Interview Uwe Trummer (Neos)
"Zwang und Quoten sollten grundsätzlich nie Leitlinien für die Politik sein"

Uwe Trummer (Neos)

Uwe Trummer ist Neos-Gemeinderat in Feldbach und durch und durch ein politischer Mensch. Er spricht sich für mehr Frauen in der Politik aus, aber für eine Frauenquote erst als Ultima Ratio.

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Wie lange sind Sie schon in der Politik tätig?
Kommt drauf an, wie man Politik definiert, aber ich war schon Schulsprecher, Landesschulsprecherstellvertreter und Hochschulvorsitzender in Graz und bundesweit stellvertretender ÖH-Vorsitzender. Also ich würde sagen, schon seit über 25 Jahren beschäftige ich mich damit, meine Umgebung aktiv mitzugestalten.

Hat sich in der Zeit, in der Sie für die Neos tätig sind, der Frauenanteil in Ihrer Partei verändert? Wenn ja, inwiefern?
Ja, wir haben kontinuierlich mehr Mandatsträgerinnen in der Partei bekommen und haben nach dem Gründungsvorsitzenden Matthias Strolz ja nun auch mit Beate Meinl-Reisinger eine Parteivorsitzende. Beate ist auch Klubchefin und steht einem Parlamentsklub mit 40 Prozent Frauen vor und das ohne Quote. Unser Programm der Parteiakademie mit Irmgard Griss etc. als Mentorinnen für Kolleginnen hat auch einiges bewegt, dass Frauen sich aktiver um Mandate beworben haben. Aber, es gibt immer noch viel zu tun.

In Ihrer Partei sind mehr als die Hälfte der Positionen von Männern besetzt. Das entspricht der derzeitigen Lage in der Politik. Sollte dies in Ihren Augen anders sein? Was könnte man wie verändern?
Ich habe neben der FPÖ in Feldbach sogar eine hundertprozentige Männerquote, wobei ich für mich in Anspruch nehme, dass bei nur einem Mandat ein Geschlecht immer leer ausgeht. Aber Spaß beiseite, wir Neos haben das immer im Blick und versuchen auch mit Mentorinnen-Projekten aktiv Frauen zur Funktionsannahme vorzubereiten. Das wollen wir in Feldbach zukünftig auch besser gestalten und jedenfalls auch in der Gemeinde einen reinen Gemeindevorstand aus sieben Männern wie zu Beginn der Amtszeit Ober (Anm.: Bürgermeister Josef Ober) aktiv verhindern.

Ihre derzeitige Parteivorsitzende ist bekanntlich eine Frau und in Ihrer Partei ist die Frauenquote im Gegensatz zu anderen Parteien hoch. Sehen Sie darin mehr Vorteile oder Nachteile? 
Jedenfalls nur Vorteile. Die Blickrichtungen sind teilweise verschiedene. Wie Termine ablaufen, wie Inhalte besprochen und entschieden werden, hängt wesentlich davon ab, welche Charaktere daran beteiligt sind. Je ausgewogener nicht nur, aber auch das Geschlechterverhältnis ist, desto ausgewogener und damit akzeptabler sind die Ergebnisse. Politik ist der Ort, wo wir uns ausmachen, wie wir gemeinsam leben wollen. Da müssen 52 Prozent der Bevölkerung jedenfalls gleichberechtigt mitgestalten.

Sollte es eine verpflichtende Frauenquote in den Parteien und in der Politik geben?
Ich bin der Meinung, dass Zwang und Quoten grundsätzlich nie Leitlinien für die Politik sein sollten. Wir müssen alle aktiv dran arbeiten, dass Politik auch für Frauen attraktiv ist und sie aktiv danach trachten, Aufgaben zu übernehmen. Wir müssen sie wählen oder mit Posten betrauen – und zwar nicht nur in oder mit Posten mit viel Arbeit und ohne Lohn und Ruhm, sondern Bürgermeisterinnen, Stadträtinnen und Gemeinderätinnen müssen annähernd 52 Prozent erreichen. Sollten Männer nicht rasch und aus Überzeugung dazu zu bringen sein, mehr Frauen aktiv in die Politik zu bringen bzw. zuzulassen, kann ich mir als Ultima Ratio auch eine Quote vorstellen.

Glauben Sie, dass Ihnen eine hohe Frauenquote mehr Wahlstimmen einbringen würde?
Nein, dass glaube ich nicht. Gute Politik und gute Inhalte, die von authentischen Frauen und Männern (re-)präsentiert werden, bringen Wahlstimmen.

Die schriftliche Interviewfragen arbeiteten Sebastian Ebner, Miriam Hirschmugl, Anna Huber, Katharina Reißenbüchel und Johanna Riedler aus.

Steckbrief und Funktionen
- Geboren: 1975
- Wohnort: Mühlgasse in Feldbach
- Geschäftsführer TVB GmbH Feldbach
- Fraktionsvorsitzender bei den Neos in Feldbach
- Gemeinderat Feldbach

Autor:

HLW Feldbach "Reporter mit Klasse" aus Südoststeiermark

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