06.11.2017, 11:06 Uhr

Ortsreportage Bad Radkersburg: Diese Stadt schreibt Geschichte

Idyllisch und romantisch erlebt man heute Bad Radkersburg – eine Stadt, die u.a. von Kriegen erschüttert wurde. (Foto: TV Bad Radkersburg/Robert Sommerauer)

Bad Radkersburg wurde durch Kriege und zwei unbezahlbare Funde geprägt.

Bad Radkersburg, die Stadt an der Mur, ist Heimat von rund 3.100 Einwohnern. Wer durch das Stadtzentrum, die Gassen und Hinterhöfe schlendert, erahnt, dass hinter den pittoresken Fassaden viel Geschichte steckt.

Eine geteilte Stadt

Die erste urkundliche Erwähnung Radkersburgs geht ins Jahr 1182 zurück – 1299 folgte jene als Stadt. 1918 wurde Radkersburg nach dem Zusammenbruch der Monarchie von südslawischen Truppen besetzt. Ein Aufstand gegen die Besatzung im Folgejahr war zwecklos. Erst der Friedensvertrag von St. Germain im Jahr 1920 sorgte dafür, dass Radkersburg bei Österreich bleiben konnte. 50 Prozent des Gemeindegebiets, nämlich jenes auf der anderen Seite der Mur, ging allerdings verloren.

Flüssiger Meilenstein

Das Jahr 1927 sollte vor allem für die Wirtschaft der Stadt ein bedeutsames sein. Auf der Suche nach Erdöl stieß man auf eine Mineralwasserquelle – heute allgemein im Handel als "Longlife" bekannt.
Rückschläge erlitt man erneut in Kriegszeiten. 1945 fielen den Kampfhandlungen die Eisenbahn- und auch die Straßenbrücke zum Opfer – sieben Jahre später wurde unter britischer Besatzung wieder eine Behelfsbrücke über die Mur errichtet.
1962 wurde mit der Eröffnung des Parkbades und drei Jahre später mit jener des Kurmittelhauses die Basis für den heutigen Erfolg als Thermen- und Kurstandort gelegt. Den Namen Bad Radkersburg bzw. die Bezeichnung Kurort trägt man seit 1975.

Fund mit großer Wirkung

1978 sollte für Bad Radkersburg wieder ein Glücksjahr werden – der Fund der Thermalquelle war von unbezahlbarem Wert. Zu Beginn der 90er-Jahre wurde die Stadt erneut Zeuge des Krieges. Nur wenige Meter entfernt wurde auch in Gornja Radgona der Unabhängigkeitskrieg Sloweniens ausgetragen.
Weit erfreulicher war logischerweise der Beitritt Sloweniens zur EU im Jahr 2004 und zum Schengenraum (2007). Seitdem wächst die einst getrennte Stadt unter anderem im Rahmen zahlreicher EU-Projekte wieder Schritt für Schritt zusammen.

So viel Bildung bietet die Stadt

So erfolgreich ist der Tourismus

So viel Pepp hat das Vereinsleben

Die regionale Zukunft des Internet

Der Bauhof fährt mit Strom

2 Fragen an Bürgermeister Heinrich Schmidlechner:
Die Stadt funktioniert als Gesundheits- und Tourismusdestination ausgezeichnet – was kann man noch besser machen?
Wir erarbeiten über die Wintermonate eine Vision für die Stadt und auch ein umfassendes Verkehrskonzept. Im Bereich der Stadtentwicklung wird die FH Joanneum eingebunden. Auch ein transnationaler Radweg mit Slowenien zählt zu den Zukunftsprojekten.
Wo trifft man Sie an, wenn Sie nicht für die Stadt aktiv sind?
Beim Walken in den Murauen.
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