Hier ordinieren die 1980er-Jahrgänge

Jung und engagiert: In der Südoststeiermark ordinieren zwei der zehn jüngsten Ärzte der Steiermark.
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In Zeiten, in denen der steirische Hausarzt durchschnittlich 52,7 Jahre alt ist, sorgen sie für "frisches Blut": jene jungen Mediziner, die sich quasi direkt nach der Ausbildung ins Abenteuer "Arztpraxis" stürzen. Elisabeth Niederl in Bad Gleichenberg und Wolfgang Lechner in St. Stefan sind zwei davon.
Laut der jüngsten Landesstatistik zählen Ärzte neben Notaren und Ziviltechnikern zu den am stärksten überalteten Berufsgruppen. Lediglich 8 Prozent der niedergelassenen Ärzte sind unter 40.
Die Gründe, warum keine jungen Kollegen nachkämen, seien vielfältig, wie etwa Alexander Moussa aus eigener Erfahrung weiß: "Die Arbeitsbelastung ist meist recht hoch und die Familie leidet unter den häufig nicht planbaren Tagesabläufen. Wochenend-, Feiertags- und Nachtdienste sind zu leisten" und bei Verhinderung oder Krankheit stünde der Betrieb still, begründet der Allgemeinmediziner mit Ordination in Hartberg.

Ein paar "Junge" kommen nach

"80 Millionen Patientenkontakte werden jährlich von Allgemeinmedizinern abgewickelt", betont Moussa. "Damit sind wir eine tragende Säule der Versorgung in Österreich." Den Hausärzten werden mit Kassenbürokratie oder niedrigen Honoraren viele Steine in den Weg gelegt. Dennoch: Besonders Engagierte ließen sich nicht abschrecken, so Moussa. Der 35-Jährige ist der jüngste Kassenarzt im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld – und nebenher Obmann der Sektion Allgemeinmedizin und Kassenärztlicher Referent der Ärztekammer Steiermark.
Mit 35 Jahren zählt Elisabeth Niederl zu den zehn jüngsten Ärzten im Land, im Bezirk ist sie überhaupt das "Nesthäkchen" der Kollegschaft. Wolfgang Lechner mit Ordination in St. Stefan ist gerade einmal eineinhalb Jahre älter, ist allerdings als siebtjüngster selbstständiger Allgemeinmediziner der Steiermark gelistet.

"Mannigfaltig und interessant"

Die Herausforderungen für junge Ärzte seien groß, wie Lechner – er hat im Vorjahr die Ordination von Detlev Pirchan übernommen – zugibt. Gerade am Land seien Arztsprengel oft unterbesetzt. Somit könne es sein, "dass wie in meinem Fall zwei Nachtdienste pro Woche und jedes dritte Wochenende Dienst anfallen". Auf Jungmediziner abschreckend würde beispielsweise auch das zunehmende Streichen von Hausapotheken und Laborleistungen wirken.
Bei all dem bürokratischen Aufwand bliebe zu wenig Zeit für Hausbesuche, wobei gerade diese Aufgaben äußerst notwendig seien, um ältere Menschen zu erreichen, so Lechner. Abgesehen von der Bürokratie seien die Herausforderungen als "Landarzt" mannigfaltig und interessant. "Ich bin auf dem Land aufgewachsen und fühle mich bei den Menschen wohl." In diesem Zusammenhang danke er der Bevölkerung für die herzliche Aufnahme und das stetige Vertrauen.
Übrigens: Die allerjüngste Ärztin der Landes hat ihre Ordination in Passail. Stefanie Essl ist 32 Jahre jung.

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