Internationaler Frauentag
"Als Hausfrau hätte ich nicht so viel erlebt"

"Ich würde alles wieder so machen", sagt Herta Puelacher heute. Immer an ihrer Seite: Hündin Mary
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  • "Ich würde alles wieder so machen", sagt Herta Puelacher heute. Immer an ihrer Seite: Hündin Mary
  • hochgeladen von Julia Scheiring

Zum internationalen Frauentag am 8. März holen wir Frauen aus der Region vor den Vorhang.

INZING (jus). Das Café Wintergarten weckt wohl bei vielen aus der Umgebung von Inzing Erinnerungen. Viele haben hier das Wochenende verbracht, getanzt und gefeiert. Gründerin Herta Puelacher feierte kürzlich ihren 80. Geburtstag - natürlich in ihrem Café. Auch wenn es mittlerweile von Sohn Ralf übernommen wurde, hilft die Mama immer noch mit. Vor allem im Sommer, wenn sich Ralf mehr um das Schwimmbad kümmern muss.

Zwischen langlaufen und malen

Das macht der rüstigen Frau aber nichts aus. Trotz ihres nicht mehr ganz so jungen Alters geht sie immer noch Langlaufen, Schifahren und Tennisspielen. Und dem nicht genug, hat sie irgendwann auch noch begonnen, zu malen. Zuerst Aquarell, dann Acryl und nun zeichnet sie Ikonen, also Heilige. "Aber dafür fehlt mir oft die Zeit", schmunzelt die Inzingerin. 

Eine junge Chefin

Kein Wunder – Herta ist das, was man sich unter einer Powerfrau vorstellt. Immer aktiv, immer auf den Beinen und immer beim Arbeiten. Bei so viel Lebensenergie verwundert es wenig, wenn sie erzählt, dass sie das Café bereits mit 22 Jahren mit ihrem 8 Jahre älteren Mann Ewald übernommen hat. Auch wenn es damals nicht immer ganz einfach war: "Wenn ich meine Innsbrucker Freundinnen tanzen gesehen habe, ging ich oft raus und vergoss ein paar Tränen", erinnert sich die Wirtin, die auch eine begeisterte Tänzerin war. "Aber wir sind dann einfach manchmal nach Dienstende noch nach Seefeld tanzen gefahren", schmunzelt sie.

Zum Tanzen in den Wintergarten

Ende der 60er-Jahre hielt dann die Disco Einzug in Inzing. Das Café Wintergarten war nämlich damals eines der ersten, in dem Discomusik gespielt wurde. Auch wenn vor allem die Älteren aus der Umgebung am Anfang etwas skeptisch waren, hatte sich das Tanzcafé bald etabliert: "Die Leute sind aus ganz Tirol zu uns gekommen", erzählt Herta. Als dieser Trend mit der Zeit und vor allem mit den Großdiscotheken in der Stadt langsam nachließ, ist das "Wintergarten" zu einem Ort für Inzinger geworden und mittlerweile ein beliebter Platz für diverse Feiern. Auch Live-Musik gibt es immer wieder.

"Würde alles wieder so machen"

Auch wenn es manchmal anstrengend war, bereut die Inzingerin nichts: "Ich würde heuer alles wieder genau so machen, als Hausfrau hätte ich nicht so viel erlebt", meint die Wirtin, die ursprünglich Lehrerin werden wollte. Es war ein Job in einem Mittenwalder Tanzcafé, der sie in die Gastronomie verschlagen hat. Mit ihrem Mann, der vor 2 Jahren verstorben ist, hat sie eigentlich ihr ganzes Leben verbracht: "Wir haben mit 20 geheiratet, haben stets zusammen gearbeitet, auch unsere Freizeit miteinander verbracht und wären heuer 60 Jahre verheiratet", schwärmt Herta. Gemeinsam haben die beiden auch eine Konditorei geführt, und Fremdenzimmer betrieben. "Es war ein arbeitsreiches Leben", blickt sie heute zurück.

Für Nachwuchs ist gesorgt

Trotz Arbeit blieb aber immer auch Zeit für Vergnügen: mit Funkeln in den Augen erinnert sich Herta an die Zeit, als sie Primizbraut sein durfte, als sie im Fasching mit dem Maschgerergsangl durch Inzing zog und als sie Mitglied beim Stubengesang war. Auch von ihrer Familie spricht sie gern, die umfasst drei Kinder, sechs Enkel und seit kurzem sogar ein Urenkerl. Sohn Ralf hat das Café Wintergarten und das Café im Schwimmbad übernommen und Herta hofft: "dass eines Tages eines der Enkel übernimmt."

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