Interview Julia Majcan (ÖVP)
"Ich möchte den Frauen der Region zu mehr Chancengerechtigkeit verhelfen"

Julia Majcan (ÖVP)

Julia Majcan schaffte den Sprung in den steirischen Landtag. Die 24-Jährige Bad Radkersburgerin will ihre Talente, ihre Gestaltungskraft und ihren Tatendrang für die wunderschöne und lebenswerte Region einsetzten.

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Was ist Ihre Motivation, in so jungen Jahren und als Frau in die Politik einzusteigen?
Ich war schon immer ein Mensch voller Tatendrang, habe mich schon als Kind in der Pfarre engagiert, als Jugendliche konnte ich meine Flügel in der HLW Mureck als Schulsprecherin entfalten und nebenbei als Jungscharbegleiterin, Gardemädchen und Marketenderin der Stadtkapelle Bad Radkersburg einiges an ehrenamtlichen Stunden sammeln. Als ich dann für mein Bachelorstudium Betriebswirtschaft nach Graz an die Karl-Franzens-Universität kam, war bald darauf klar, dass ich auch dort in studentischen Clubs und Organisationen mitarbeiten möchte. Ich bin mit einem Team von fünf Personen dann auf Studienrichtungsvertretungsebene bei der Wahl der Österreichischen HochschülerInnenschaft angetreten. Wir haben die Wahl gewonnen und konnten unsere Ideen zwei Jahre als Mandatare der Studienvertretung BWL einbringen. Zudem war ich für einige Semester stellvertretende Fakultätsvertreterin der Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät. Nebenbei habe ich mich noch im Uni Management Club zuerst als Geschäftsführerin und nun als Vorsitzende entfalten dürfen. Ich erwähne diese Dinge nicht, um mich besonders hervorzuheben, sondern aus dem folgenden Grund: All diese Dinge sind neben einem Bachelorstudium in Mindeststudienzeit nur möglich, wenn man sie aus voller Überzeugung und Leidenschaft macht – dies habe ich immer getan. Ich habe nie eine Position angestrebt, sondern wie erwähnt, aus Überzeugung gehandelt. Es freut mich nun umso mehr, dass ich meine Talente, meine Gestaltungskraft und meinen Tatendrang für unsere wunderschöne und lebenswerte Region einsetzten kann. Diese aktiv zu gestalten, hat für mich einen unglaublichen Wert.

Was wollen Sie als Frau in der Politik bewirken?
Ich möchte den Frauen der Region zu mehr Chancengerechtigkeit verhelfen – im Beruf und in der Familie. Dabei geht es mir vor allem auch um die Ermächtigung der Frauen als Gestalterinnen ihres Lebens und ihrer Region, darum, dass sie sich noch mehr ihrer Rolle für die Zukunft und ihrer (Gestaltungs)Kraft bewusst werden.

Wie stellen Sie sich Ihre Zukunft mit Familie und Beruf vor?
Ich durfte gerade erst meinen 25. Geburtstag feiern, stehe vor einer spannenden Zukunft und möchte vor allem auch im nächsten halben Jahr mein Masterstudium beenden – derzeit kommt Familie also nicht in Frage. Grundsätzlich bin ich aber ein Familienmensch und möchte unbedingt Kinder. In der Steiermark ist schon viel erreicht worden, wenn es um das Thema Kinderbetreuung geht, und darauf wird auch in Zukunft ein klarer Fokus gelegt – auch weiterhin Rahmenbedingungen zu schaffen um Job und Familie zu vereinen. Beispielsweise werde ich mich gemeinsam mit meinem Team dafür stark machen, den Breitbandausbau zu forcieren, um flächendeckend einen Glasfaseranschluss sicherzustellen in den nächsten Jahren. Durch eine schnelle Internetverbindung wird es auch Eltern möglich sein, Home-Office in Anspruch zu nehmen und so noch flexibler von zu Hause aus zu arbeiten. Ich denke, Job und Familie zu vereinen ist definitiv möglich, wir müssen nur neue Wege gehen um dies zu ermöglichen.

Warum ist die Anzahl der Frauen in der Politik niedriger als jene der Männer?
Dies lässt sich meiner Meinung nach ganz klar auf die Geschichte zurückführen. Denken wir nur an die Einführung des Frauenwahlrechts 1918. Ich denke, dass es für uns Frauen noch nie eine Zeit gab, wo uns mehr Türen offen standen. Dies ist eine Errungenschaft um die Frauen Jahrhunderte gekämpft haben und dies müssen wir überaus schätzen. Im 21. Jahrhundert spielt das Geschlecht (fast) keine Rolle mehr und das ist gut so. 

Sind Sie für eine verpflichtende Frauenquote in der Partei, sprich in der Politik?
Ich bin überaus glücklich darüber, dass Sebastian Kurz in der Nationalratswahlbewegung und Hermann Schützenhöfer nun in der Landtagswahlbewegung das Reißverschlusssystem verpflichtend eingeführt haben. Speziell am Beginn, wenn man ein solches System einführt, sorgt dies für Aufregung. Doch ich denke es war ein wichtiger Schritt, damit sowohl Männer als auch Frauen gleichermaßen in der Politik mitwirken können – diesen Schritt muss man einfach einmal gehen. Ich denke, in ein paar Jahren wird dies eine Selbstverständlichkeit sein. Insbesondere diese Vielfalt schafft einen unglaublich wichtigen Nährboden für die unterschiedlichsten Konzepte, Projekte und Ideen. Grundsätzlich soll aber in Personalfragen immer der oder die Bessere zum Zug kommen, doch um das Eis zu brechen, muss einmal jemand mit einem verpflichtenden System beginnen.

Von der ÖVP sind 14 Abgeordnete im Landtag, davon sind vier Frauen. Finden Sie die Frauenquote sollte erhöht werden? 
Da, wie oben erwähnt, Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer das verpflichtende Reißverschlusssystem eingeführt hat, wird sich diese Frage nach der Wahl nicht mehr stellen. Die ÖVP hat das Reißverschlusssystem, und vor allem auch jungen Menschen die Chance gegeben, dafür bin ich sehr dankbar.

Die Interviewfragen arbeiteten Marc-André Zölzer, Anja Zieser, Katharina Weisch, Karoline Payerl und Julia Lipp aus.

Autor:

HLW Feldbach "Reporter mit Klasse" aus Südoststeiermark

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