Eine Sperrstunde? „Nicht bei mir!“

Spielbergalm

Der Winter neigt sich seinem Ende zu, die Debatten um frühere Sperrstunden auf den Skihütten nicht. Immer lauter werden die Forderungen von Skiliftbetreibern, dass Wirte eine Stunde nach Pistenschluss zusperren sollen - für Josef Ziller, Pächter der Spielbergalm im Skigebiet Gaißau-Hintersee, wäre das eine Katastrophe.

KRISPL-GAISSAU (tres). „Das wäre wirklich ganz schlimm“, sagt Ziller: „Wir leben ja von den Skifahrern, die nach Pistenschluss bei uns noch essen und gemütlich zusammensitzen wollen.“ Eine Sperrstunde im eigentlichen Sinn, die gibt es auf der Spielbergalm bislang nicht: „Wir sperren halt zu, wenn der letzte Skifahrer nach Hause fährt.“ Und das kann schon mal dauern: Stress gibt es beim Après Ski auf der Spielberg-alm nämlich keinen. Ziller betont aber, die Skifahrer kämen nach Pistenschluss hauptsächlich zum Essen zu ihm und nicht, um sich mit Alkohol abzufüllen. Gerade auch auf die Tourengeher sei er angewiesen: „Da gibt es abends, nach Pistenschluss, viele, die bei uns einkehren.“

Wirt bringt rauschige Skifahrer per Ski-doo ins Tal
Natürlich gibt es auch hin und wieder einmal jemanden, der über die Stränge schlägt und zuviel Alkohol trinkt, „aber ich schau schon auf meine Gäste und wenn ich merke, dass da einer ist, der wahrscheinlich nicht mehr sicher Ski fahren kann, dann bringe ich ihn mit meinem Ski-doo (ein Schneemobil oder Motorschlitten; Anm. d. Red.) persönlich ins Tal“, erklärt Ziller. Er wisse auch von keinem Unglück, das sich in der Vergangenheit nach Pistenschluss in Gaißau-Hintersee zugetragen habe.

Der Spielbergalm-Wirt vertraut auf die Selbstverantwortung der Wintersportler, er als Wirt müsse aber schauen, dass er ein rentables Geschäft mache: „Fakt ist: Für mich wäre es finanziell eine Katastrophe, wenn ich künftig schon um 17.00 Uhr zusperren müsste.“

Die Pisten sind ohnehin ab 17.00 Uhr gesperrt
Die Pisten im Skigebiet Gaißau-Hintersee sind ja eigentlich ohnehin schon seit längerem ab 17.00 Uhr gesperrt - nur kontrolliert wurde die Sperre bisher noch nicht und so konnte man dem ausgiebiegen Aprés Ski-Vergnügen auf der Spielbergalm in der Vergangenheit auch munter fröhnen. Laut Betriebsleiter Martin Wallmann soll sich dies aber in der Wintersaison 2010/11 ändern: Dann drohen saftige Geldstrafen, wenn jamand nach 17.00 Uhr auf der Piste erwischt wird. Lediglich mittwochs sind einige Routen, speziell für Tourengeher, auch nachts frei gegeben. Die strenge Regelung sei allerdings keine Bosheit seinerseits, sondern diene zur Sicherheit der Wintersportler, erklärt Wallmann: „Sie setzen sich sonst ernsthafter Gefahr durch unsere Pistengeräte aus.“ Und immerhin sei es heuer schon zu etlichen Todesfällen beim Zusammenstoß von Skifahrern und Pistenraupen gekommen.

Hang ist schwer zu präparieren
Aber auch ein weiterer Grund ist ausschlaggebend für die Regelung: „Speziell der letzte Hang nach Gaißau ist immer schwer zu präparieren, weil es bei uns ja nur Naturschnee gibt. Wenn da nach der Präparierung gleich wieder wer runter fährt, ist dieser Hang schnell wieder aper.“ Gaißau-Hintersee besitzt ja immer noch keine Schneekanonen, der Grund ist die Finanzierungsunlust der Besitzer, der Saalbacher Bergbahnen, die schon seit Jahren einen neuen Eigentümer für das Tennengauer Skigebiet suchen. Bis dato gibt es aber immer noch keinen konkreten Interessenten.

Autor:

Bezirksblatt Tennengau aus Tennengau

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