03.10.2014, 13:27 Uhr

Fitness wird überschätzt

NAVIS (cia). Eigentlich sieht es aus wie ein normales Fahrrad. Zumindest, wenn da der schwarze Kasten auf dem Unterrohr nicht wäre. Es sieht schwer aus. Ist es aber nicht wirklich, wie der Hebeversuch zeigt. Mal sehen – Gangschaltung auf der einen Seite, auf der anderen ein Schalter. Hier kann man also den Elektromotor steuern!

Dieser Motor ist es, was das Besondere an diesem Rad ausmacht. Es handelt sich um ein E-Bike. Ein anderer Ausdruck wäre "Pedelec". Das ist ein Kofferwort für "Pedal Electric Cycle". Beim Treten in die Pedale unterstützt bei Elektrofahrädern ein Motor die Anstrengungen des Fahrers, nimmt so aber nicht die ganze Arbeit ab.

Die Naviser Almenrunde soll es also sein. Nun gut, wie heißt es so schön? Radfahren verlernt man nicht. Hoffentlich stimmt das, die letzte Radtour ist doch schon ein paar Jährchen her – und auch das eine oder andere Kilogramm. Nun gut, vielleicht sind es sogar ein paar mehr Kilogramm als Jahre!

E-Bikes erreichen je nach Motorleistung Geschwindigkeiten von 25 km/h und mehr. Hier kann die persönliche Leistungskraft des Fahrers durchaus einen Unterschied machen. Durchschnittliche Menschen können damit ungefähr die Fahrleistungen von unmotorisierten Fahrrad-Athleten erreichen.

Auf der normalen Straße ist es schon mal sehr gut dahingegangen. Und ja, es stimmt: Radfahren verlernt man nicht. Auch wenn einem in den ersten Kurven abwärts schon ein bisschen mulmig werden kann. Anstrengung? Nicht wirklich, wozu gibt es denn den Kontrollschalter für den Motor. Da ist es überhaupt kein Problem, mit den doch etwas sportlicheren mitzuhalten.

Auch im nicht-asphaltierten Bereich geht es zügig weiter. Steigung, Wurzeln, alles kein Problem. Locker hält man eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 10 km/h. "Schummler!" rufen ein paar entgegenkommende Radfahrer angesichts dieses Tempos. Man genießt die Landschaft auf genau der Strecke, auf der man erst kürzlich sogar zu Fuß völlig außer Atem war. Ja, es stimmt schon, ein bisschen was für die Kondition zu tun wäre kein Fehler!

Hier ist ein E-Bike durchaus sinnvoll. Hier kann man die Anstrengung ganz auf seine persönliche Leistungsfähigkeit dosieren. Und trotzdem muss man nicht auf das Erfolgsgefühl verzichten. Die Naviser Almenrunde (Gehzeit ca. 3,5 bis vier Stunden) fährt man beispielsweise in guten eineinhalb Stunden ab.

Aber eins ändert sich nicht, wenn man völlig aus dem Training mit dem E-Bike fährt: Das Hinterteil schmerzt tagelang, ganz wie bei einem normalen Fahrrad eben.
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