Reisewarnung für Tirol
Ungewissheit für Pendler an der Grenze

Tirol wurde zum Corona-Risikogebiet erklärt. Für Berufspendler gibt es eine Ausnahme von der Quarantänepflicht.
  • Tirol wurde zum Corona-Risikogebiet erklärt. Für Berufspendler gibt es eine Ausnahme von der Quarantänepflicht.
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SCHARNITZ, MITTENWALD. Seit kurzem gilt auch für Tirol eine Reisewarnung nach Deutschland. Einreisende benötigen einen negativen COVID-19-Test, der nicht älter als 48 Stunden sein darf. Der Tourismus leidet, aber vor allem die zahlreichen Pendler, die täglich zwischen Seefeld, Scharnitz, Mittenwald, etc. verkehren, stehen vor einem großen Fragezeichen. Wir haben nachgefragt, um die Situation für die Pendler aufzuklären. 

Ein schwerer Schlag

Die aktuelle Situation an der Tirol/Bayrischen Grenze ist für den Tourismus ein "Schwerer Schlag", wie LH Günther Platter kürzlich in einem Interview verlautbarte. Die ausgesprochene Reisewarnung für Tirol trifft viele hart und sorgt für Verwirrung. Auf der Suche nach Auskünften stößt man oft auf gegenteilige Aussagen, man wird vom einen zum anderen Amt verwiesen. Aber nicht für den Tourismus ist die Lage schwierig, auch bei den Pendlern, die jeden Tag nach Mittenwald, Garmisch, etc. fahren, herrscht Ungewissheit. 

Der Durchblick fehlt

HERMANN BAIER, Amtsleiter Mittenwald:

"Die aktuelle Lage ist auch für uns schwer einzuschätzen. Wir haben eine Kollegin, die nach Leutasch pendelt, diese hat eine Genehmigung zum Pendeln bekommen. Auch andere Pendler sollten bei uns eine Bescheinigung ihres Arbeitgeber bekommen. Unsere Kollegin wurde bis dato nicht kontrolliert, wie das in Zukunft laufen wird, werden wir sehen. Es gibt verschiedene Aussagen, da ist es schwer durchzublicken. Das wichtigste wird aber garantiert sein, sich den Sicherheitsvorgaben entsprechend zu verhalten."

"Kooperation gestaltet sich schwierig"

ISABELLA BLAHA, Bgmin. Scharnitz

"Bei uns in er Gemeinde haben bereits viele Pendler nachgefragt, wie es nun denn für sie mit der Einreise nach Deutschland aussieht. Wir können aber eigentlich auch nur auf das Landratsamt in Garmisch verweisen. Wie bekommen als Gemeinde zwar immer die neuesten Infos, da es aber trotzdem oft Unterschieden in den Aussagen gibt, ist es die sicherste Variante, sich draußen zu informieren. Es ist schade, dass wir hier keine genauen Informationen bieten können, da die Zusammenarbeit mit unseren Nachbarn sonst eigentlich immer gut verläuft. Wir sind immer auf gute Kooperation aus, aber das gestaltet sich momentan etwas schwierig."

Fragwürdige Reisewarnung

ISABELLA BLAHA, Bgmin. Scharnitz: 

"Die Reisewarnung für uns ist meiner Meinung nach generell etwas fragwürdig. Seit Beginn der Corona-Zeit haben wir in Scharnitz nur einen Fall gehabt, auch in den anderen Plateau-Gemeinden sind die Infektionszahlen stets unter 10 geblieben. Warum dann keine Touristen zu uns kommen dürfen, erschließt sich mir nicht ganz. Diese Blockade schadet allen Beteiligten. Ich bin gespannt, wie lange diese Sperre aufrecht bleibt und wie lange uns die Corona-Folgen noch begleiten werden. Die Vorsichtsmaßnahmen sind zwar wichtig, aber ich glaube, wenn jeder die Sicherheitsmaßnahmen einhält, dann haben wir auch in diesem Winter kein großes Problem. Wir haben Experten, die die großen Menschenansammlungen, die im Winter zusammenkommen, gut koordinieren können. Ich denke also, dass der Wintertourismus bei uns, trotz allem relativ normal verlaufen wird."

    

Berufspendler von Quarantänepflicht ausgenommen

STEPHAN SCHARF, Landratsamt Garmisch: 

"Von der Quarantänepflicht ausgenommen sind zunächst grundsätzlich alle Personen, die über ein ärztliches Zeugnis verfügen, wonach keine Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Infektion mit dem Coronavirus vorhanden sind. Der Test darf maximal 48 Stunden vor der Einreise nach Deutschland vorgenommen worden sein."

Davon ausgenommen sind z.B. Pendler, wie Scharf weiters erklärt:

"Berufspendler oder auch Schülerinnen und Schüler, die in einem Risikogebiet leben und täglich zur Arbeit nach Bayern pendeln, sind in aller Regel von der Quarantänepflicht ausgenommen. Bei Beschäftigten im Gesundheitswesen soll aufgrund der besonderen Infektionsgefahr nur dann eine Ausnahme gemacht werden, wenn die medizinische oder pflegerische Versorgung gefährdet ist. Gleiches gilt für Berufspendler, die in Bayern wohnen und in einem Risikogebiet arbeiten. Ebenso ausgenommen ist der Besuch beim Lebenspartner in Bayern, da dieser nach der EQV einen triftigen Reisegrund darstellt. Auch Durchreisende die in den Freistaat Bayern einreisen sind von der Quarantäne ausgenommen."

Für Berufspendler zwischen Tirol und Bayern sollte es also keine Probleme geben. Wenn trotzdem Fragen oder Probleme aufkommen, kann man sich unter lra-gap.de informieren.

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