07.11.2016, 13:36 Uhr

Amors Pfeil zieht im Internet seine Bahn

Immer mehr Menschen finden über den digitalen Weg bzw. diverse Plattformen das große Glück zu zweit. (Foto: drubig-photo/Fotolia.com)

Die Partnersuche hat sich zunehmend in die Weiten des World Wide Web verlagert.

Das Internet ist unser ständiger Begleiter – auch unser Liebesleben ist da keine Ausnahme mehr. Geflirtet wird zunehmend via Social Media – Partnervermittlungsplattformen beschleunigen Amors Pfeil. Ein Google-Ultraschall des Gegenübers ist ohnehin Standard.

Online schlägt offline!

Laut einer von der Partneragentur Parship bei Margetagent in Auftrag gegebenen Umfrage hat ein Viertel der in den letzten 15 Jahren geschlossenen Partnerschaften seine Wurzeln im Web. Das Internet rangiert somit an erster Stelle, was den Ort des Kennenlernens anbelangt, und hängt Freunde, Events und die Arbeitsstätte als Tummelplatz der Gefühle ab.
Diesen Trend bestätigt bei Jugendlichen Roland Knausz vom Streetwork Südoststeiermark. "Plattformen im Internet ersetzen klassische Treffpunkte. Facebook, Whatsapp oder auch Snapchat werden genutzt, um sich per Foto zu präsentieren, zu chatten, zu flirten oder auch ein Date mit eindeutigen Absichten zu arrangieren", so Knausz. Er betont, dass junge Menschen das Netz vor allem nutzen, um sich auszuprobieren, und dass nicht hinter jedem Post klare Absichten stecken. Pärchen nutzen etwa Emojis, um ihre Gefühle zu bestärken bzw. Nähe zu signalisieren. Knausz unterzieht den Onlinetrend keiner Wertung. Für ihn ist der Einzug der Digitalisierung ins Liebesleben ein Zeichen der Zeit. Ein essenzielles Schlagwort ist für ihn allerdings "Medienkompetenz". Er möchte das Bewusstsein für mögliche Folgen eines spontan verschickten Nackt-Selfies geschärft wissen. Was man online besser bleiben lässt, vermitteln Knausz und das Team des Streetwork in Workshops oder auch Einzelberatungen.
Präsent ist gemäß Psychologin Natascha Huber-Gerstl aus Auersbach das Internet auch im Liebesleben der Generation ab 25. Plattformen wie Parship helfen z.B. schüchternen Personen dabei, online zarte Bande zu knüpfen und ein persönliches Treffen folgen zu lassen. Tür und Tor seien durch die Anonymität im Netz aber auch Seitensprüngen geöffnet. Huber-Gerstl sieht wie Knausz Vor- und Nachteile in der Online-Liebeswelt. In bestehenden Beziehungen rät sie, dem Smartphone im Alltag nicht mehr Raum zu geben als dem Partner.
Bei heiklen Streitfragen (86 Prozent) oder für Liebeserklärungen (84 Prozent) bevorzugen Herr und Frau Österreicher laut Parship-Studie übrigens nach wie vor das persönliche Gespräch. Immerhin bei 46 Prozent sind Internet und Handy im Schlafzimmer tabu.

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Parship-Umfrage
Befragte: Webaktive Österreicher zwischen 18 und 69 Jahren
Auszug der Umfrage:
• 46 Prozent der 18- bis 29-jährigen Österreicher haben den potenziellen Partner im Vorfeld gegoogelt.
• Für 46 Prozent der Befragten haben Internet und Handy im Schlafzimmer nichts verloren.
• Unter Steirern ist der Wunsch nach einem digitalfreien Wochenende im Vergleich am höchsten.

Was die Steirer in den anderen Bezirken liebestechnisch bewegt, lesen Sie hier
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