Laninger-Obmann Franz Lamprecht jetzt Ehrenlaninger
"Einmal Mosch - immer Mosch!"

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TELFS. Franz Lamprecht ist ein Laninger mit Leib und Seele – und das seit 1965! Wer es so lange aushält bei diesem gesetzlosen "Gesindel", der hat auch eine besondere Auszeichnung verdient: Bald nachdem der Naz eingegraben war und noch bevor Corona alle Feste bei uns ausfallen ließ, machten die Telfer Laninger ihren Franz zum "Ehrenlaninger". Im BEZIRKSBLÄTTER-Gespräch erinnert sich der Franz an einige Episoden im Laninger-Leben.

Der dritte Ehrenlaninger

Diese Ehrung nach der Telfer Fasnacht 2020 macht den Franz, seit 2005 Obmann der Laninger, sehr stolz, schließlich ist er nach einem Laninger-Förderer Arthur Thöni und einem weiteren Laninger-Urgestein, nämlich Kunibert Krismer, erst der Dritte, der in die Geschichte der Ehrenlaninger eingeht.
Beim heurigen Schleicherlaufen wurde noch ein ganz großer Wunsch für Lamprecht Wirklichkeit: Als Laninger-Muater hockte er beim Schleicherlaufen 2020 auf dem Karren, neben der Kindsdirn mit dem "Naz", die Fasnachtspuppe, das liabste Kind der Laninger, ohne die es keine Fasnacht und kein Schleicherlaufen geben würde, wie die Laninger behaupten.

Von der "Mosch" zur "Naz-Muater"

"Das war immer schon mein Wunsch, die Naz-Muater zu sein!" erzählt der Alt-Laninger bewegt und mit Stolz, dass es heuer endlich soweit war. Es ist die Krönung, das höchste "Amt" in der "weiblichen" Laninger-Sippe.
Von Beginn an war der Franz eine der sogenannten "Mosch'n" (weibliche Lanigerin), die heute etwa die Hälfte der über 30 Laninger ausmachen. Mit jungen 18 Jahren kam Franz über Felix Wackerle zu den Laningern und mimte gleich eine "Mosch", zusammen mit Werner Post. "Da kann man ausgelassener sein, und das passte einfach zu mir", erklärt Franz, warum er sich gerade diese Rolle ausgesucht hat.

Billiger Schnaps statt Bier

Ausgelassen gefeiert wurde damals in den 60er und 70er Jahren vor allem mit Schnaps. Der heutige Pensionist erinnert sich an eine der ersten Feiern bei Hans Kobl, dem Tischler in Moritzen: "Dort haben sie uns damals eingefüllt, da sind wir dann unter den Sägespähnen um 5 oder 6 Uhr morgens hervorgekrochen ... da waren wir beinand!" (lacht) Damals floss der Schnaps noch literweise in die Kehlen der Telfer Fasnachtler. Bier war damals nicht so verbreitet oder es war einfach zu teuer, erzählt Franz, auch die Feiern waren früher in kleinerem Rahmen: "Da haben sich die Gruppen gegenseitig besucht, Gäste von außen gab's früher nicht."

Ausgelassene Feiern und die Folgen

Dass die Laninger immer wieder mit dem Gesetz und der Polizei bzw. vorher der Gendarmerie in Konflikt kamen und kommen, traf es einmal auch den Franz: Am 6.1.2005 wurde im Zuge des Naz-Ausgrabens eine Silvesterrakete von einem Hügel abgeschossen, die Rakete stürzte mitten in die Zuschauer und explodierte auf Kopfhöhe – es gab einige Verletzte. "Ich musste damals den Kopf hinhalten, der Gruppenführer muss dafür ja verantwortlich sein", erzählt Franz: "Ich fasste vom Gericht eine bedingt Haft von 3 Monaten auf fünf Jahre aus. Das ist mittlerweile Geschichte."
Seither sind die Auflagen bei derartigen Veranstaltungen strenger – nicht nur wegen des Raketen-Unfalls. Die Fasnachts-Feste in den Wagen und Lokalen sind dafür aber nicht weniger ausgelassen. Ohne viel Alkohol-Konsum endet keine Fasnacht, eine gute Einnahmequelle, und in diesem Corona-Jahr wohl kaum noch vorstellbar. "Obmann sein bedeutet auch viel Laufarbeit, viel Papierkram, man muss überall und immer dabei sein", erzählt Franz: "Ab dem Josefitag im Jahr vor dem Schleicherlaufens geht's immer los."

Obmann-Wechsel 2022

Noch zwei Jahre will Franz als Obmann den Laninger anführen, Anlässlich des 10-Jahr-Jubiläums des Naz-Brunnens im Telfer Zentrum soll es eine Neuwahl geben. Ein Jüngerer soll dann die Telfer Laninger anführen, wünscht sich Franz. Kandidaten dafür gibt es bereits: Für das Amt bewerben sich Martin Trigler, Philipp Thöni oder Markus Waldhart (Stand bei Redaktionsschluss). Aber als "Muater" wird Franz weiterhin den Laningern treu bleiben, verspricht er: "Laninger-Muater bleibe ich, bis ich vom Karrn obafliag!"

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