Regionale Versorgung
Unser tägliches Brot steht hoch im Kurs

Farina-Chef Bernhard Gitl (2.v.l.) mit Vulkanlandweizen-Initiatoren im September 2014. Das Ziel: maximale Eigenversorgung.
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  • Farina-Chef Bernhard Gitl (2.v.l.) mit Vulkanlandweizen-Initiatoren im September 2014. Das Ziel: maximale Eigenversorgung.
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Mehl hat eine besondere Bedeutung. Das zeigt sich auch bei der Nachfrage in Krisenzeiten.

Während in vielen Firmen dieser Tage über Kurzarbeit sinniert wird, wünscht Bernhard Gitl seinen Mitarbeitern tagtäglich beste Gesundheit und hofft auf den verlässlichen Dienstantritt am nächsten Tag. Die Farina-Mühle in Raaba erlebt eine Ausnahmesituation. Die Maschinen laufen auf volle Last. „Was sich im Augenblick abspielt, ist kaum zu glauben“, erzählt Gitl. Der Kirchbacher ist Chef der Farina-Mühle. 

"Die Kunden entscheiden am Regal mit ihrem Euro über die künftige regionale Versorgungssicherheit."
Bernhard Gitl

Die enorme Steigerung der Bestellmengen komme nicht nur von den Supermärkten, selbst die Bäcker würden tonnenweise mehr Mehl als üblich bevorraten. Hier hofft Gitl auf die Kunden: "Vergessen sie auf ihren Bäcker nicht." Auch Liane Berghofer von der gleichnamigen Traditionsmühle in Fehring erkennt eine gestiegene Nachfrage. Die Stammkunden kämen vermehrt einkaufen und auch die Zahl der Neukunden steige. Besonders freut Berghofer das wachsende Onlinegeschäft: „Sogar die Menschen aus der Region bestellen ihr Mehl im Online-Shop.“
Bernhard Gitl von Farina hofft in dieser herausfordernden Zeit auf eine Rückbesinnung auf das Wesentliche. Heißt es doch im Vater uns demütig „unser tägliches Brot gib uns heute.“ Und für Liane Berghofer bestätigt sich ihr Credo ebenfalls: „Wo Korn ist, ist Mehl. Wo Mehl ist, ist Brot. Wo Brot ist, ist Leben.“ Grundnahrungsmittel aus nächster Nähe zu haben, sei nicht selbstverständlich.

Mehl mit Herkunft

Für Gitl ist das von Farina gemahlene Vulkanland-Weizenmehl ein Vorzeigebeispiel. „Vom Acker auf den Tisch“, ist der Anspruch in diesem Projekt. „Es ist damit ein Symbol für die regionale Versorgungssicherheit“, stellt er fest. Sorgen um leere Regale müsse man sich übrigens keine machen. Die Kornkammern seien gut gefüllt.
Der Farina-Chef macht aber auch keinen Hehl daraus, wie stark die Grundnahrungsmittelproduktion in Bedrängnis geraten sei. „Mehlpreiserhöhungen im Cent-Bereich werden vom Handel kaum akzeptiert. Wollen wir aber eine nationale oder gar regionale Grundversorgung, müssen wir nachhaltig rechnen und bepreisen.“ Viele Diskontmehle würden maximal für die Auslastung der Maschinen sorgen. Und so entscheide der Kunde am Mehlregal mit seinem Euro über die Herkunft und damit die regionale Versorgungssicherheit.

Autor:

Heimo Potzinger aus Südoststeiermark

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