Green Tech
Der südafrikanische Markt im Fokus

Für die Wirtschaftsdelegation unter der Leitung von Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl (M.) war in Kapstadt Netzwerken angesagt.
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Eine 20-köpfige Wirtschaftsdelegation unter der Leitung der steirischen Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl befindet sich gerade auf einer dreitägigen Netzwerktour in Kapstadt. Gemeinsam mit Unternehmern des steirischen Green-Tech-Clusters will man die Exportmöglichkeiten in Südafrika ausloten.
Der 60-Millionen-Einwohner-Staat im Umbruch steht vor großen Herausforderungen in der Abfallaufbereitung, bei der Wasserversorgung sowie in Sachen erneuerbarer Energie. Das Umweltbewusstsein ist im Steigen begriffen. Was den Südafrikanern allerdings in jedem Fall fehlt, ist Know-how, was "grüne" Technologien betrifft. Und genau hier tun sich für die Steirer dank ihrer Innovationskraft großen Chancen auf.

Steiermark ist Exportkaiser

Die Steiermark habe in den letzten zwei bis drei Jahren "im Export unglaublich zugelegt", wie Eibinger-Miedl betont. Die Unternehmer im Green-Tech-Cluster beispielsweise weisen eine 96-prozentige Exportquote auf. 40 Prozent des gesamtösterreichischen Wachstums im Außenhandel gehen auf die Kappe der Steirer. Die steirische Wirtschaftslandesrätin führt die Erfolgszahlen vor allem auch auf die hohe Forschungsquote zurück. Nun will sie den Fokus verstärkt auf Afrika gerichtet wissen. Es gehe längst nicht mehr allein um Entwicklungshilfe auf dem afrikanischen Kontinent, sondern vielmehr um den Aufbau von Wirtschaftsbeziehungen. Viele unserer Unternehmen wie Saubermacher, Andritz oder "Christof Industries" seien hier schon tätig – genau genommen sind es 500 österreichische Unternehmen, 70 davon haben Niederlassungen in Kapstadt.

Appell an die Ehre der Steirer 

Die top Exportzahlen der Steiermark nimmt Robert Brugger, Geschäftsführer des Internationalisierungscenter Steiermark, zum Anlass, um auf ein weniger erfreuliches Detail hinzuweisen. Nur 1 Prozent der Exporte geht nämlich in die 54 Länder in Afrika. "Wir dürfen den Markt nicht komplett China überlassen", richtet er den Appell an die steirischen Unternehmer der Delegation in Kapstadt. Und jene ließen sich nicht zwei Mal bitten und ergriffen ihre Chance in den B2B-Gesprächen, organisiert durch das Außenwirtschaftscenter unter der Leitung von Johannes Brunner, und auf der afrikanischen Energiemesse, der "Africa Energy Indaba".

Die steirische Delegation war freilich auf der "Africa Energy Indaba", der größten und wichtigsten Energie-Konferenz in Afrika, vertreten.
  • Die steirische Delegation war freilich auf der "Africa Energy Indaba", der größten und wichtigsten Energie-Konferenz in Afrika, vertreten.
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Afrikanische Politiker diskutierten die Herausforderungen und Möglichkeiten in Sachen Energie auf dem afrikanischen Kontinent.
  • Afrikanische Politiker diskutierten die Herausforderungen und Möglichkeiten in Sachen Energie auf dem afrikanischen Kontinent.
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Markus Maierhofer von der Komptech GmbH  in Frohnleiten mit Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl auf der Africa Energy Indaba Conference" in Kapstadt.
  • Markus Maierhofer von der Komptech GmbH in Frohnleiten mit Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl auf der Africa Energy Indaba Conference" in Kapstadt.
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Austausch mit Green Cape

Freilich stand auch ein Austausch der steirischen Green-Tech-Unternehmer unter der Leitung von Geschäftsführer Bernhard Puttinger mit Vertretern von "Green Cape", dem südafrikanischen Schwesterncluster, auf dem Programm.
Auf der Besichtigungstour machte die Delegation Halt im "Green Tech Industrie"-Park samt Vorstellung der "Atlantis Special Economic Zone".

Die steirische Delegation mit Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl im Business-Park im Austausch mit Gershwin Williams (r.), Head of Atlantis Investment Facilitation Office. Am Tisch (v.l.): Robert Brugger vom Internationalisierungscenter Steiermark, "GreenTech Cluster"- Geschäftsführer Bernhard Puttinger, Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl und Christoph Ludwig, Geschäftsführer der Steirischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft (SFG).
  • Die steirische Delegation mit Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl im Business-Park im Austausch mit Gershwin Williams (r.), Head of Atlantis Investment Facilitation Office. Am Tisch (v.l.): Robert Brugger vom Internationalisierungscenter Steiermark, "GreenTech Cluster"- Geschäftsführer Bernhard Puttinger, Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl und Christoph Ludwig, Geschäftsführer der Steirischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft (SFG).
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Die Mitglieder der steirischen Wirtschaftsdelegation waren zu Gast im Business-Park in Atlantis.
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In der "Cape Brewing Company South Africa" wiederum war den Steirern ein Einblick in die "Green Beer Production" vorbehalten. AEE INTEC mit Sitz in Gleisdorf hat hier wie auch in fünf weiteren afrikanischen Ländern in Kooperation mit der lokalen Solarindustrie, den Energieministerien, den Universitäten und Forschungseinrichtungen eine Anlage errichtet, die als Best-practice-Beispiel gilt für die Nutzung der Solarthermie und für die österreichische Entwicklungszusammenarbeit.

