28.11.2017, 14:12 Uhr

Skihauptschule Neustift: "Wir sind um größte Aufklärung bemüht!"

In den 70er Jahren haben mehrmals sexuelle Übergriffe in der Skihauptschule Neustift stattgefunden.

NEUSTIFT (kr). Mit ihren Aussagen trat die ehemalige Skirennläuferin Nicola Werdenigg eine Lawine in der Sportwelt los – während ihrer Zeit als Skirennläuferin und auch in der Zeit als Schülerin in der Skihauptschule Neustift soll es sexuelle Missbräuche gegeben haben.
Der Direktor der Skihauptschule Neustift Thomas Wirth ist schockiert von den Aussagen Werdeniggs: "Man kann annehmen, dass die Aussagen von Frau Werdenigg wahr sind. Ich habe auch von anderen Menschen, die in den 70er Jahren in die Skihauptschule gegangen sind, per Mail und Anruf Ähnliches geschildert bekommen." Die Fälle betreffen die Zeit zwischen Anfang und Mitte der 1970 Jahre, wo ein bestimmter Heimleiter in der Skihauptschule beschäftigt war.
Jetzt sollen die Anschuldigungen gesammelt werden, damit dann alles sorgfältig aufgearbeitet werden kann. Direktor Wirth betont: "Es ist natürlich in unserem größten Interesse, alles vollständig aufzuarbeiten. Jeder kann sich gerne an mich wenden, wenn er zu diesem Thema etwas zu berichten hat."

Sensibilisierung

Zukünftig sollen Präventivmaßnahmen helfen, um solche Fälle zu vermeiden. Direktor Wirth: "Es ist nun unsere Aufgabe, solche Sachen in Zukunft zu verhindern." In Zusammenarbeit mit Institutionen werden die Kinder auf Themen und Fragen wie "Wo fängt ein sexueller Übergriff an?", "Lernen, Stopp zu sagen" sowie "Was geht zu weit?" sensibilisiert. Dafür sollen in den Schulalltag Workshops eingebaut werden. Auch bei Bediensteten – also Lehrern und Erziehern – soll verstärkt auf diese Sensibilisierung gesetzt werden.
Für Opfer von länger zurückliegenden Übergriffen in Landeseinrichtungen hat das Land Tirol nun eine Erstanlaufstelle eingerichtet. „Ehemalige InternatsschülerInnen der Ski-Mittelschule Neustift – ehemals Skihauptschule Neustift –, die von sexualisierter Gewalt und sexuellen Übergriffen zu berichten haben, können sich bei der Anlaufstelle für Opferschutz des Landes Tirol melden“, heißt es vom Land Tirol. Diese ist von Montag bis Freitag von 9 bis 11:30 Uhr unter 0512/508 3795 erreichbar.
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