Geschichte
Die kostbare Kanzel von Kuchl

Im Bild der Kanzelkorb auf der rautenförmig gemusterten Säule mit dem Band mit der Jahreszahl „1520“. Links oben der Evangelist Johannes mit Buch und Adler, rechts Maria mit dem nackten Jesuskind.
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  • Im Bild der Kanzelkorb auf der rautenförmig gemusterten Säule mit dem Band mit der Jahreszahl „1520“. Links oben der Evangelist Johannes mit Buch und Adler, rechts Maria mit dem nackten Jesuskind.
  • Foto: Michael Neureiter
  • hochgeladen von Thomas Fuchs

Die Kanzel der Pfarrkirche Kuchl ist 500 Jahre alt geworden, ein "Unikum" wie Michael Neureiter findet. 

KUCHL. "Vor 500 Jahren wurde in der Pfarrkirche Kuchl die spätgotische Kanzel aufgestellt, die Jahreszahl „1520“ belegt ihr Alter: Martin Luther hatte 1517 seine Thesen veröffentlicht, 1519 wurde Matthäus Lang Salzburger Erzbischof und Landesherr, 1525/26 kam es zum Salzburger Bauernaufstand gegen ihn", erklärt der bekannte Historiker, Theologe und Turmuhrenmacher Michael Neureiter.

Aus feinstem Marmor

Neureiter weiter: "Die Kuchler Kanzel ist am dritten südlichen Mittelschiffpfeiler angebaut und wird von einer rautenförmig gemusterten Säule getragen. Die Säule und die Basis des Kanzelkorbs sowie das Gesims bestehen aus Adneter Marmor 'Scheck', die Felder des Kanzelkorbs aus Adneter Marmor 'Rot'. In den drei sichtbaren Feldern des Kanzelkorbs gibt es Darstellungen des Evangelisten Johannes mit Buch und Adler als Attributen, der Maria mit dem nackten Jesusknaben und des Evangelisten Matthäus mit dem Engel. Diözesankonservator Roland Kerschbaum meint dazu: „Die Kuchler Kanzel ist sicher eine der schönsten spätgotischen Kanzeln im Land, genauso natürlich wie die etwas spätere Vigauner Kanzel.“ Diese stammt aus 1567.

Das Kind im Rachen des Löwen

Die Kuchler Kanzel hat laut Neureiter noch eine seltene Rarität: Am Beginn des Aufgangs sitzt an der Brüstung oben ein Löwe mit einem nackten Kind im Rachen, gearbeitet aus Adneter Marmor „Scheck“. Experten sprechen von „romanischem Nachklang“: Solche Darstellungen gibt es auch in Schleswig an der Domschule und in Überlingen am Bodensee. Neben dem Buch der Psalmen im Alten Testament (Psalm 22, 22: „Rette mich vor dem Rachen des Löwen!“, Anm.) wird nach Ansicht von Michael Neureiter auch der erste Petrusbrief im Neuen Testament eine Wurzel sein: „Euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge. Leistet ihm Widerstand in der Kraft des Glaubens!“ (1 Petr 5, 8 f.) Die Kanzel, Ort der Verkündigung, soll diesen Widerstand stärken: Gottes Wort bezwingt den Löwen/Teufel.

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Im Bild der Kanzelkorb auf der rautenförmig gemusterten Säule mit dem Band mit der Jahreszahl „1520“. Links oben der Evangelist Johannes mit Buch und Adler, rechts Maria mit dem nackten Jesuskind.
Der Löwe mit dem nackten Kind im Rachen am Beginn des Kanzelaufgangs, eine ganz seltene Darstellung.

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