Millionenschweres Hochwasserschutzprojekt umgesetzt
Pettnau vor Flut geschützt

Das heuer fertig gestellte Schotterabsetzbecken in Oberpettnau (Alte Straße) mit einem Fassungsvermögen von ca. 600 Kubikmeter.
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  • Das heuer fertig gestellte Schotterabsetzbecken in Oberpettnau (Alte Straße) mit einem Fassungsvermögen von ca. 600 Kubikmeter.
  • Foto: Schwaninger
  • hochgeladen von Georg Larcher

PETTNAU/TELFS. Seit vielen Jahrzehnten kämpft die Gemeinde Pettnau als „Unterlieger“ mit Hochwasserereignissen durch Bäche, die vom Telfer Weiler Mösern ins Tal fließen. Der Pettnauer Bürgermeister Martin Schwaninger hat sich für ein umfangreiches Schutzprojekt eingesetzt, das von Pettnauer Seite bereits fertig gestellt ist.

Gefährliches Möserer Bachl

Der Möserer Bach, eigentlich „ein unscheinbares Bachl“, schwillt bei Gewittern binnen einer halben Stunde massiv an und führt enorm viel Material mit. Die Folge: Straßen und Häuser in Pettnau „schwammen“ regelmäßig. In den letzten Jahren sei es „immer schlimmer geworden“, sagt Schwaninger. Sehr oft musste die Feuerwehr Pettnau in den bisherigen Sommermonaten ausrücken. Heuer wirkte sich erstmals eine neu errichtete Barriere positiv aus: Ein Schotterbecken in Oberpettnau (alte Straße) bewahrte Pettnau seit April/Mai vor Überflutungen, freut sich Schwaninger: "Bisher gab es drei bis viermal im Jahr Überflutungen im Dorf, heuer erstmals nicht, dank dieses Schotterbeckens, das dank Unterstützung durch Land und Bund heuer fertiggestellt werden konnte." Doch der Schutz ist damit noch nicht ganz fertig: Erst ein riesiges Retentionsbecken in Mösern bietet eine dauerhafte Lösung, freut sich der Pettnauer Ortschef: „Dann kann der Bach kommen, wie er will.“

Problem Oberflächenwässer

Auch in Mösern selbst gibt es immer wieder Schwierigkeiten, weil Oberflächenwässer dort aufgrund der starken Versiegelung nicht ausreichend versickern können. Teil eins des aufwändigen Gesamtvorhabens sind die eigentlichen Hochwasserschutzmaßnahmen: Herzstück ist ein großes Rückhaltebecken mit ca. 15.000 m³ Retentionsvolumen, das südlich der Filialkirche Mösern errichtet wird. Dieses kann das Wasser kontrolliert abgeben bzw. bei Starkregen die kurzfristig anfallenden Wassermassen aufnehmen. Federführend in der Umsetzung ist die Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV), die im Vorjahr mit Vorarbeiten begonnen haben – die Hauptarbeiten folgen dann heuer und 2022.
Die Kostenschätzung für die Schutzmaßnahmen liegt bei ca. 2,7 Mio. Euro brutto (50 % Bund, 15 % Land, 20 % Gemeinde Pettnau, 10 % Telfs, 5 % Landesstraßenverwaltung). Dazu kommen Grund- und Dienstbarkeitsablösen durch die Marktgemeinde Telfs um ca. 200.000 Euro.

Siedlungswasserbauprojekt

Teil zwei des Großvorhabens ist ein Siedlungswasserbauprojekt in Mösern, das von der Gemeinde Telfs – durch die Gemeindewerke – umgesetzt wird: Für Mösern wird ein Hochwasserentlastungskanal errichtet bzw. erneuert, der die Oberflächenwässer nach Telfs ableitet. Ebenso wird das bestehende Kanalsystem in Mösern und Bairbach saniert. Für Mösern ist das Ganze ein enorm wichtiger Schritt, andernfalls wäre in Mösern keine Siedlungserweiterung mehr möglich, weil die WLV wegen Versiegelung und der Hochwassergefahr in Pettnau weiterhin stets negative Stellungnahmen abgeben müsste.
Dieser Teil des Projekts kostet ca. 8 Mio. Euro. Härting rechnet mit einer Bauzeit von sieben bis zehn Jahren. Beginn wäre im heurigen Frühjahr gewesen, aber die dafür nötigen Bescheide der Behörden lassen noch auf sich warten, woran das liegt, kann Kluibenschedl nicht sagen.

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