Ende der Jahrhundertbaustelle in Scharnitz ist in Sicht - mit VIDEO

Bauaufseher Friedrich Berger mit Bürgermeisterin Isabella Blaha auf der Isar-Brücke, hinten das Nordportal des Tunnels.
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  • Bauaufseher Friedrich Berger mit Bürgermeisterin Isabella Blaha auf der Isar-Brücke, hinten das Nordportal des Tunnels.
  • hochgeladen von Georg Larcher

SCHARNITZ. Seit Jahrzehnten ist die Umfahrung Thema in Scharnitz, vor drei Jahren war es dann soweit: Start für den Bau des Großprojektes, das von vielen herbeigesehnt, von anderen kritisiert wurde und bei Einzelnen noch immer Kopfweh verursacht. Im heurigen Herbst soll es endlich soweit sein: Der Durchzugsverkehr hat eine neue Route, für die das Land Tirol ca. € 34 Mio. zahlt.
BEZIRKSBLÄTTER waren auf Lokalaugenschein und konnte sich ein Bild vom Fortschritt des „Porta Claudia-Tunnel“ machen – so der künftige Name des Herzstückes der Umfahrung.

Am Nordportal erklärt Friedrich Berger (Bauaufsicht) den Verlauf der 2 Kilometer langen Umfahrung: Über eine neue Abzweigung von der B177 direkt an der Staatsgrenze führt die Landesstraße nach Süden über die 80 m lange und frei hängende Isarbrücke zum Nordportal des 957 m langen Tunnels. Vom Südportal aus führt eine neue Trasse quer über die Felder zum Kreisverkehr und mündet wieder in die B177.
„Es ist verblüffend, was Planer und Statiker hier vollbracht haben“, bewundert die Scharnitzer Bürgermeisterin Isabella Blaha die Planungen für die gesamte neue Trasse. Die Überführungen von Isar, Gemeinde- und Radwege etc. und der Tunnel – alles wurde im Auftrag des Landes Tirol von den Firmen PORR Bau GmbH, Marti GmbH (Tunnelbau) und Gebr. Haider (Erdarbeiten) und Teerag-Asdag AG etc. in die Tat umgesetzt.

Aufwändige Technik

Berger erklärt die ausgeklügelten technischen Einrichtungen, die elektrischen Anlagen (Kameras, Licht, Ampeln etc.), Be- und Entlüftungsanlagen, Gewässerschutz und Entwässerung in die Isar (in Trinkwasserqualität), Einrichtungen für die Feuerwehr (Hydranten etc.) und Rettung. Ein Rettungsstollen verläuft in der Mitte des Tunnels und ist durch ein riesiges automatisches Tor verschlossen: „Das können nur Sicherheitskräfte wie Polizei, Rettung und Feuerwehr per Knopfdruck öffnen.“ Da der Tunnel „nur“ 957 Meter lang ist, ist ein Rettungsstollen gesetzlich ausreichend, bei einer Tunnellänge über 1000 Meter wäre ein zweiter vorgeschrieben gewesen.
Direkt neben dem Rettungsstollen ist eine Tür, sie führt zum Fluchtweg, von dem es insgesamt zwei im Tunnel sowie jeweils an den Tunnelportalen gibt.
Die Bauarbeiten und auch die Kosten, die zur Gänze das Land übernimmt, liegen überwiegend im Plan, auch wenn der schneereiche und kalte Winter 2018 einige Arbeiten erschwert hat. Derzeit werden die elektrischen Installationen vervollständigt und der Lärmschutz (direkt am Nordportal wurde dafür ein 6 m hoher Erdwall errichtet) angebracht.

Eröffnung im Oktober 2018

Ende September sollte die Baustelle soweit abgeschlossen sein“, so Berger.
Im Oktober wird das vollendete Werk feierlich eröffnet (genauer Termin wird noch bekannt gegeben), dann ist das Dorf vom Durchzugsverkehr befreit. Für Blaha ist die „Jahrhundertbaustelle“ zufriedenstellend verlaufen, die Beschwerden von Anrainern sind weniger geworden, im Dorf überwiegt die Freude auf das Ende des Verkehrskollaps. „Zwei oder dreimal pro Jahr wird es Wartungsarbeiten geben“, erklärt Berger, da kann es dann zu Tunnelsperren kommen, und alles rollt wieder durch den Ort.

Zur Sache: Straßenverlauf der Umfahrung Scharnitz:

Die 2.080 Meter lange Umfahrung Scharnitz - eine Landesstraße - beginnt von Seefeld/Leutasch kommend südlich der Orteinfahrt Scharnitz und schwenkt von dort in die neue Trasse nach links Richtung Norden, überquert den Gießenbach und führt in der Folge in den 957 m langen Tunnel Porta Claudia, der endet unmittelbar nördlich der Porta Claudia Straße. Nach ca. 100 m überquert die Umfahrungsstraße die Isar (Isarbrücke) und mündet unmittelbar vor der Staatsgrenze in die bestehende B 177 ein.

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