Bernhard Dietl - ein variantenreicher Telfer Vollblutkünstler

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TELFS (bine). Der 1947 in Innsbruck geborene, in Telfs lebende Künstler Bernhard Dietl ist vor allem durch die beiden monumentalen Alu-Skulpturen des „Wilden“ und des Heiligen Sebastian ein Begriff, welche die Kreisverkehre nördlich und südlich des Umfahrungstunnels von Telfs schmücken. Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland unterstreichen sein Werken. Nach längerer Pause zeigte er vor kurzem ausgewählte Bilder einem fachkundigen Publikum in der renommierten „Galerie Kass“ in Innsbruck sowie stellt er noch bis 24.11. in der Thöni-SkyLounge in Telfs aus. Blickpunkt traf den Telfer Künstler zum Gespräch.

Wie würden Sie sich und Ihre bevorzugten Arbeits-Techniken beschreiben?
BERNHARD DIETL: Ein bekannter Galerist beschreibt mich und meine Werke folgendermaßen: „Der Mensch mit all seinen Facetten spielt eine zentrale Rolle und hat Bernhard Dietl ein Leben lang fasziniert. Aber auch Landschaften und vor allem abstrakte Malerei und Grafik gesellte sich dazu.
 Seine Techniken sind so vielfältig wie sein Werk. Mal malt er mit Pinsel, dann wieder mit Feder und Stift, auch experimentiert er mit Materialien wie Erde, Mist, Beeren etc. Sehr elegant sind die schwarz weiß Grafiken welche in mühevoller, geduldiger Arbeit entstanden sind, Strich an Strich. Reizvoll ist dann wieder als Kontrast wenn ein Teil des Bildes schwarz weiß bleibt, der Rest jedoch farbig ausgemalt wird. Natürlich gibt es auch ganz farbige Grafik. Hier kann man erkennen wie meisterlich der Künstler die Farbpalette beherrscht. Er ist ein wahrer Vollblutkünstler.“
Diese Beschreibung trifft es ganz gut. Ich arbeite mit vielfältigsten Materialien bis hin zum Aluminium, mit dem ich in meinem Beruf verbunden war. In letzter Zeit arbeite ich vorwiegend mit Pinsel, Leinen und Papier.

Welche Ausdrucksart liegt Ihnen am meisten am Herzen?
Vor allem graphische Zeichnungen in Farbe und schwarz weiß.

Den Telfern sind Sie vor allem durch die beiden „Kreisverkehr-Skulpturen“ bekannt, längere Zeit hat man im Ort nichts mehr von Ihnen gehört, jetzt stellen Sie in der Thöni SkyLounge aus, wie kam es dazu? Warum gerade jetzt?
Nach längerer, ausstellungsfreier Zeit war mein Wunsch, meine Werke in einem „nicht alltäglichem Rahmen“ einem möglichst kulturinteressierten und fachkundigen Publikum zu präsentieren. Ich habe in den vergangenen ca. 2-3 Jahren verschiedenste Kontakte geknüpft, unter anderem auch zur Kuratorin des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum. Solche Institutionen planen allerdings über viele Jahre voraus. Im Laufe dieser Suche nach einem geeigneten Ausstellungsraum und –rahmen bot mir, nach kurzer Einsichtnahme in meine Werke, der Galerist Bertrand Kass an, in seiner gleichnamigen Galerie in Innsbruck auszustellen. Damit hatte ich vergangenen September die Möglichkeit einem kleineren, aber sehr fachkundigen Publikum Auszüge meiner Kunst zu präsentieren.
In etwa zur selben Zeit ergab sich aber auch in einem Gespräch mit GV Hofrat Josef Federspiel die Anregung für eine Ausstellung wieder einmal in meinem Heimatort Telfs. Mit der Idee konfrontiert war Herr Kommerzialrat Arthur Thöni als mein ehemaliger Arbeitgeber sofort begeistert und unterstützte dieses Vorhaben von Beginn an tatkräftigst. In den Räumlichkeiten der Thöni SkyLounge habe ich nun die Möglichkeit ein größeres Spektrum, und doch nur einen Bruchteil, meines „Lebens für die Kunst“ zu präsentieren. Die Telferinnen und Telfer kennen, wenn überhaupt, nur einzelne Facetten meiner Kunst, aber sicher nicht die Vielfalt, sowohl Arbeitstechniken, als auch Materialien betreffend.

Sie arbeiten auch mit Jugendlichen/SchülerInnen, wie entstand dieses „Projekt“? Wie darf man sich diese Arbeit vorstellen?
Ich bin selbst vom bekannten Künstler und Lehrer Sepp Schwarz während meiner Schulzeit animiert und individuell gefördert worden. Auch durch diese Erfahrung ist mir die Wichtigkeit der Vermittlung von Techniken und Möglichkeiten, aber noch viel mehr des Weckens von Interessen, die Notwendigkeit der Kreativität in seinem ganzen Wirken und Denken… bewusst. Ich glaube, es ist geradezu eine Verpflichtung, bei Kindern und Jugendlichen eine Begeisterung in verschiedensten Bereichen zu wecken.
Ich habe auch schon in vergangenen Jahren vereinzelt mit Schülergruppen gearbeitet. Diesmal bietet es sich an, den Klassen meine Ideen und Hintergründe in diesem dafür ausgezeichnet geeignetem und besonderem Ambiente zu zeigen. Darüber hinaus animiere ich die SchülerInnen anschließend mit Plexiglas und Permanentstiften ihr eigenes Kunstwerk zu schaffen. Den Kindern, aber auch mir, macht diese „Arbeit“ sichtlich Spaß.
Leider ist es aus organisatorischen… Gründen nicht möglich mit sehr vielen Gruppen Projekte durchzuführen.

Was sind Ihre nächsten Zukunftspläne?
Künstlerisch möchte ich weiterhin meine Gedanken mit viel Enthusiasmus verarbeiten, vielleicht auch meine Skulpturen in geeigneter Weise präsentieren und damit vielen Menschen Freude und Anregungen liefern.
Kunst ist für mich ein fortlaufender Prozess, geprägt durch ständige Veränderung bzw. Weiterentwicklung.

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