In der Cape Brewing Company (CBC) - hier mit Dörthe Kunellis von Bundesministerium für Umwelt (l.), Christian Holter von "Solid Solar Energy Systems" in Graz (2.v.l.) und Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl (r.).
  • In der Cape Brewing Company (CBC) - hier mit Dörthe Kunellis von Bundesministerium für Umwelt (l.), Christian Holter von "Solid Solar Energy Systems" in Graz (2.v.l.) und Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl (r.).
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Ein Highlight der Tour war der Besuch bei Günter Dörflinger in der Abfallverwertungsanlage "Agri Protein". Know-how  dafür kommt auch aus der Steiermark, von "Christof Industries" mit Sitz in Graz. Dabei handelt es sich um die einzige Biotech-Anlage weltweit, die jede Art von organischem Abfall komplett verwertet. Wie das funktioniert? Zunächst wird der Abfall als Nährlösung für Insektenlarven hergenommen. Und jene werden dann als hochwertige Proteinlieferanten in der Zucht an Tiere verfüttert. Übrigens: Die spezielle nachhaltige Umwelttechnologie wurde mit dem "BBC Food Chain Global Champion" als auch mit dem "Clean Equity Award" ausgezeichnet.

Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl bei "Agri Protein" - hier mit Günter Dörflinger (r.) von "Christof Industries".
  • Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl bei "Agri Protein" - hier mit Günter Dörflinger (r.) von "Christof Industries".
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Im "Green Cape Cluster" wurden schlussendlich steirische Lösungsansätze im "Green Tech"-Bereich präsentiert. Außerdem traf Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl auf David Maynier, den Minister der Western Province. Die steirischen Unternehmer hatten außerdem Zeit und Raum, sich mit potenziellen Partnern aus dem Kreis von "Green Cape" auszutauschen.

Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl im Gespräch mit David Maynier, Wirtschaftsminister der Western Province.
  • Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl im Gespräch mit David Maynier, Wirtschaftsminister der Western Province.
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"Green Tech Cluster"-Geschäftsführer Bernhard Puttinger bringt die steirischen Unternehmer mit potenziellen Partnern von "Green Cape" zusammen.
  • "Green Tech Cluster"-Geschäftsführer Bernhard Puttinger bringt die steirischen Unternehmer mit potenziellen Partnern von "Green Cape" zusammen.
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Einfache Produkte für Afrika

Aber auch die Teilnehmer an der Wirtschaftsreise selbst brachten wertvolle Inputs und Aspekte ein. Georg Wagner von "Spirit Design" in Wien gab wertvolle Inputs zum Thema frugale Innovation. Vereinfachung, Effizienz, Kostenreduktion und lokale Wertschöpfung sind die Schlagworte, die den Erfolg von Produktinnovation für den Markt in Entwicklungsländern ausmachen.
Der Delegation angeschlossen hatte sich auch Markus Hoskovez von der Österreichischen Kontrollbank (OeKB). Jene stehe im Eigentum der "großen Banken" und habe den Auftrag vom Finanzministerium, Exporteure zu unterstützen. Der Ermunterung Eibinger-Miedls, den afrikanischen Markt zu erobern, sollte Hoskovez im Hinblick auf Risikoübernahme und Refinanzierung mit einem "Versprechen" Flügel verleihen: "Wir sind dafür da, dass Sie mehr Umsatz machen!"

Saubermacher prüft Möglichkeiten

Auch Saubermacher will sich die Möglichkeiten in Afrika genau anschauen. "Wir haben zuletzt viel in der Digitalisierung der Abfallwirtschaft gemacht", so Saubermacher-Vorstandsmitglied Andreas Opelt. Man wolle prüfen, ob Afrika schon so weit sei. Neben den Big Playern wittern aber auch "Kleine" ihre Chance, wie etwa Efficient Energy Technology (EET) mit Sitz in Graz. Mit dem Produkt "Solmate" des steirischen Start-ups kann jedermann seinen eigenen Strom erzeugen. Die Fotovoltaikanlage mit Stromspeicher für den Balkon wird bei einer Steckdose eingesteckt und versorgt die Wohnung mit eigenem erneuerbaren Strom. Das Unternehmen EET, vertreten in Kapstadt durch Jan Senn, sieht mit seiner Produktinnovation in Südafrika aufgrund der Stromkrise mit zweitweisen Abschaltungen gute Möglichkeiten.

Die Teilnehmer der Delegation

Barbara Eibinger-Miedl, Wirtschaftslandesrätin
Robert Brugger, Internationalisierungscenter Steiermark
Johannes Brunner, österreichischer Wirtschaftsdelegierter
Günter Dörflinger, Christof Industries mit Sitz in Graz
Christian Holter, "Solid Solar Energy Systems", Graz
Markus Hoskovez, Österreichische Kontrollbank (OeKB)
Dörthe Kunellis, Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie
Wolfgang Lackner, CPH Zellulosedämmstoffproduktion, Hartberg
Christoph Ludwig, Steirische Wirtschaftsförderung (SFG)
Markus Maierhofer, Komptech, Frohnleiten
Andreas Opelt, Saubermacher AG
Bernhard Puttinger, Green Tech Cluster, Graz
Karl Putz, Ensowa – Innovation und Umweltconsulting, Schäffern
Jan Senn, EET Efficient Energy Technology, Graz
Stefan Strein, "Doro Turbinen", Graz
David Tatschl, Silicon Alps Cluster, Villach
Georg Wagner, Spirit Design – Innovation an Brand, Wien

Autor:

Heimo Potzinger aus Südoststeiermark

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