22.11.2017, 00:00 Uhr

Silvia Schaller - Der grüne Daumen von Telfs

TELFS (bine). Silvia Schaller, Gemeindevorständin aus Leidenschaft, Obfrau-Stellvertreterin des Wirtschaftsbundes Telfs, Obfrau der Zeitbank Telfs und Umgebung, Obfrau des Obst- und Gartenbauvereins Telfs sowie Tausendsassa in Bezug auf alles, was mit der Ortsbildverschönerung zu tun hat, nahm vor Kurzem vom Team des "Forums Blühendes Tirol" im Tiroler Bildungsforum (TBF) für den Widumanger die "Natur im Garten-Plakette" entgegen.
Der Blickpunkt traf die rührige und engagierte Telferin zum Gespräch:

Vom Land nahmen Sie stellvertretend die "Natur im Garten-Plakette" entgegen, wofür wurde diese verliehen?
SIVLIA SCHALLER: Es ist eine Auszeichnung für das naturnahe Gärtnern. Für Telfs soll es ein Zeichen sein, dass wir auf alles Gift verzichten, dass wir dem Boden das zurückgeben, was wir ihm entziehen. Kompost ist zum Beispiel ein wichtiger Teil davon. Brennesseljauche etc. sind genauso Puzzleteile wie der Komposthaufen. Pflanzen zu Pflanzen die andere Pflanzen schützen.

Erzählen Sie uns doch bitte etwas von den Anfängen? Wie und vor allem warum entstand die Idee für Ihr Schaffen?
Der Widumanger ist daraus entstanden, dass es mir wichtig war, die grüne Lunge mitten in Telfs zu erhalten. Dass Telfer die keinen Garten haben, und das sind immer mehr, einen Platz haben, sich zu erholen. Die Natur in der Gemeinde soll fussläufig zu erreichen sein. Weil das leidige Geld immer ein Thema war und heute noch mehr ist, habe ich mit Hilfe der Telfer Bevölkerung diesen Garten, wohlgemerkt keinen Park, zusammengebracht. Wenn jemand in seinem sich von Pflanzen verabschiedet, freue ich mich im Widumanger darüber. Wenn ich zum Müll fahre, komme ich regelmässig mit Pflanzen wieder zurück. Ich bekomme von Telfern Blumenzwiebel für das Frühjahr, genauso wie einen Rosenstock an Stelle eines Straußes den Oma zu ihrem 70er bekommen würde. Sogar bei Beerdigungen passiert es, dass ein Rosenstock für den Widum Anger spendiert wird.
Es gibt jedoch Telfer die gezielt in den Anger kommen und schauen was fehlt und dafür Geld locker machen. Der Widumanger ist auch deshalb so bunt und so vielfältig. Natürlich gehen auch da und dort wieder Pflanzen ein und Nachschub ist immer erwünscht.

Wie ging es dann weiter?
Der Blumenstreifen in der Saglstrasse hat zwar etwas länger gedauert, wurde aber dann heuer realisiert. Er hat mit seinem Feuerwerk an Blüten überzeugen können. Ich werde in meinem Leben nie mehr etwas machen können, mit dem ich so vielen Leuten eine Freude machen konnte und ein Lächeln aufs Gesicht zaubern konnte.
Ich habe Lob eingeheimst, das mich für Jahre entschädigt, und mir wieder Mut macht und Stärke gibt, weiter zu machen, und nicht nur davon zu träumen, dass Telfs ein Blumendorf wird. Wenn die Hälfte derer, die gesagt haben, sie wollen in ihrem Garten auch eine solche Wiese machen ist das Blumendorf Telfs einen Schritt näher gerückt.
Ich würde mir von Herzen wünschen, dass jeder der in seinem Garten Platz hat, eine Blumenwiese für Bienen und Schmetterlingen sät.
Auch für kleine öffentliche Plätze würde ich mir Hilfe wünschen. Es ist nicht sehr viel Arbeit, aber doch da und dort muss geschaut werden, dass es wird. Also bitte melden.
Der Obst und Gartenbauverein hat sich bereits für eine öffentliche Fläche als Pate angeboten. Nacheiferer sind von Herzen willkommen. Schulklassen, Private , Vereine alle sollen zusammenhelfen dass Telfs zum Blumendorf wird und die Herzen und Augen strahlen können.

Welche Aktion würden Sie unbedingt in naher Zeit verwirklichen wollen?
Viele kleine Dinge, die das Herz erfreuen, sind mir oft wichtiger als große Projekte, die viel Geld kosten.
Überraschender Weise werde ich immer öfter auf das Familienfrühstück angesprochen. Ich freu mich wenn es gelingt, das in Begleitung einer Blumenwiese im Ortskern zu machen.
Im Widum Anger haben wir einen Bauerngarten angelegt, um den Schul und Kindergartekindern das Säen, Wachsen und Ernten näher zu bringen. (Jeden Tag kommen im Schnitt 4 Schul- und Kindergartengruppen in den Widumanger, im Sommer noch mehr. Durchschnittlich hat der Widumanger bei schlechten Wetter 150 und bei gutem Wetter bis zu 300 Besucher.)
Ein grosser Kräutergarten, der im Frühjahr renoviert wird, soll zeigen, was wir in unserer Heimat alles pflanzen können.
Der Obst und Gartenbauverein macht in Zusammenarbeit mit dem Sozialsprengel und der Gemeinde einen Schnullerbaum. Kinder können bei der Schnullerfee den Schnuller in einen Briefkasten werfen, und die Schnullerfee hängt ihn dann in den großen Apfelbaum beim Spielplatz und schreibt dem Kind einen netten Dankesbrief.
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