Gehen der Region die Fachkräfte aus?

Profis gesucht: Gerhard Winkler könnte ein ganzes Paket an Jobangeboten unter den Weihnachtsbaum legen.
  • Profis gesucht: Gerhard Winkler könnte ein ganzes Paket an Jobangeboten unter den Weihnachtsbaum legen.
  • hochgeladen von Heimo Potzinger

Die WOCHE-Initiative "Wir kaufen daheim" will unserem Lebensraum zu jener Wertschätzung verhelfen, die er verdient. Und für Lebensqualität stehen im Besonderen die gute Ausbildung vor Ort und der lukrative Arbeitsplatz vor der Haustür. Das Angebot an Jobs und Lehrplätzen ist in der Südoststeiermark zweifellos ausreichend. Woran es trotz 1.700 Arbeitsloser im Bezirk paradoxerweise mangelt, ist die Nachfrage. Ein Gebot der Stunde: Der Blick auf die Vorzüge des Arbeitsplatzes daheim gehört geschärft.
Gerhard Winkler vom Autohaus Uitz in Feldbach sucht Fachkräfte – und das vergeblich. Die Schuld dafür möchte er niemandem explizit in die Schuhe schieben. Dennoch kann er mit einer Anspielung nicht hinterm Berg halten. Der Geschäftsführer eines der größten Ausbildungsbetriebe des Region muss nämlich machtlos mit ansehen, wie Konzerne wie Magna die Fachkräfte aus der Region abziehen – und mit ihnen die Kaufkraft.

Wo sind die Kfz-Profis?

Dass Geld allein nicht alles sein kann, das will Winkler in einem Appell an die junge Generation zum Ausdruck bringen. Demnach könnten 300 Euro am Ende des Monats mehr auf dem Lohnkonto die beim teuren Pendeln vertane Zeit nicht aufwiegen. AMS-Chefin Marianne Suppan versichert jedenfalls, dass den Arbeitslosen zunächst die freien Stellen im Bezirk angeboten würden.
Nicht nur die Fachkräfte von heute sind rar, auch die von morgen. "Früher haben wir Jahr für Jahr 30 bis 40 Bewerber auf unsere Lehrstellen gehabt. Jetzt sind es höchstens noch 15", bedauert Winkler. Aber gerade hier läge der Hund begraben: "Wenn ich die jungen Leute nicht selber ausbilde, dann gibt es hier keine Fachkräfte." Eine "rhetorische" Frage kann sich Winkler im Zusammenhang mit dem mysteriösen Verschwinden der Fachkräfte nicht verkneifen und schießt kryptisch nach: "Und wo sind die Straßnitzky-Mechaniker geblieben?" Das Autohaus mit Standorten in Feldbach und Halbenrain schlitterte bekanntlich in die Insolvenz, doch die Mechaniker seien "am Arbeitsmarkt unauffindbar".

Beruf mit Jobgarantie

Für Walter Kleinschuster, Geschäftsführer von TL Automobile Trummer in Gniebing, ist der Fachkräftemangel zwar Thema, wenngleich er zurzeit kein Problem darstelle. "Wir haben früh erkannt, dass wir uns um künftige Fachkräfte bemühen müssen." Die Werbetrommel für Lehrberufe in der Kfz-Sparte rührt er beispielsweise im Rahmen der berufspraktischen Tage für Unterstufenschüler, im Polytechnikum oder auch auf der Bildungs- und Berufsorientierungsmesse in Feldbach. Die beste Werbung seien allerdings die eigenen Lehrlinge.
Mit einer Berufsausbildung habe man in Zukunft eine sehr hohe Jobgarantie, so Kleinschuster. Der künftigen Bundesregierung richtet Kleinschuster stellvertretend für die Branche einen Wunsch aus: "Steuerfreibeträge für Ausbildungsbetriebe oder Direktförderungen."

Zitat: "Dass Lehrberufe nicht ganz oben in der Berufswahl stehen, ist ein gesellschaftliches Problem!" (Walter Kleinschuster)

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