Alle drei Jahre pflegt Nassereith die Traditon
Prachtvolles Schellerlaufen – uralter Brauch in Nassereith

Alle drei Jahre pflegt die Gemeinde Nassereith den uralten Brauch des "Schellerlaufens", seit 2012 auch als Immaterielles Kulturerbe in der UNESCO verankert!
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  • Alle drei Jahre pflegt die Gemeinde Nassereith den uralten Brauch des "Schellerlaufens", seit 2012 auch als Immaterielles Kulturerbe in der UNESCO verankert!
  • hochgeladen von Georg Larcher

NASSEREITH. Prächtiges Frühlingswetter, wolkenloser Himmel, Sonne pur: Der Frühling hat den Winter besiegt, daran gab's beim Schellerlaufen am Sonntag, 17. Feber, keine Zweifel mehr.

Alle drei Jahre pflegt die Gemeinde Nassereith diesen uralten Brauch, seit 2012 auch als Immaterielles Kulturerbe in der UNESCO verankert! Das Schellerlaufen war auch für die Telfer "Schleicher", voran der Telfer Bgm. Christian Härting, ein "Pflichttermin", dem gerne nachgekommen wurde. Schon jetzt laufen die ersten Vorbereitungen für die Telfer Fasnacht und das "Schleicherlaufen", das 2020 nach einer 5-jährigen Pause wieder statt finden wird.

VIDEOS zum Schellerlaufen

Der Telfer Ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Nußbaumer beschäftigt sich u.a. auch mit den Fasnachten und hat zum Schleicherlaufen in Nassereith folgende Nachlese zu seinem VIDEO (hier online: VIDEO Nassereither Schellerlaufen, 17.02.2019) verfasst.
Das Video entstand im Rahmen der Feldforschung "Musik und Fasnacht in Tirol/Südtirol":

"Die Nassereither Fasnacht, die nur alle drei Jahre stattfindet, zählt zu den schönsten Fasnachten des Alpenraumes und stellt mit ihren vielen Veranstaltungen ab dem Dreikönigstag ein sehr komplexes Ereignis dar. Im Mittelpunkt des großen Umzugs, des Schellerlaufens, steht der Kampf des Bärentreibers gegen den Bären, den der Bärentreiber schließlich verliert. Im Verständnis vieler Nassereither Fasnachtler ist dies der Kampf des Frühlings (Bär) gegen den Winter (Bärentreiber). Diese Deutung ist jung und kam erst im 20. Jahrhundert auf.
Das Video dient der Absicht, die Unmittelbarkeit des Erlebnisses der Nassereither Fasnacht darzustellen, besonders den eindrucksvollen Beginn des Umzugs. Während die Schnöller auf dem Schneepodest ihre „Goaßeln“ knallen lassen, stürmen die Sackner energievoll in den Kreis um das Podest. Ihnen folgen die Spritzer und bald auch die Ruaßler. Mit jeder Maske, die in den Kreis läuft, wächst die Pracht der Farben. Die Masken der „Schönen Züge“ (Kehrer, Roller, Scheller) werden von den Majen und Spritzern umkreist und fast unbemerkt mischen sich die ernst einherschreitenden Paarlen in die Menge.
Zu sehen ist auch der Kampf zwischen dem Bärentreiber und dem Bären, der bis ins Detail genau choreografiert ist und seit vielen Jahren immer auf dieselbe Weise durchgeführt wird. Im Film wird die Perspektive der dritten Aufführung durch jene der ersten gelegentlich ergänzt. Die Aufnahme des ebenfalls ritualisierten "Hexenschwurs" erfolgte am Majenbrunnen, dem zweiten Aufführungsplatz des Nassereither Schellerlaufens. Ferner sieht man Szenen des sogenannten „Einführens“ (auch der Hexen), des Geschehens am „Huamatle“ der Karrner, die singende Labera mit ihren satirischen Liedern über mancherlei Missgeschick und anderes mehr.

Siehe auch Buch: Thomas Nußbaumer: Fasnacht in Nordtirol und Südtirol. Von Schellern, Mullern, Wudelen, Wampelern und ihren Artgenossen, Verlag Loewenzahn: Innsbruck 2010.

Eindrucksvolles Schauspiel in Nassereith:

Fotos vom Schellerlaufen und ein weiteres Stimmungs-Video (© Georg Larcher)

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