24.10.2016, 12:56 Uhr

Suchhundestaffel in Telfs

Leiter Florian Schneider mit seiner Hündin "Nanda" (deutscher Schäfer-Bernersennen Mischling).

Vor kurzem wurde eine Suchhundestaffel beim Roten Kreuz in Telfs ins Leben gerufen.

TELFS. Einige HundeführerInnen befinden sich derzeit mit ihren Hunden in der Vorbereitung zur Ausbildung. Es werden aber noch HundeführerInnen gesucht (siehe Infobox unten). Wir sprachen dazu mit dem Rettungshundetrainer und dem Leiter/Ausbilder der Hundestaffel in Telfs Florian Schneider.

Welche Hunderassen eignen sich besonders für die Arbeit?

FLORIAN SCHNEIDER: Es gibt mit Sicherheit einige Rasse, die besser mit dem Menschen zusammenarbeiten können als andere, sei es ihre ursprüngliche Aufgabe, ihre körperlichen Eigenschaften etc. Viel wichtiger jedoch ist es, dass der Hund gesund und beweglich ist, sowie Spaß an der Arbeit hat. Meist sieht man Rassen wie Malinois, deutsche Schäferhunde, Border Collies, Riesenschnauzer und Labrador oder Golden Retriever, aber genauso viele Mischlinge. Von Gewicht ist, was man aus dem Hund und Menschen Gespann macht, weniger welcher Rasse der Hund angehört.

Welche körperlichen/psychischen Voraussetzungen sollte der Mensch mitbringen?

Die Arbeit mit den Hunden an sich macht auch uns Zweibeinern viel Spaß. Man ist regelmäßig mit den Kollegen im Gelände und verfolgt gemeinsame Ziele. Trotzdem macht man all das für den Ernstfall. Bei einem Einsatz geht es nicht darum eine gewisse Punktezahl zu erreichen, sondern um einem Menschen und seinem Umfeld zu helfen! Auf den Hundeführern lastet viel Druck, mit dem sie umzugehen lernen müssen. Auch die physische Fitness muss gegeben sein. Wir müssen zwar nicht solche Athleten wie unsere Hunde sein, jedoch sollten wir uns in jeglichem Gelände frei bewegen können ohne uns zu verletzen.

Welche Aufgaben hat der Hundehalter in der Staffel?

Hundehalter werden in der Staffel zu Hundeführern ausgebildet, wobei sich der Hundeführer in der Arbeit genauso von seinem Hund führen lassen muss. Grundsätzlich muss jeder Hundeführer sich um seinen privaten Hund kümmern. Tierarzt-, Transport-, Nahrungskosten etc. sind aus der eigenen Tasche zu bezahlen. Wer zu uns ins Team will, muss an den wöchentlichen Trainings teilnehmen sowie sich an die Regeln halten und sich den Weisungen der Ausbildner fügen. Abgesehen von den gemeinsamen Trainings lege ich hohen Wert auf die Eigeninitiative der Hundeführerinnen, sich fortzubilden.

Warum wurde die Staffel in Telfs gegründet?

Das Rote Kreuz Telfs bietet eine große Bandbreite an Dienstleistungen und Programmen um zu helfen. Vom Rettungsdienst über Ambulanzdienste bei Veranstaltungen zum Repair Café, dem Kleiderladen und der Kummernummer ... um ein paar der Bereiche aufzuzählen. Eine Suchhundestaffel gab es bisher aber noch nicht. Mit der Suchhundestaffel als weitere Ressource für die Suche und Rettung von Vermissten (SAR - search and rescue), können wir einen weiteren Punkt in der Vorsorgung im Rettungsbezirk Telfs abhaken.

Wie läuft die Ausbildung ab?
Wenn ich die Teams nach zwei Jahren Ausbildung zu den ersten Prüfungen schicken kann, bin ich glücklich. Den Zeitaufwand kann man nur schwer definieren, da man nicht nur gemeinsam für die Suche oder den Gehorsam trainiert, sondern auch viel Zeit in die eigene Weiterbildung stecken muss. Wir treffen uns, wenn möglich wöchentlich ein bis zwei Mal zwischen zwei bis >sechs Stunden. Dazu kommen Intensivtrainings die auch ein ganzes Wochenende dauern können.

Wie läuft die Alarmierung ab?
Derzeit stehen wir auf keiner Alarmierungsliste. Auf diese werden wir erst gesetzt, wenn ich einige geprüfte Einsatzteams vorweisen kann. Da wir die Staffel heuer gegründet haben und die ersten Trainings Ende Juli statt fanden, wird es bis zur Einsatztauglichkeit wohl noch etwas dauern.

Wer Interesse hat, mit seinem Hund die Ausbildung beim Roten Kreuz-Bezirksstelle Telfs zu durchlaufen, meldet sich bei: florian.schneider@roteskreuz-telfs.at
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