Frießer's Bakterien-Schnee stößt auf breite Ablehnung

Die Rosshütte hätte gerne mit Snomax beschneit, die anderen Schigebiete in Seefeld (im Bild der Geigenbühel) lehnen dies ab.
  • Die Rosshütte hätte gerne mit Snomax beschneit, die anderen Schigebiete in Seefeld (im Bild der Geigenbühel) lehnen dies ab.
  • Foto: Holzknecht
  • hochgeladen von Julia Scheiring

Rosshütte-Betreiber rudern nach massiver Kritik zurück
(harti) Das Tiroler Landesverwaltungsgericht hat den Bergbahnen Rosshütte Seefeld zwar unter bestimmten Auflagen vor kurzem erlaubt, den umstrittenen Zusatz "Snomax" bei der Erzeugung von Kunstschnee zu verwenden, ein Sturm der Entrüstung hat den Seefelder Bgm und Seilbahnvorstand Werner Frießer jedoch zu einer Kehrtwende um 180 Grad veranlasst. "Vorwärts, Freunde, wir müssen zurück", war die Botschaft, die er aus Innsbruck nach einer Unterredung mit Vertretern der Landesregierung mitbrachte. Konsequenz: Auch bei den Rosshütte Bergbahnen wird weiterhin auf den Einsatz von "Snomax" verzichtet.

Stein des Anstoßes: Während in den österreichischen Wintersportdomänen traditionell mit dem Slogan "klares Trinkwasser, Luft und sonst nix" geworben wird, enthält "Snomax" u.a. Proteine und abgetötete Bakterien und passt nach Auffassung der Politik, aber auch von Vertretern der Seilbahnwirtschaft nicht mit dem Anspruch des Tourismuslandes Tirol auf hundertprozentige Authentizität zusammen. Landeshauptmann Platter hat angekündigt, unter diesen Umständen die Infrastrukturförderung anzupassen, Ingrid Felipe (Grüne) will  ebenso wie Alexander Gamper (FPÖ) rechtliche Schritte prüfen, der Seilbahner-Obmann Franz Hörl (VP) ging sogar soweit, Seefeld als Austragungsort der Nordischen WM in Frage zu stellen.

"Snomax" ist zwar schon lange in der Diskussion, aber durchaus nicht neu. Es handelt sich dabei um ein Eiweißpulver, das aus toten Bakterien gewonnen und dem Schneewasser beigemischt wird. In Übersee und in der Schweiz ist der Einsatz von "Snomax" bereits seit vielen Jahren gang und gäbe, nach Auskunft der Hersteller ohne negative Auswirkungen auf Menschen, Tiere, Pflanzen und Umwelt. Ein Ergebnis, zu dem übrigens auch die Wasserbehörde bei ihren Untersuchungen kam.  

Für die übrigen Seefelder Seilbahnbetreiber, die sich unisono gegen die Bezeichnung "Seefelder Bergbahnen" wenden, war die Verwendung von "Snomax" jedoch nie ein Thema. Wolfgang Schneider von den Gschwandtkopf-Liften meint klipp und klar: "Wir haben es nicht verwendet, verwenden es nicht und werden es auch in Zukunft nicht verwenden." Markus Wackerle (Birkenlift) hat nicht vor, wegen "Snomax" Fördergelder für seinen Lift aufs Spiel zu setzen. Und Werner Seelos (Geigenbühel) kommentiert die Angelegenheit mit "definitiv nein, abgesehen davon, dass wir technisch gar nicht dazu in der Lage wären." Ergänzend fasst er die Meinung seiner Kollegen zusammen: Ein Eigentor von Frießer, ganz schlechte Werbung für Seefeld.

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