24.01.2018, 00:00 Uhr

Teakwondo-Gründervater tritt nach 40 Jahren in den Ruhestand

Walter Wanner baute einen erfolgreichen Verein auf. (Foto: Holzknecht)

Viele Erfolgs-Highlights und auch schmerzliche Schicksalsschläge erlebte der rührige Taekwondoverein auf dem Seefelder Plateau in den 40 Jahren seines Bestehens. Mit Wehmut und auch mit Stolz setzte Gründer-Obmann Walter Wanner bereits einen Schlussstrich und übergibt sein Amt an ein junges und voll motiviertes Team, wie dieser sagt. Bei der Generalversammlung am Samstag, 27. Jänner 2018, wird ein neuer Obmann gewählt.

SEEFELD. Einen Eindruck über die Erfolgsgeschichte der Taekwondo-Plateaugemeinschaft Seefeld-Leutasch-Scharnitz-Reith bekamen die vielen Interessierten beim Jubiläumsfest am 14.10.2017 im Kongresszentrum. Dabei waren es auch zwei schwere Schicksalsschläge, die den Vereinsgründer und den Verein geprägt haben.

Dank Taekwondo zum Leben zurückgefunden

Als 18-Jähriger stürzte Walter Wanner, damals Inhaber des blauen Gürtels, mit dem Motorrad und verletzte sich schwer, die Ärzte meinten, er wird sich nie mehr wieder „normal“ bewegen können. Walter nahm das nicht einfach hin: Der Taekwondo-Sport verlieh dem jungen Mann neue Kräfte.
Der 1977 gegründete Verein war auch eine große Stütze für den Jugendtrainer Rainer Seyrling, der seit einem schweren Motorradunfall 1993 im Rollstuhl sitzt. Was der Verein unter Obmann Wanner und Obmann-Stv. Peter Woldrich ihm gegeben hat, will er wieder zurückgeben, betont er immer wieder.
Auch Walter Wanners Sohn Philipp, der seit einem schweren Trainingsunfall als 12-jähriger im Jänner 2011 im Skigebiet der Rosshütte ein Pflegefall ist, trainiert im Verein und wird von seiner Familie und von Spezialisten therapiert und machte entgegen den Prognosen der Ärzte große Fortschritte.

Bei der Generalversammlung am 27. Jänner 2018 (nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe) wurde ein neuer Obmann gewählt.
Seinen Rücktritt hat der Vereinsmitbegründer Walter Wanner bereits im Herbst angekündigt: „Ich habe ein so gutes und tatkräftiges junges Team, das den Verein weiter bringt, und daher war es für mich an der Zeit, mein Zepter abzugeben“, sagte Wanner, der sein Trainer-Zepter bereits am 14. Oktober 2017 im Rahmen des Jubiläumsfestes „40 Jahre Teakwondoverein“ symbolisch an Michel Seyrling überreicht hat.

Jubelverein: Reich an Erfolgen

1976 war es, als Walter Wanner – bereits damals Inhaber des schwarzen Gürtels – den Kampfsport durch eine Vereinsgründung weiter aufleben ließ und bereits zum Start 130 Mitglieder zählte, heute sind es 154. Mittlerweile hat Gründungsobmann Wanner den Meistergrad (7. Dan) im Taekwondo, ist staatl. geprüfter Trainer und Sporttherapeut, war von 1983 bis 1986 Bundestrainer und hat in dieser Zeit die Europameisterschaft 1986 in dieser Sportart nach Seefeld geholt. Mit der Ausbeute von 1x Gold, 2x Silber, 6x Bronze blieb es für Österreich bis heute die erfolgreichste Großveranstaltung im Taekwondo, wie der damalige Bundestrainer Wanner (zusammen mit Soo-Nam Park ein Trainerduo) heute stolz erzählt.

Aber was veranlasste Wanner damals, sich so für diesen Sport einzusetzen? „Mein Bruder Rudi Wanner war damals noch im Springer-Nationalteam, die haben auch in Seefeld viel trainiert. Über diesen Kontakt kam ich dann dazu, die ÖSV-Skispringer wie Toni Innauer oder Andreas Felder mitzubetreuen“, erzählt Wanner, der daraufhin die asiatisch Mental-Motorische-Bewegungskoordination begründet hat, die dann neben den Springern auch bei den Alpinskifahrern im ÖSV zum Einsatz kam, gemäß dem Motto: „Training beginnt im Kopf“. Walter Wanner war damit auch in den Teams aus Schweden, Liechtenstein etc. tätig und betreute viele Sport-Stars. Wanner war auch 13 Jahre lang Trainer des Polizei-WM-Teams und führte diese Sportler in dieser Zeit zu 2 WM-Titel! Mit diesem Hintergrund entwickelte sich auch der Taekwondoverein zu einem Hort für viele Spitzensportler und als Nachwuchsschule für zahlreiche Kinder. Die Medaillenausbeute in der Zeit von 1986 bis 1990 durch 72 Wettkämpfer/innen machte den Seefelder Verein zur Nummer 1 in Österreich.
„Neben dem Sport war auch das Gesellschaftliche immer wichtig, wie das Kinderzeltlager in Leutasch, das Trainingscamp am Gardasee und natürlich eine lange Zeit die legendären Sportsgaudi-Seifenkistenrennen“, freut sich Wanner bei seinem Rückblick auf 40 erfüllende Jahre, die immer wieder mit Auszeichnungen und mit vielen Medaillen belohnt wurden.

Ausdauer, Zusammenhalt und Unentgeltlichkeit!

Seinen Abgang hat der Vereinsmitbegründer bereits im Herbst vollzogen: „Ich habe ein so gutes und tatkräftiges junges Team, das den Verein weiter bringt, und daher war es für mich an der Zeit, mein Zepter abzugeben“, sagt Wanner, der seine Trainer-Tätigkeiten bereits im Rahmen des Jubiläumsfestes „40 Jahre Teakwondoverein“ symbolisch an Michel Seyrling überreicht hat.
Viele Auszeichnungen und viele Medaillen haben Wanners Weg gepflastert. Stolz und dankbar ist Walter Wanner, Inhaber des 7. Dan, vor allem auf den menschlich-freundschaftlichen Vorstand, auf viele Werte, die der Verein und der Sport den Menschen vermittelt und auf die drei Grundsätze, die den Verein auszeichnen: Ausdauer, Zusammenhalt und Unentgeltlichkeit! Alle Trainer/innen sind ehrenamtlich tätig und voll motiviert, betont Wanner: „In den letzten Jahren haben wir ein junges dynamisches Trainerteam aufgebaut, welches mit der neuen Führung den Verein weiter leiten wird.“
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