Händler vor der Wieder-Eröffnung, Bezirksblätter fragten, wie es ihnen geht
Bereit für das Finale im Corona-Jahr

Einige Geschäfte und Dienstleister haben im Inntalcenter geöffnet, viele erledigen hier bereits die Weihnachtseinkäufe.
  • Einige Geschäfte und Dienstleister haben im Inntalcenter geöffnet, viele erledigen hier bereits die Weihnachtseinkäufe.
  • hochgeladen von Georg Larcher

REGION. Am 7. Dezember – so der Plan – soll der Einkaufs-Rummel wieder durchstarten. BEZIRKSBLÄTTRER fragten bei Unternehmern in der Region, wie der Lockdown für sie war.
Vor allem sind es Ärger und Frust über hohe Umsatzeinbußen.

Regierungen und auch Kunden haben viele Klein- und Kleinstbetriebe im Stich gelassen, bei Förderungen schauen sie durch die Finger, und Kundschaften kaufen längst im Internet. Manche denken darüber nach, die Geschäftstätigkeit generell einzustellen. "So kann ich nicht überleben. Schließlich habe auch ich Fixkosten….", heißt es etwa.

Telfspark

"Über Sinnhaftigkeit und Ausgewogenheit der Maßnahmen machen wir uns die gleichen Gedanken, wie alle Bürger",  meint etwa Telfspark-Managerin Mag. Barbara Schöppl-Zeiler:

"Natürlich steht die Gesundheit und Sicherheit an erster Stelle. Telfspark hat gesunde Betriebe und daher ist alles zu bewältigen. Die Nachfrage zog nach dem Lockdown 1 stark an und das wird vermutlich im Dezember auch so sein. Die Menschen kommen einfach gerne in den Telfspark."

Die Shops konnten natürlich Kurzarbeit, Fixkostenzuschuss und jetzt Umsatzersatz beantragen und wurden im Lockdown 1 vom Vermieter bei der Miete unterstützt. Sämtliche Aktionen finden heuer aus Sicherheitsgründen und auch aufgrund der gesetzlichen Vorschriften nur online statt.

Telfer Kaufmannschaft

Patricia Hagele, Obfrau der Aktionsgemeinschaft Telfer Wirtschaft, erklärt, dass der Lockdown für viele Wirtschaftstreibende unverständlich ist. Als Trafikantin hatte sie es besser:

"Wir hatten immer offen, auch schon bereits beim 1. Lockdown. Es war natürlich weniger Geschäft, da wir ja auch seit Anfang März totale Baustelle vor der Tür hatten und immer noch haben. Denn leider ist der Umbau immer noch nicht fertig. Also noch eine schwieriger Situation im Dorf. Ich glaube jeder ist froh, wenn die Geschäfte wieder öffnen dürfen, damit wieder etwas Alltag eintreten kann."

Die Kaufmannschaft hat wie jedes Jahr das Glückssternshopping, zu gewinnen gibt es heuer Sachpreise: 1. Preis ein IPhone, 2. Preise ein LG Fernseher und 3. Preis 300 Euro Telfer 10er.

Senfmanufaktur Weber

Verständnis für den 1. Lockdown haben Thomas & Damaris Weber von der Senfmanufaktur Weber in Telfs: "Im März-Lockdown standen wir zu 100% dahinter, da niemand wusste wie sich das Virus verhält und wie sich die Lage entwickelt. Zum Glück konnten wir Kurzarbeit anmelden, da alle anderen Förderungen/Unterstützungen für uns nicht gegriffen haben. Die ersten 1000 Euro Härtefallfonds waren schnell da."
Ihre Geschäftsbereiche haben sich etwas verlagert, erklären Weber:

"Nur so konnten wir den Lockdown im März/April "gut" überstehen. Der Onlinehandel ist ein wenig gestiegen, der Besucherfluss im Laden blieb aus. Wie sich der November-Lockdown auswirken wird, kann man noch nicht genau abschätzen. Online und im Geschäft ist noch so gut wie gar nichts passiert. Das Weihnachtsgeschäft wird schwierig, weil viele Märkte abgesagt wurden. Da wir doch vom Tourismus abhängig sind, bereiten uns die geplanten Maßnahmen/Reisewarnungen in der EU große Sorge."

Baumarkt Haas

Sonja Hofmann, GF vom Baumarkt Haas, ärgert sich, dass große Lebensmittelketten auch Produkte von Baumärkten verkaufen dürfen:

"Es ist nachvollziehbar, dass die Regierung handeln musste. Aber was absolut nicht geht ist, dass Lebensmittelketten wie z.B. Hofer, Lidl, Spar, außer Lebensmittel auch Produkte von Baumärkten, Spielwarengeschäfte, Blumenhändler ... verkaufen dürfen. Diese Sortimente müssten auf jeden fall aus dem Verkauf genommen werden. Des weiteren muss die Regierung den österreichischen Handel am 7.12 aufsperren. Wenn das nicht passieren sollte, werden wir alle das Weihnachtsgeschäft an div Onlinehändler verlieren."

