Die Tiroler fahren immer weniger Diesel

TIROL. In Tirol wurden heuer 15.810 Diesel-Pkw neu zugelassen, davon 10.101 auf Firmen und Organisationen. Nur mehr ein Drittel der neuen Diesel-Pkw wird von den privaten Haushalten gekauft, informiert der VCÖ. Immer häufiger entscheiden sich die Haushalte beim Neuwagenkauf gegen den Diesel. Insgesamt kauften die TirolerInnen heuer 13.573 Neuwagen, davon waren die Diesel-Pkw mit 5.709 in der Minderheit. "Der Dieselskandal hinterlässt seine Spuren. Nur aufgrund des hohen Anteils bei den Firmenwagen wurden heuer in Tirol mehr Diesel- als Benzin-Pkw neuzugelassen. Es ist zu rechnen, dass dies heuer das letzte Mal der Fall sein wird", stellt VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen fest.

Kitzbühel und Imst Vorreiter
Die VCÖ-Analyse zeigt, dass es in Tirol im Bezirk Kitzbühel mit 44,8 Prozent den niedrigsten Diesel-Anteil bei den Neuwagen gibt, im Bezirk Imst mit 49,2 Prozent den zweitniedrigsten Den höchsten Diesel-Anteil bei den Neuwagen gibt es im Bezirk Reutte, aber 89 Prozent davon wurden auf Firmen und andere "juristische Personen" zugelassen. Auch in der Landeshauptstadt Innsbruck ist der Anteil der privaten Haushalte an den Dieselkäufen sehr gering, 77 Prozent der neuen Dieselautos wurden auf Firmen und Organisationen zugelassen.
Von der niedrigen Dieselbesteuerung profitieren die Käufer der großen und teuren Automodelle am meisten. So fahren 86 Prozent der in Österreich neuzugelassenen Modelle der Oberklasse (zB Mercedes E) mit Diesel sowie 82 Prozent der großen SUV (zB VW-Touareg), während nur rund elf Prozent der Kleinwagen (zB Skoda Fabia) mit Diesel fahren, macht der VCÖ aufmerksam.

Dieselskandal
Infolge des Dieselskandals wurde bekannt, dass Diesel-Pkw beim Fahren auf der Straße im Schnitt ein Vielfaches an Stickoxiden ausstoßen als beim Abgastest im Labor. So funktioniert die Abgasreinigung nur bei Laborbedingungen optimal. Jetzt in der kalten Jahreszeit funktioniert die Abgasreinigung zahlreicher Diesel-Autos nur mangelhaft oder gar nicht, wodurch derzeit die Luft noch stärker verschmutzt wird. Zudem zeigen Studien, wie etwa vom Umweltbundesamt und vom Forschungsinstitut ICCT, dass der reale Spritverbrauch sehr stark von den Herstellerangaben abweichen, bei Diesel-Pkw stärker als bei Benzin-Pkw.

VCÖ-Analyse: Bezirk Kitzbühel hat den niedrigsten Diesel-Anteil bei Neuwagen (Anteil Diesel an Pkw-Neuzulassungen 1.1. - 30.11.2017 - in Klammer Anteil "juristische Personen" (Firmen usw.))

Bezirk Kitzbühel: 44,8 Prozent Diesel-Pkw (davon 48,8 Prozent auf Firmen usw. zugelassen)

Bezirk Imst: 49,2 Prozent (54,2 Prozent)

Bezirk Kufstein: 49,9 Prozent (56 Prozent)

Bezirk Schwaz: 51,8 Prozent (51,5 Prozent)

Innsbruck: 53,4 Prozent (77,4 Prozent)

Bezirk Lienz: 54 Prozent (46 Prozent)

Bezirk Innsbruck Land: 54,7 Prozent (61,7 Prozent)

Bezirk Landeck: 55,3 Prozent (37,6 Prozent)

Bezirk Reutte: 67,1 Prozent (88,9 Prozent)

Tirol: 53,6 Prozent (63,9 Prozent)

Quelle: Datafact, VCÖ 2017

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