Telfs lehnt 5-Euro-Wohnbau ab

ROMANS CARTOON DER WOCHE: Kein 5 €-Wohnen in Telfs! Es sollen nicht zu viele sozial benachteiligte Menschen auf engem Raum zusammenleben.
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  • Foto: Cartoon Roman Ritscher
  • hochgeladen von Georg Larcher

TELFS. Im Oktober 2017 hat die PZT/SPÖ den Antrag zur Schaffung von 5-Euro-Wohnraum in Telfs eingebracht, der Bauausschuss hat sich mit der Thematik befasst und gibt dem Gemeinderat die Empfehlung, den Antrag abzulehnen. 16 Gemeinderäte lehnten den Antrag ab, für 5-Euro-Wohnen waren nur Norbert Tanzer (PZT/SPÖ), GR Sepp Köll (TN), GR Herbert Klieber und GR Angelika Mader (VP); 1 Stimmenthaltung: GR Güven Tekcan (VP).

Hitzige Debatte um billiges Wohnen in Telfs

Der Abstimmung ging eine heftige Debatte im Gemeinderat voraus, auch im Hinblick auf die 5-Euro-Wohnungen, die jetzt in Inzing entstehen (BB haben berichtet). Bgm. Christian Härting (WFT) meint zur Initiative in Inzing: "Ich bin froh, dass die Umlandgemeinden endlich aufwachen und auch im sozialen Wohnbau etwas weiter bringen. Die Leute aus den Dörfern, die es sich nicht leisten konnten, sind nach Telfs gezogen." Härting will keine 2-Klassengesellschaft im leistbaren Wohnen, wie er sagt. "Wir wollen keine neuen Ghettos", meint auch GV Alexander Schatz (WFT) dazu. Tanzer weist den Begriff von "Ghetto" zurück: "Die Mietpreise sind im Schnitt um 34% gestiegen, die Löhne nur 2%. Junge und Alleinerzieher tun sich schwer, sich sogar nur eine günstige Wohnung zu leisten! Es gehört zur Pflicht der Gemeinde im Sinne der Daseinsfürsorge, Leuten solche Möglichkeiten wie 5-Euro-Wohnen zu schaffen!" Telfs Neu-Mandatar Sepp Köll sieht das 5-€-Wohnen als "Start-Up" für junge Bürger.

Genug Angebot in Telfs

Die Marktgemeinde hat in den letzten Jahrzehnten genug Angebot durch gemeinnützige Wohnbauträger geschaffen, führt Härting weiter aus: "Wir haben in Telfs 1800 gemeinnützige Wohnungen. Telfs leistet auch bei den Sozialausgaben weit mehr als jede andere Gemeinde", erklärt Härting und macht klar, dass die angeführten 5 € pro m² und Monat nur ein Jahr halten, dann steigt die Miete auch hier. "In der Südtiroler Siedlung haben wir einen Quadratmeterpreis von 6,70 €, da sind wir von den 5 € nicht weit entfernt. Aber auch dieser Preis hält nicht und wird die Mieter künftig immer mehr belasten. Immer neues Billigangebot zu schaffen, ist keine Lösung."
"Da müssen endlich das Land und die gemeinnützigen Wohnbauträger tätig werden, die Kosten für die Mieten tief zu halten", meint auch der Grüne VBgm. Christoph Walch, das Land muss langfristig leistbares Wohnen ermöglichen. "Die Gemeinnützigen sollen mehr 2-Zimmer-Wohnungen schaffen als 3-/4-Zimmer-Wohnungen, die sich nur wenige leisten können", spricht Bgm. Härting Fehler in der Vergangenheit an, auch dass durch den massiven Billig-Wohnbau Siedlungen mit vielen sozialen Konflikten entstanden sind: "Wir wollen ein über das Gemeindegebiet verteiltes, erschwingliches Wohnangebot."

MEINUNG zum Thema:
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