VCÖ-Bericht
Autozahl nimmt stärker zu als Einwohnerzahl

Der Verkehr nimmt stetig zu, vor allem im Bereich Zirl-Innsbruck West staut es beinahe täglich.
  • Der Verkehr nimmt stetig zu, vor allem im Bereich Zirl-Innsbruck West staut es beinahe täglich.
  • Foto: zeitungsfoto.at
  • hochgeladen von Julia Scheiring

BEZIRK (jus). Seit 2010 ist die Zahl der Autos viel mehr gestiegen als jene der Einwohner: das berichtet der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) in einer aktuellen Aussendung. Waren es im Jahr 2010 im Bezirk Innsbruck-Land noch 503 Autos pro 1000 Einwohner, sind es mittlerweile schon 540. Diese Entwicklung lässt sich in allen Tiroler Bezirken, mit Ausnahme von Innsbruck-Stadt, beobachten. Spitzenreiter ist der Bezirk Imst mit 579 PKW pro 1000 Einwohner, gleich dahinter folgen Reutte (576) und Kitzbühel (566). VCÖ-Experte Markus Gansterer sieht darin eine problematische Entwicklung: "Das verteuert die Mobilität der Haushalte, erhöht die Staugefahr und erschwert das Erreichen der Klimaziele."

Busse auch außerhalb der Pendlerzeiten

Abhilfe können laut VCÖ verbesserte Siedlungsentwicklung und Wohnbaupolitik schaffen: "Wenn Ortskerne gestärkt und Betriebe so angesiedelt werden, dass sie gut mit Bus, Bahn oder Fahrrad erreichbar sind, dann sind die Menschen auch weniger auf das Auto angewiesen", stellt Gansterer fest. Auch mehr Verbindungen außerhalb der klassischen Pendlerzeiten wären wichtig, immerhin arbeiten die Menschen immer flexibler und die Zahl der Teilzeitarbeitsplätze nimmt zu.

Autos teilen

Carsharing wäre eine weitere Alternative, um diese Entwicklung zu stoppen. Der VCÖ verweist auf kommunales Carsharing, also Angebote der Gemeinden. Auch bei Wohnanlagen könnte man einen gemeinsamen Fahrzeugpool anbieten, so der Vorschlag des Verkehrsclubs. Auch der Ausbau der Fahrradwege wäre eine sinnvolle Maßnahme.

Tirol zweitbestes Bundesland

Trotz alarmierender Zahlen schneidet Tirol im Bundesländervergleich sehr gut ab. Nach Wien ist die Zahl der Autos pro 1000 Einwohner in Tirol am niedrigsten. Die gute Stellung von Wien dürfte die selbe sein, wie auch in der Landeshauptstadt Innsbruck: "Innsbruck hat die Vorteile der Stadt. Neben einem besseren öffentlichen Verkehrsangebot gibt es durch die bessere Nahversorgung die Möglichkeit, mehr Alltagswege zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückzulegen", so Gansterer.

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