25.09.2016, 15:58 Uhr

Die Rösterei in den Weinbergen

Handarbeit: In der eigenen Manufaktur wird gelagert, geröstet, verpackt und etikettiert.

Raffiniert: Die Familie Maitz betreibt eine Kaffeerösterei in Frutten.

Im Schnitt 2,9 Tassen Kaffee trinken wir pro Tag. Damit liegen die Österreicher konstant im europäischen Spitzenfeld. Nicht von ungefähr kommt daher, dass der internationale "Tag des Kaffees" am 1. Oktober österreichische Wurzeln hat. Vor 15 Jahren hat der Ehrentag für den Muntermacher hierzulande weltweit Premiere gefeiert. Harald J. Mayer, Präsident des Österreichischen Kaffeeverbandes, ist stolz auf die internationale Vorreiterschaft. Nachahmer gibt es genug – beispielsweise Deutschland oder USA. Was allerdings weit mehr zählt: Das Steirische Vulkanland ist ein Mal mehr inspiriert.
Neben den Wiener Kaffeehäusern – übrigens von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt – ist auch das Steirische Vulkanland, die Hochburg der Veredelung von Lebensmitteln, um Kaffeetradition bemüht. Hat man sich inmitten der Weinberge in Frutten bislang nicht die Bohne für die Früchte aus Zentralamerika, Afrika oder Indonesien interessiert, so dürfte sich das – geht es nach der Familie Maitz – schon bald ändern.


Vom Hochland zum Weinberg

Ein Großhändler in Hamburg liefert die Hochlandarabicas aus Nicaragua, Äthiopien und Sumatra nach Frutten 68/2. Hier lebt die Familie Maitz nach der Rückkehr aus Deutschland vor sieben Jahren.
Im umgebauten Nebengebäude haben Franz Maitz und Aleksandra Piecak-Maitz die Rösterei eingerichtet. In der hauseigenen Manufaktur veredeln sie die Rohbohnen – genau genommen sind es die Samen der Steinfrucht – zu einer speziellen Mischung. Sie soll sich schließlich auch etwa für Kaffeevariationen mit Milch eignen. Durch die schonende Röstung im Trommelröstverfahren und die anschließende Luftkühlung entstehe Kaffee mit wenig Säure und viel Aroma – Franz Maitz garantiert beste Qualität. 15 bis 18 Minuten bei maximal 220 Grad dauert eine Charge. Vorerst werden monatlich 120 Kilogramm Rohbohnen zu 100 Kilo Kaffee veredelt.
Maitz: "Wir wollen mit dem Produkt mitwachsen und dazulernen." Ein absoluter Quereinsteiger ist er freilich nicht. 25 Jahre internationale Erfahrung in der Gastronomie auf Schiffen und in Haubenlokalen haben ihn befähigt und zu Außergewöhnlichem ermutigt. Nach drei Jahren Vorbereitung in den Köpfen und Austesten am Gaumen ging es Schlag auf Schlag. Umbau, Gewerbeanmeldung, Vulkanland-Markenlizenz – die Basis wurde heuer geschaffen. Dabei: Die Vision lebt weiter in den Köpfen. Piecak-Maitz: "In einer gläsernen Manufaktur wollen wir unsere Gäste die Kaffeekultur von der Verarbeitung der Rohbohne bis hin zum Genuss miterleben lassen."

Kaffeerösterei Maitz

MaiKa - Kaffeegenuss
Aleksandra Piecak-Maitz, Franz Maitz
Frutten 68/2
0699/19037461
kaffee@maika.at
www.maika.at
Kunden: GH Wolf in Waltra, Gourmet-heuriger Edelbauer in Waltra, Fachl in Graz, Café Maskaron in Eisenstadt u.a. und Privatkunden.
Besichtigungen und Verkostungen nach Voranmeldung!

3 Fragen an...

... Familie Maitz

Wie trinken Sie Ihren Kaffee daheim?

Franz Maitz: Meistens als kleinen Schwarzen – ohne Zucker.
Aleksandra Piecak-Maitz: Vor allem in der Früh trinken wir auch gerne einen Cappuccino.

Wie viele Tassen werden es am Tag?
Maitz: Auf zehn Tassen täglich komme ich schon. Manchmal werden es auch mehr.
Piecak-Maitz: An manchen Tagen trinke ich nur drei Tassen Kaffee – sonst schon auch eher mehr. Den Kaffee am Morgen lasse ich jedenfalls nie aus – auch die Tasse am Nachmittag nicht.

Ist Kaffee gesund?
Maitz: Ich trinke viel Kaffee und bin nie beim Arzt. So gesehen ist Kaffee gesund. Im Ernst: Der Kaffee hat tausend verschiedene Inhaltsstoffe – die Wirkung aller ist noch gar nicht so richtig erforscht. Kaffee soll ein Genuss- und kein Suchtmittel sein. Eine Tasse Kaffee kann den Moment erhellen. Und schöne Erlebnisse sind gesund.
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