Im März bot der Baumarkt für drei Wochen ein Lieferservice an. Dies wurde von den Kundem sehr gut angekommen. Bis zum Lockdown waren die Umsätze in Ordnung, erklärt Hofmann: "Leider mussten wir den Baumarkt dann für drei Wochen schließen. Aufgrund dessen haben wir uns entschlossen, dass wir all unseren Kunden, die auf das wiederaufsperren gewartet haben, eine Freude zu bereiten. Am 7./8. und 9.12 geben wir minus 20% auf das gesamte Sortiment (bis auf wenige Ausnahmen)."
Den Lockdown hat das Baumarkt-Team genützt, um die Inventur fertig zu bringen, so Hofmann: "Damit wir nach dem Lockdown Zeit für unsere Kundem haben. Die Sortimente sind voll bestückt. Rakten und Christbäume sind eingetroffen und stehen ebenfalls an dem 7.12 zur Verfügung. Auf den österreichischen Handel wird im Normalfall nach dem Aufsperren ein sehr großer Andrang kommen. Wir hoffen das Beste, dass wir und auch der restliche Handel die Umsatzverluste der letzten drei Wochen nach der Öffnung ausgleichen können.
Zu den Aussagen betreffend der Schilifte der Deutschen und Italienischen Regierung, ist es Sonja Hofmann noch ein Bedürfnis Folgendes zu sagen:

"Unsere Liftbetreiber, Hoteliers sowie Gasthäuser leben gerade in Tirol aber auch im restlichen Österreich vom Wintertourismus. Diese beiden Regierungen sollten auf ihr Land schauen und nicht versuchen, Österreich Vorschriften zu machen. Ich hoffe, dass unser Bundeskanzler bei der Ansicht bleibt, dass unsere Lifte sowie die Gastronomie spätestens am 18.12 wieder aufsperren dürfen."

Firma Rohowsky

"Im März fand ich die Vorgehensweise der Regierung eigentlich sehr gut", sagt der Telfer Unternehmer und Rauchfangkehrermeister Rudi Rohowsky:

"Die ersten paar Tage war aus unternehmerischer Sicht "Schockstarre". Am Anfang war es unmöglich Masken oder Desinfektionsmittel zu bekommen. Was auf jeden Fall zu verhindern war, dass meine Mitarbeiter beim Kehren das Virus „von Haus zu Haus“ tragen, daher haben wir – wie auch von unserer Bundesinnung empfohlen – über zwei Wochen nur Notdienst gemacht bis Masken etc. zur Verfügung standen. Ich persönlich bin der Meinung, dass die Maskenplicht in Österreich im Frühjahr zu Früh gefallen ist und werde das Gefühl nicht los, dass es über den Sommer zu wenig Vorbereitung auf die 2. Welle gab."

Wie viele versuchte auch Rohowsky über den Onlineshop, per mail, WhatsApp, Telefon und über die Sozialen Medien den Kontakt mit Kunden aufrechtzuerhalten: "Da wir jetzt mitten in der Heizperiode sind, sind unsere Kaminkehrer für unsere Kunden jeden Tag unterwegs. Natürlich mit Maske und dem vorgeschriebenen Abstand. Auf diesem Weg möchte ich mich auch bei unseren Kunden sehr herzlich bedanken, dass in den Häusern und Wohnungen die Abstände vorbildhaft für unser aller Gesundheit eingehalten werden!"
Die Hoffnungen sind groß, dass am 7. 11. wieder aufgesperrt wird, so Rohowsky: "... und unsere Kunden uns die Treue halten. Den Andrang kann man schwer einschätzen aber nach dem ersten Lockdown war er glücklicherweise sehr groß. Wir sind natürlich mit allen Sicherheitsvorkehrungen, personell aber auch mit einer spannenden Auswahl an tollen Waren vorbereitet."

Rauchzeichen trifft Steinreich

Auch Robert Tratter setzte im Lockdown auf den Onlineshop: "So konnten wir das Schlimmste abwenden. Der Zusammenhalt des Ortes, die Unterstützung der Marktgemeinde und unserer KundInnen war außergwöhnlich. Nochmals vielen Dank dafür an dieser Stelle!"
Da die Regierung bis dato noch keine Erfahrungen bzgl. einer Pandemie sammeln konnte und das Wohlergehen aller ÖsterreicherInnen Priorität hat, glaubt Tratter, daß sehr viele richtige Schritte gesetzt wurden:

"Natürlich war es eine schwere Zeit. Im März ging alles drunter und drüber und es entwickelte sich im Laufe der Zeit eine ganz eigene Dynamik. Durch den kontaktlosen Verkauf gelang es uns doch einige Geschäfte abzuwickeln. Im November wurde uns eine finanzielle Unterstützung zugesagt, trotzdem versuchen wir wieder mit eigenen Mitteln unseren Geschäftsalltag so gut es geht abzuwickeln. Den Sommer nutzten wir u.a. um unseren Webshop zu aktualisieren und durch Flyer und Informationen die KundInnen für den Herbst / Winter vorzubereiten."

Die Kauflust hält sich momentan noch in Grenzen, berichtet Tratter weiter: "Jedoch freuen wir uns auf die Zeit, wo alle Geschäfte wieder öffnen dürfen. Vorbereitet sind wir schon seit einigen Wochen. Ich bin mir sicher, daß die Weihnachtsstimmung ihren Teil dazu beiträgt, daß die Menschen die einen oder anderen Geschenke suchen oder gerade in diesem Jahr vielleicht noch ein besonderes Geschenk machen möchten."

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