Fehring
Grüne wettern gegen die Bodenverschwendung

Dieter Dirnbauer, Sandra Krautwaschl und Ernst Heuberger (v.l.) von den Grünen vor der Einfahrt zur Baustelle am Fehringer Schulcampus.
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  • Dieter Dirnbauer, Sandra Krautwaschl und Ernst Heuberger (v.l.) von den Grünen vor der Einfahrt zur Baustelle am Fehringer Schulcampus.
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Die steirischen Grünen, allen voran Klubobfrau Sandra Krautwaschl, poltern gegen die Flächenversiegelung. In der Südoststeiermark sei die Verschwendung von Böden besonders hoch – auch in der Kleinstadt Fehring. 

Fabriksruinen wie der stillgelegte Betrieb Gasser im Industriepark oder der ehemalige Geflügelschlachthof in der Lindaustraße sind den Fehringer Grünen ein Dorn im Auge. Dieter Dirnbauer beklagt, dass er und sein Gemeinderatskollege Ernst Heuberger mit ihren Themen ohnehin kein Gehör fänden. Zuletzt wurde auch die Bodenschutzpetition abgeschmettert. Sie sei zwar im Ausschuss diskutiert, aber letztlich von ÖVP und SPÖ abgelehnt worden, so Dirnbauer. Im Petitionsantrag wird der Landtag aufgefordert, Umweltschutz und Klimaschutz in den Grundsätzen der Raumordnung festzuschreiben. Mit St. Radegund, Zeltweg, Eggersdorf bei Graz, Gratkorn und Kainbach bei Graz haben allerdings erst fünf Gemeinden, keine davon aus der Südoststeiermark, die Petition beschlossen. Vielerorts würde sie erst im Herbst eingebracht werden, begründet Krautwaschl die magere Bilanz. Sie setzt sich unterdessen auf Landesebene mit den steirischen Grünen für eine Änderung des Raumordnungsgesetzes ein und fordert u.a. die Nachnutzung oder den Rückbau von Industrieruinen wie jene in Fehring. 

Die Grüne Klubobfrau im Landtag, Sandra Krautwaschl, will in Fehring einige Fabriks- und Industrieruinen ausgemacht haben.
  • Die Grüne Klubobfrau im Landtag, Sandra Krautwaschl, will in Fehring einige Fabriks- und Industrieruinen ausgemacht haben.
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"Jede freie Fläche zählt"

Der Bodenverbrauch gefährde laut Krautwaschl die Ernährungssicherheit, aber auch im Kampf gegen den Klimawandel zähle jede frei Fläche. Die jüngste Überschwemmungskatastrophe in Deutschland und in auch in Österreich habe vor Augen geführt, was passieren könne, wenn zu viel Boden zubetoniert werde, so Krautwaschl. Dabei: In der Steiermark werde noch ein Mal so viel Fläche versiegelt wie etwa in Oberösterreich. Und was die Bodenverschwendung durch Straßenbau betreffe, so sehe man sich in Österreich im Vergleich mit Deutschland oder der Schweiz pro Kopf mit einem doppelt so hohen Verbrauch konfrontiert.

Dieter Dirnbauer, Gemeinderat in Fehring, kritisiert Leerstände und ungenützte Parkplätze.
  • Dieter Dirnbauer, Gemeinderat in Fehring, kritisiert Leerstände und ungenützte Parkplätze.
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"Dekorbäume bringen nichts"

Dirnbauer würde sich mehr Mitsprache und Möglichkeiten zur Mitgestaltung bei neuen Projekten wünschen: "Wenn man schon Fläche verbaut, dann aber bitte so, dass man gleichzeitig auch Lebensraum schafft – also nicht nur Parkplatzmaximierung!" Was den Hauptplatz Fehring betrifft, so vermisst Dirnbauer vor allem eines: Schatten. "Dekorbäume" würden jedenfalls nichts bringen. "Am Bauernmarkt zum Beispiel ist es unerträglich heiß, weil die Beschattung fehlt." 
Eine Idee des grünen Gemeinderatsduos ist, bei Versiegelung von Boden anderswo Fläche zu schaffen, wie etwa für Blumenwiesen oder Retentionsräume. Geht es nach Ernst Heuberger, könnte davon das Naturschutzgebiet in Hohenbrugg an der Raab profitieren. "Ich wünsche mir, dass versiegelte Flächen 1:1 ausgeglichen werden, indem die Gemeinde hier im gleichen Ausmaß Naturschutzflächen ankauft", konkretisiert Ernst Heuberger.

Ernst Heuberger von den Grünen fordert die Gemeinde Fehring auf, versiegelte Flächen 1:1 auszugleichen, indem sie Flächen im Naturschutzgebiet Raab-Hohenbrugg im gleichen Ausmaß ankauft.
  • Ernst Heuberger von den Grünen fordert die Gemeinde Fehring auf, versiegelte Flächen 1:1 auszugleichen, indem sie Flächen im Naturschutzgebiet Raab-Hohenbrugg im gleichen Ausmaß ankauft.
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Stadtgemeinde hält dagegen

Auch bei aktuellen Bauprojekten vermissen die Fehringer Grünen eine ökologisch verträgliche Gestaltung der Plätze. Dieter Dirnbauer ärgert sich, dass die Stadtgemeinde den Vorplatz am Schulgelände, wo gerade das Haus der Musik fertiggestellt werde, komplett zumachen lassen dürfte. Außerdem blieben in Fehring so viele Parkanlagen, wie etwa jene beim Sportplatz, unter der Woche nahezu ungenützt. 
Vizebürgermeister LAbg. Franz Fartek stellt richtig: "Wir müssen den Vorplatz multifunktional gestalten, damit vor dem Haus der Musik auch Veranstaltungen möglich sind." Mit Rasengittersteinen, Bäumen und Topfpflanzen werde auch einiges grün. "Außerdem wird der schattige Sparkassenpark in die Neugestaltung eingebunden."

Eigentümer von "Ruinen" sollen zahlen

Was die Fabriksruinen in Fehring betrifft, hält Dirnbauer mit einer Forderung nicht hinterm Berg: "Wir setzen uns für eine Leerstandsabgabe für ungenutzte gewerbliche Objekte und Flächen ein – sowie für die Förderung von Fotovoltaik auf bestehenden Gebäuden statt auf landwirtschaftlichen Flächen."

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