Reportage Kirchenführung
Historische Kirche in Zirl

Führung durch die Pfarrkirche Zirl
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  • Führung durch die Pfarrkirche Zirl
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Die Pfarrkirche zum Heiligen Kreuz in Zirl ist eine ganz Besondere: Davon konnte Frau Mag. Sabine Neuner bei ihrer Kirchenführung letzten Samstagnachmittag zumindest überzeugen. Denn sie beinhaltet das älteste Inventar aus dem 16. Jahrhundert, Figuren aus der Barockzeit und wohlüberlegte, nach theologischem Programm gehaltene Fresken von Zirler Franz Pattner.

Die Führung begann mit einem Blick auf die wunderschöne Pfarrkirche zum Heiligen Kreuz, die heute um einige Meter größer und höher als damals ist. In der Vorhalle hat man bei der Restaurierung 1954 dann auch die Mosaike von den beiden Geistlichen Alois Moriggl und Peter Alos Auer und vom Kirchenmaler Franz Plattner angebracht, die für den Kirchenbau maßgeblich verantwortlich waren. Damals schafften sie es rund 6.000 Gulden (1 Gulde entspricht etwa 0,50€) für den Bau der Kirche zu sammeln und waren um die Fertigstellung des Kirchenbaus sehr bemüht.

Vermischung der Stile

Der Neubau der Pfarrkirche zum Heiligen Kreuz wird als eklektisch bezeichnet, weil der Bau eigentlich neu-romanisch und die Ausstattung aber neu-gothisch ist. Eine derartige Vermischung der Stile war damals im 19. Jahrhundert durchaus gängig. Aus der alten Kirche wurden einige Gegenstände und Merkmale übernommen, unter anderem auch der Rotmarmor Taufstein, der aus dem Jahr 1564 stammt und somit das älteste erhaltene Stück der Kirche ist. Auch die Kreuzigungsgruppe im Hochaltar wurde übernommen, mit dem kleinen aber doch gravierenden Unterschied, dass dieser damals noch von sechs vergoldeten Heiligen umgeben war. Drei von diesen Statuen sind heute in Inzing zu sehen und den Rest konnte man leider nicht ausfindig machen.

Wertvolle Schätze

Weitere Bestandteile, aus dem Jahre 1717 sind beiden Seitenaltarbilder, die von Johann Dengler gemalt und ursprünglich eigentlich im Kloster Hall zu sehen waren. Da dieses Kloster 1783 jedoch aufgelöst wurde, wurden die Gemälde nach Zirl verlegt und stellen bis heute ein großartiges Kunstwerk dar. Den Grablieger der Kirche hat der berühmte Johann Giner der Ältere (1756-1833), ein österreichischer Bildhauer und Krippenschnitzer aus Thaur, gestaltet. Der größte Schatz der Zirler Pfarrkirche dürften jedoch die Fresken sein, die vom begabten Zirler Kirchenmaler Franz Plattner stammen. Franz Plattner hat mit der Erweckung des Lazerus 1861 begonnen, nachdem Frühmesser Moriggl sein Talent erkannt hatte. Seine Bilder wurden wie man so schön sagt "al fresco" - auf nassem Putz gemalt - und ein lustiger Fakt nebenbei: Da es dem Pfarrer damals nicht schnell genug gehen konnte, hat Plattner sich einfach seine langen Röhrenstiefel an das Gerüst genagelt, damit er seine Mittagspause verlängern konnte, wie er wollte. Interessant ist auch, dass die Bewohner aus Zirl damals als Vorlage für seine Gemälde dienten, damit Plattner typische Charaktermerkmale besser malen könnte.

Pfarrkirche umstritten

Damals waren aber nicht alle immer der Meinung, dass die Pfarrkirche zum Heiligen Kreuz schön sei. Denn wie Frau Mag. Sabine Neuner erwähnte, wurde 1855 in der Innzeitung geschrieben, dass "der Zirler Hochaltar ein unharmonisches und störendes Krippenwerk ist, das furchtbar die Geschmacklosigkeit des Meisters anklagt". Seither hat sich allerdings durch die Herabsetzung der Kreuzigung im Hochaltar und die Entfernung der gothischen Bögen rechts und links doch wieder einiges verändert und daher ist die Kirche gewiss ein historisches Kulturgut, worauf die Zirler in jedem Fall stolz sein können.

Autor:

Ricarda Stengg aus Telfs

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