FRAGE DER WOCHE: "Rasen mähen am Sonntag?"

Ob Benzin- oder Elektrobetrieb: Gartenarbeiten und Rasenmähen kann die Sonntagsruhe stören - ist verboten!
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REGION. Berufstätige haben oft erst am Sonntag Zeit, den Rasenmäher anzulassen und laut über den Rasen zu schieben. "Darf das sein?", lautet die Frage der Woche, die wir an die rechtlich versierten und damit oft konfrontierten Gemeindeamtsleiter in Telfs und Zirl weiter geleitet haben:
"Grundsätzlich hat sich jedermann so zu verhalten, dass andere Personen nicht durch Lärm, welcher nicht unvermeidbar und nicht unbedingt notwendig ist, belästigt werden", erklärt Mag. Bernhard Scharmer, Amtsleiter in Telfs: "Ungebührlicher Lärm während der Nachtstunden (22 bis 7 Uhr) ist generell verboten. Selbiges gilt für die sog. Mittagsruhe (in Telfs an Werktagen: 12 bis 13 Uhr) und an Sonn- und Feiertagen. Lärmerzeugende Tätigkeiten sind während dieser Zeiten verboten."
Soweit also die Grundlagen, die für alle Gemeinden wohl Gültigkeit haben. Gemäß § 2 Landes-Polizeigesetz können Gemeinden unter bestimmten Voraussetzungen eine Verordnung zur Abwehr ungebührlichen Lärmes erlassen. (siehe "zur Sache")

Lärmschutzverordnung
Das Rasenmähen z.B. am Sonntag ist in Telfs verboten, so der Amtsleiter: "In Bereichen, wo ein Rasenmäher jedoch niemanden stört, könnte er an einem Sonntag verwendet werden, etwa im reinen Industrie- oder Gewerbegebiet. Im dicht besiedelten Wohngebiet stört das schon. Selbiges gilt für Grillabende: Inmitten einer Siedlung wird ein Grillabend mit lauter Musik wahrscheinlich von den Nachbarn als störend empfunden." Eine generelle Regel was erlaubt ist bzw. was störend ist, kann man abschließend nicht treffen, da ist subjektive Wahrnehmung zu berücksichtigen. Scharmer: "Es kommt immer auf den jeweiligen Einzelfall an bzw. auch auf jeden selbst. Mit ein bißchen Fingerspitzengefühl und gegenseitiger Rücksichtnahme könnten viele (Lärm-)Problem gelöst werden."
Lärmschutzverordnung Zirl
Die Zirler Gemeindeamtsleiterin Mag. Alexandra Hörtnagl weist auf eine seit 1999 bestehende Verordnung in Zirl hin: "Darin wir die Verwendung und der Betrieb von Garten- und sonstigen Arbeitsgeräten geregelt, die geeignet sind, ungebührlicherweise störenden Lärm zu erzeugen. Die sind an Sonn- und Feiertagen ganztägig und in den Monaten Juni, Juli und August in der Zeit von 23 bis 6 Uhr, in allen übrigen Monaten eines jeden Jahres in der Zeit von 22 bis 6 Uhr verboten." Hörtnagl weist ebenso auf das gültige Landespolizeigesetz hin.

ZUR SACHE Lärmschutz in Gemeinden

Gemäß § 2 Landes-Polizeigesetz, werden die Gemeinden ermächtigt unter bestimmten Voraussetzungen eine Verordnung zur Abwehr ungebührlichen Lärmes zu erlassen. Darin sind zeitliche und örtliche Beschränkungen für die Verwendung und den Betrieb von Garten- uns sonstigen Arbeitsgeräten, Schnee-Erzeugungsgeräten, Modellflugkörpern, Rundfunk- und Fernsehgeräten, Lautsprechern und Tonwiedergabegeräten sowie für das Klopfen von Teppichen, Matratzen etc. und andere Haus- und Gartenarbeiten zu regeln. Jede Gemeinde ist anders, so gibt es auch unterschiedliche Regelungen in den jeweiligen Lärmschutzverordnungen. Hat eine Gemeinde keine Regelung, ist das kein „Freibrief“ zur Lärmerzeugung.

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