04.10.2017, 09:17 Uhr

Wipptal: Nadelöhr für den Verkehr

Schon bald soll die Bundesstraße einspurig befahrbar sein.

Die derzeitige Verkehrssituation ist für die Wipptaler Bevölkerung zur Belastung geworden.

WIPPTAL (kr). Wer im Wipptal wohnt und am Wochenende mit dem Auto irgendwohin fahren will, der muss gute Nerven haben – und sehr viel Geduld. Seit dem Hangrutsch am 13. September sind die Brennerbundesstraße und auch die Ellbögener Landesstraße gesperrt. Nur über die Brennerautobahn ist das Wipptal noch erreichbar. Dazu kommt die Baustelle bei der Autobahnauffahrt Matrei. Fazit: Staus und Wartezeiten für Autofahrer.


"Man braucht viel länger"

Madeleine Kindl pendelt regelmäßig zwischen Neustift und dem Wipptal. Sie sagt: "Gerade in den Stoßzeiten muss ich in letzter Zeit mehr Fahrzeit einplanen, um pünktlich in die Arbeit zu kommen. Das Verkehrsaufkommen hat auf jeden Fall zugenommen."
Christoph Jenewein aus St. Jodok weiß Ähnliches zu berichten: "Auf der Autobahn ist gerade am Wochenende wahnsinnig viel los. Das liegt einerseits an der Sperre der Bundesstraße, andererseits aber auch an der Baustelle kurz nach der Autobahnauffahrt Matrei – hier staut es sich immer besonders stark. Eine Fahrt nach Innsbruck oder Richtung Stubai kann man sich derzeit am Wochenende definitiv sparen."
Zu besonders skurrilen Situationen kommt es auf Maria Waldrast – Biljana Stankovic (Serviceleitung): "Manche Leute fahren bis zu uns herauf, bis sie nicht mehr weiterkommen. Es ist wirklich lustig, dass manche glauben, über die Serles nach Innsbruck zu kommen!"
Für die Gemeinde Matrei ist die Sperre der Bundesstraße einerseits Fluch, andererseits aber auch Segen. Bürgermeister Paul Hauser: "Für die Bevölkerung, die in Matrei wohnt, ist die Sperre aufgrund des verringerten Lkw- und Durchzugsverkehrs ein Segen. Für die Wirtschaft ist die geringere Frequenz aber eine Bewährungsprobe."


10 % mehr Verkehr auf A13

Am Freitag fand direkt bei der Baustelle des Hangrutsches ein Lokalaugenschein statt. LR Johannes Tratter, LA Florian Riedl und PV-Obmann Alfons Rastner waren vor Ort. Letzterer betonte: "Unsere Hoffnung wäre es, sobald dies möglich ist, eine Fahrspur zu öffnen und eine Ampelregelung zu machen." Dies solle laut Rastner in rund einer Woche möglich sein.
LA Riedl stellt klar: "Durch die Sperre der Bundesstraße und der Ellbögener Straße ist rund 10 Prozent mehr Verkehr auf der A13. Das Wipptal ist verkehrstechnisch am Plafond: Wenn alle Straßen offen sind, geht es gerade noch. Aber jetzt, wo man nur noch über die A13 fahren kann, sieht man klar, dass das Wipptal beim Verkehr an seinen Grenzen ist."

Blockabfertigung im Gespräch

Auch für LR Johannes Tratter ist die Problematik rund um den Verkehr im Wipptal klar. Er räumt ein: "Derzeit wird seitens des Landes geprüft, ob neben Kufstein auch am Brenner eine Blockabfertigung eingeführt werden soll." In Kufstein wird am 4. und 27. Oktober eine Lkw-Blockabfertigung eingeführt. Die Maßnahmen für eine Blockabfertigung am Brenner werden derzeit geprüft.
Indes ist weiter unklar, wie lange die Brennerbundesstraße noch gesperrt bleibt. Seitens des Landes Tirol heißt es: "Unterstützend für die möglichst rasche Umsetzbarkeit der erforderlichen Arbeiten wäre ein trockener Herbst."
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