. Ich bin mir nämlich sicher, dass in 10 oder 15 Jahren diejenigen die "Akademiker" sein werden, die eine gute Lehre absolviert haben.

BB: Der Trend geht klar in Richtung Bevölkerungsbeteiligung. Wie stehen Sie dazu?
Riedl:
Die Zeiten sind vorbei, wo einer gesagt hat: "So ist es", und keiner hat es hinterfragt. Ich finde es gut, dass die Leute viel kritischer geworden sind und sich aktiv einbringen wollen. Ein gutes Beispiel dafür ist der Regionalentwicklungsprozess im Stubai: Man versucht, die Menschen einzubinden und Ideen für die Region direkt von der Bevölkerung zu bekommen.

BB: Sollten Politiker die Entscheidungen treffen oder die Bevölkerung?
Riedl:
Ich bin schon der Überzeugung, dass Politiker gewählt sind, um Entscheidungen zu treffen. Aber gerade bei solchen grundlegenden Entscheidungen, wie sie beispielsweise beim Regionalentwicklungsprozess im Stubai getroffen werden, braucht es die Beteiligung der Bevölkerung. Der Prozess ist die Basis des künftigen Handelns im Stubaital. Wenn man am Ende des Prozesses weiß, was die Bevölkerung für die Region möchte, dann müssen die Politiker diese Ergebnisse auch mit aller Konsequenz durchsetzen.

BB: Was ist das Ziel der Volkspartei für die kommende Landtagswahl?
Riedl:
Unser Ziel sind mindestens die 39 Prozent, die wir auch in der vergangenen Landtagswahl erreicht haben. Mein persönliches Ziel ist, so viel Vorzugsstimmen wie möglich aus der Region zu bekommen. Wir müssen auf alle Fälle so stark werden, dass wir uns die Koalitionspartner aussuchen können. Wer das dann sein wird, lassen wir uns komplett offen.
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