Gesetzesentwurf für eine Abgabe auf Freizeitwohnsitze wurde vorgelegt.
Neue Einnahme-Quelle für Gemeinden

Seefeld ist in der Region Spitzenreiter bei den Freizeitwohnsitzen: 631 sind hier gemeldet.
  • Seefeld ist in der Region Spitzenreiter bei den Freizeitwohnsitzen: 631 sind hier gemeldet.
  • hochgeladen von Georg Larcher

REGION. 2.229 gemeldete Freizeitwohnsitze gibt es im Bezirk Innsbruck-Land. Ab Jänner nächsten Jahres, ist für solche Wohnsitze eine Abgabe an die Gemeinden zu entrichten.

Gesetzesentwurf vorgelegt

Tirols Raumordnungs-LR Johannes Tratter hat kürzlich den Gesetzesentwurf für eine Abgabe auf Freizeitwohnsitze vorgelegt. Innerhalb eines gewissen Rahmens können die Gemeinden – abhängig von der Nutzfläche des Objekts – zukünftig per Verordnung einen jährlich zu zahlenden Beitrag festlegen. Die Einnahmen aus der Abgabe, die laut Gesetzesentwurf ab Jänner 2020 eingehoben werden kann, sollen zu 100% den jeweiligen Gemeinden zugute kommen.

"Frage der Fairness"

Für den VP-Bezirksabgeordneten Florian Riedl ist die Einführung einer Abgabe auf Freizeitwohnsitze auch eine Frage der Fairness. "Die Gemeinden müssen nicht nur für Hauptwohnsitze, sondern auch für Freizeitwohnsitze Infrastruktur wie Wasserversorgung, Kanal und Straßen zur Verfügung stellen und diese erhalten. Im Gegensatz zu Hauptwohnsitzen werden die Freizeitwohnsitze aber großteils nicht in die Berechnung der Abgabenertragsanteile miteinbezogen, sprich für Freizeitwohnsitze erhalten die Gemeinden nur einen wesentlich geringeren Anteil vom Steuerkuchen des Bundes. Mit der neuen Abgabe kann diese Finanzierungslücke nun zumindest zum Teil ausgeglichen werden", erklärt Riedl.

Erhebliche Zusatzeinnahmen

Auf Basis der Freizeitwohnsitzstatistik für den Bezirk Innsbruck-Land erwartet Riedl ab dem Jahr 2020 für manche Gemeinden erhebliche Zusatzeinnahmen. "Darunter sind nicht nur wirtschaftlich wohlgebettete, sondern auch solche, die bis jetzt kaum frei verfügbare Mittel zur Verfügung haben", macht der Abgeordnete deutlich. "Bei einer durchschnittlichen Höhe von 500 Euro pro Jahr bringt die Freizeitwohnsitzabgabe z.B. für eine Gemeinde mit 50 Freizeitwohnsitzen zukünftig 25.000 € zusätzlich im Budget. Geld, das unsere Gemeinden auf jeden Fall gut gebrauchen können, um steigende Pflichtausgaben und auch notwendige Infrastrukturprojekte zu finanzieren", unterstreicht LA Florian Riedl abschließend. Diskutiert wird noch die Formulierung des Gesetzesentwurfes.

Freizeitwohnsitze in den Gemeinden

Im Bezirk Innsbruck-Land sind insgesamt 2229 Freizeitwohnsitze gemeldet. Die meisten sind in Seefeld (631) und Telfs (129) sowie Zirl (91). Keine Freizeitwohnsitze sind in Inzing, Polling und Unterperfuss gemeldet.

Ranking der Gemeinden aus der Region nach Anzahl der Freizeitwohnsitze:

Seefeld: 631
Telfs: 129
Zirl: 91
Leutasch: 70
Oberperfuss: 54
Pfaffenhofen: 44
Wildermieming: 27
Scharnitz: 17
Reith b.S.: 15
Oberhofen: 14
Pettnau: 9
Flaurling: 5
Hatting: 2

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