Die Bombe für Allergiker tickt

Ambrosia hat sich im Südosten schon stark ausgebreitet. Sie ist eine gefährliche Pflanze.

Seit dem Jahr 2000 breitet sich die Beifußblättrige Ambrosia aus dem Süden und Osten kommend immer stärker in der Steiermark aus. Besonders betroffen ist der Bezirk Radkersburg, aber auch in den Bezirken Feldbach und Fürstenfeld kann man schon von einer flächendeckenden Verbreitung sprechen. Am häufigsten wächst Ragweed, wie sie auch genannt wird, an Rändern von âckern und Straßen, Bahndämmen und Industriegebieten. Aber auch in Hausgärten wurde diese in der Schweiz und in den USA als gefährlich eingestufte Pflanze schon eingeschleppt. Vor allem durch verunreinigtes Vogelfutter.
Die einjährige Pflanze aus der Familie der Korbblütler wird bis zu eineinhalb Meter hoch. August und September sind die Hauptblütezeit. Und die Blütenpollen stellen auch in geringer Konzentration für Allergiker ein großes Problem dar und können auch Asthma verursachen. Eine Pflanze kann bis zu einer Milliarde Pollen und 3.000 Samen produzieren. Diese Samen bleiben im Boden bis zu 40 Jahre keimfähig. Für ihre Verbreitung sorgen vor allem Verkehrswege, Erntemaschinen, Mähgut oder auch verunreinigtes Erntegut.

Melden und beseitigen

"Das ökologische Problem ist zurzeit gering, da die heimische Population nicht verdrängt wird. Das ist aber zweitrangig gegen das gesundheitliche Problem", meint Johann Pfeiler, Natura-2000-Betreuer in Radkersburg. Mais-, Kürbis- und Saatgutfelder sind die bevorzugten Lebensgebiete der Allergiebombe. Dadurch stellt Ambrosia auch eine Gefahr für die Landwirtschaft dar. Kürbis- und Sonnenblumenfelder können überwuchert werden. Pflanzen wurden aber auch schon auf Rasenflächen vor Hotels in Bad Radkersburg gesehen.
Um eine invasive Ausbreitung zu verhindern, ist aber eine massive Bekämpfung der Pflanze notwendig. Und das unter möglichst großer Mitwirkung der Bevölkerung. Die steigende Zahl von Meldungen ist nicht nur ein Zeichen stärkerer Ausbreitung, sondern auch einer Sensibilisierung und eines besseren Bekanntwerdens der Pflanze. Wichtig ist auch, dass entdeckte Pflanzen der Landwirtschaftskammer gemeldet werden. Noch wichtiger natürlich, dass sie auch sofort entfernt werden. Am besten mechanisch durch Ausreißen. Je früher, desto besser. Lebensgärtnerin Susi Pammer empfiehlt dabei auch das Tragen von Handschuhen, da auch die Haut empfindlich auf den Pflanzensaft reagieren kann: "Auf alle Fälle die Pflanzen nicht zum Kompost geben. Blüht die Pflanze bereits, soll man sie in einem Plastiksack mit dem Hausmüll entsorgen."
"Spätestens jetzt", empfiehlt auch Emanuel Trummer, der als Gebietsbetreuer von Europaschutzgebieten den Bezirk Fürstenfeld gut kennt, ?denn die Blüte hat schon begonnen.?
walter.schmidbauer@woche.at

Autor:

Steiermark WOCHE aus Graz

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