01.02.2012, 10:20 Uhr

AR Vorsitzender Frost: „Scharnitzer Tunnel ein Schildbürgerstreich!“

Bis zu 30 Tage pro Winter wird der Grenzbalken bei Scharnitz geschlossen. (Foto: zeitungsfoto.at)

Der Umfahrungstunnel in Scharnitz ohne Lawinenschutz ist Unsinn, meint AR-Vorsitzender Frost!

SCHARNITZ. Land und Gemeindeführung sind sich einig: Der Umfahrungstunnel in Scharnitz muss umgesetzt werden, eine Einigung mit den Anrainern ist anzustreben und der Tunnelverlauf leicht zu verändern. Aufsichtsratsvorsitzenden der Olympiaregion, Dipl. Vw. Wolfgang Frost sieht mehr Handlungsbedarf: „Wenn dieser Tunnel nicht gleichzeitig mit der Verbauung der Marchklammlawine über die Bühne geht, ist das ein Schildbürgerstreich!“ Grund für Frosts Einwand sind die ständigen Grenzsperren, mehrmals endete wegen Lawinengefahr die Mittenwaldbahn und die Straße im Grenzort Scharnitz. „Das führt zu Schwierigkeiten für an- und abreisende Gäste und zu Riesenverlusten bei unseren Liftgesellschaften“, so Frost. Er verweist auf mehrere Beispiele von Tälern und Orten in Tirol, die diesbezüglich bestens erschlossen und lawinengeschützt erreichbar sind. „Die nördliche Zufahrt nach Seefeld bleibt aber ungeschützt. Dabei ist sie der wichtigste Zubringer für eine halbe Million Wintergäste. Der nötige Druck unserer Politiker in Deutschland scheint offensichtlich zu fehlen.“ Die geplante Umfahrung von Scharnitz empfindet Frost jedenfalls ohne Lösung des Lawinenproblems als blanken Unsinn. Das Tunnelprojekt wird jedenfalls vorangetrieben, unabhängig von Deutschland, wie das Land Tirol mitteilt.


MEINUNG von Georg Larcher:

Licht am Ende des Bürokraten-Tunnel

"Es ist jedesmal ein Ärgernis, wenn der Grenzbalken bei Scharnitz auch in Zeiten eines geeinten Europa geschlossen ist: Wegen Lawinengefahr gibt es fast jährlich mehrtätige Sperren. Olympiaregion-AR-Vorsitzender Frost denkt prinzipiell schon richtig. Auf Anfrage der BEZIRKSBLÄTTER beim Projekt-Zuständigen im Amt der Landesregierung, DI Siegmund Fraccaro, berichtet dieser über die Bemühungen, alle vier Beteiligten (Bahn und Straße jeweils auf Deutscher und Österr. Seite) an einen Tisch zu bringen, ein gemeinsames Projekt, gemeinsame Finanzierung und den nötigen Staatsvertrag (Berlin-Wien) auf die Beine zu stellen. Wer die bürokratischen Mühlen kennt, wird erahnen, wie mühsam das wird, wenn überhaupt. Unabhängig davon sieht man einem baldigen Baubeginn des Umfahrungstunnels entgegen. Ab dem Nordportal kann dann immer noch eine Galerie „angehängt“ werden, die über die Grenze reicht und Bahn/Straße schützt – vorausgesetzt alle ziehen an einem Strang!"
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Markus Fasching aus Telfs | 01.02.2012 | 14:33   Melden
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