24.10.2016, 12:56 Uhr

Verderbt dem Wirt nicht den Appetit!

Markus Kopcsandi (Foto: KK)
"Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen", heißt es. Wie und wo man seinem Körper was Gutes tut oder ihn schlichtweg befüllt, ist wieder eine ganz andere Geschichte. Das Speisen ist ein Kulturgut. Nicht ohne Grund zählt die Mahlzeit mit der Familie zu den Fixterminen. Nicht ohne Grund laden Staatsmänner hohe Gäste an den Tisch. Essen verbindet. Und wo kommen Anzug- und Blaumannträger, der 89-Jährige und das Neugeborene "noch" zusammen? Zu Mittag im Gasthaus. Schon bevor man seine Suppe gelöffelt hat, weiß man, was im Umkreis von 40 Kilometern vorgefallen ist. Das große Grübeln wegen des Bestellvorgangs und möglicher Unverträglichkeiten bleibt einem meist erspart. Der Wirt der Wahl kennt den Gast ohnehin und passt die Empfehlung des Tages individuell an. Ein offenes Ohr hat er nicht nur für die kulinarischen Wünsche. Der Gastwirt ist auch Zuhörer, oft "Psychologe". Bleibt zu hoffen, dass man auch unseren Allroundern zuhört. Die Überportion Bürokratie verdirbt ihnen nämlich langsam aber sicher den Appetit.
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