Temposünder im Visier

TELFS (sz). Mit der neuen Verkehrskampagne "Gas geben kostet Leben", will das Verkehrsministerium für Inneres dem Unfallverursacher Nummer eins vorbeugen. Bei einer kürzlich stattgefundenen Geschwindigkeitskontrolle in den Ortsgebieten und im Freiland wurden an nur einem Tag rund 1.856 Geschwindigkeitsübertretungen festgestellt, informiert die Polizei. Verkehrsspezialist Martin Reich von der PI Telfs klärt auf: "Diese Zahl ist sehr hoch, sagt aber wenig über tatsächliche Temposünder aus. Hier sind alle Temposünder erfasst, egal ob sie (abzüglich der Toleranzgrenze) um ein km/h oder um 50 km/h zu schnell waren." Rein statistisch gesehen sei eine Tempoüberschreitung von zehn Prozent aller gemessenen Verkehrsteilnehmer völlig normal. In der Region Telfs und Umgebung sieht der Ordnungshüter keine gravierenden Probleme: "Extreme Überschreitungen, die einen Führerscheinentzug zur folge hätten, sind hier eher selten. Es spielen Faktoren eine Grenze, beispielsweise, ob die Geschwindigkeitsübertretung im Ort oder im Freiland, bei Tag oder Nacht stattfinden. Die größten Brennpunkte sind meist bei Ortseinfahrten. Dennoch wird eine erhöhte Geschwindigkeit und die daraus resultierenden Folgen gerne unterschätzt." Ein konkretes Beispiel dazu führt Günter Geir, Leiter des Verkehrsreferates Innsbruck Land, aus: "Der Anhalteweg bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h unter idealen Bedingungen (Reaktionszeit, Wetter- und Straßenverhältnissen) beträgt rund 26 Meter. Bei Tempo 60 steigert sich der Bremsweg auf 34 Meter. Die Auswirkung: Hätte man mit einer Geschwindigkeit von 50 km/h sein Fahrzeug nach 26 Meter zum Stillstand gebracht, würde an diesem Punkt bei einer gefahrenen Geschwindigkeit von 60 km/h die Restgeschwindigkeit noch 40 (!) km/h betragen."

Im Bereich Telfs werden im Schnitt 80 bis 100 Unfälle, die aufgrund zu hohen Tempos verursacht wurden, registriert. "Ist ein Hotspot, wo es regelmäßig zu Geschwindigkeitsüberschreitungen kommt, bekannt, werden Präventionsmaßnahmen in Form von Tempomessungen oder Kontrollen durchgeführt. Bestätigt sich der Verdacht, müssen im Extremfall behördliche Maßnahmen (z.B. die Errichtung von Verkehrszeichen) ergriffen werden", führt Geir weiter aus.

Für besonderes Aufsehen sorgte der vor wenigen Jahren tödliche Unfall bei der Ortsallee zu Telfs. "Die Strecke schien als Raserstrecke bekannt. Erhebungen und gezielte Kontrollen haben dieses Gerücht jedoch nicht bestätigt", bestätigt Reich.

Autor:

Stephan Zangerle aus Imst

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