FIS Nordische Ski-WM Seefeld 2019
Ein schwarzer Tag bei der WM

Seefeld war seit der erfolgreichen WM-Bewerbung vier Jahre lang im WM-Modus, in den letzten Tagen brach das "WM-Fieber" gänzlich aus. Einzelne Sportler wollten einfach nur was dagegen tun!
  • Seefeld war seit der erfolgreichen WM-Bewerbung vier Jahre lang im WM-Modus, in den letzten Tagen brach das "WM-Fieber" gänzlich aus. Einzelne Sportler wollten einfach nur was dagegen tun!
  • Foto: Cartoon Roman Ritscher
  • hochgeladen von Georg Larcher

SEEFELD. Es war ein turbulenter Tag: Obwohl die Sonne vom blauen Himmel strahlte, lag am Donnerstag, 28.2., über der Nordischen Ski-WM ein Schatten. Der neuerliche Doping-Skandal bei einigen Langläufern empört die ganze WM-Familie in Seefeld.
Noch während der Langlaufbewerb der Herren (15 km klassisch) im Gange war, machten die Meldungen bei den Zuschauern die Runde: "Es wurden Sportler des ÖSV verhaftet, wegen Doping!" Alle sind geschockt, können es kaum fassen. Noch während der Norweger Martin Johnsrud Sundby über Gold jubelte, wurde eine Pressekonferenz der Polizei/Staatsanwaltschaft in der Landespolizeidirektion in Innsbruck live übertragen.

Groß angelegte Razzia

In mehreren Hotels führte die Polizei eine Razzia durch, dabei wurden auch die beiden ÖSV-Langläufer Dominik Baldauf und Max Hauke unter Verdacht auf Eigenblutdoping festgenommen. Es war eine koordinierten Aktion der Polizei in Österreich und Deutschland mit dem Namen "Operation Aderlass": 16 Hausdurchsuchungen wurden durchgeführt und neun Personen festgenommen, so das Bundeskriminalamt. Einer der Sportler wurde in seiner Unterkunft in Seefeld "auf frischer Tat" ertappt, er hatte eine Bluttransfusion im Arm. Eine kriminelle Organisation steckt dahinter, an der Spitze ein 40-jähriger Sportmediziner aus Erfurt! Der Doping-Fall soll noch weite Kreise ziehen.

Unverständnis in Seefeld

Der Ärger in Seefeld ist groß: "Wir machen eine Veranstaltung für rund 700 Athleten/innen aus 62 Nationen, wir stehen für sauberen Sport und wir lassen uns von ein paar Idioten nicht alles kaputt machen", meint Bgm. Werner Frießer.
Selbst einmal in einer Doping-Razzia verwickelt war der Seefelder Martin Tauber als Teilnehmer bei Olympia 2006 in Turin. Heute ist er Unternehmer, im TVB für die Loipen zuständig und war maßgeblich bei der Gestaltung und Präparation der WM-Strecken 2019 beteiligt: "Die Doping-Sache damals in Turin ist Teil meines Lebens. Ich habe sechs Jahre prozessiert und den Prozess gewonnen, wurde frei gesprochen. Davon standen aber nur drei Zeilen in der Zeitung."

"Haben die vergessen zu trainieren ...?"

Zum Vorfall bei der WM in Seefeld reagierte Tauber ebenso geschockt: "Ich dachte nicht, dass man in der heutigen Zeit so dreist sein kann. Wenn ich mir die Resultate der betroffenen Sportler anschauen, denke ich mir, ob die vergessen haben zu trainieren und nur gedopt haben!" Zu seiner aktiven Zeit leisteten die ÖSV-Langläufer noch bessere Resultate: "Früher haben die Österreicher im Continentalcup Spitzenplätze erreicht und sind in den Weltcup gekommen, heute reichen hintere Plätze. Ich habe damals nicht gedopt, das zu beweisen haben wir viel Geld ausgegeben. Wenn Leute sagen, ohne Doping geht es nicht, dann habe ich damals auch was falsch gemacht."

Autor:

Georg Larcher aus Telfs

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