Corona
Diese Maßnahmen gelten ab jetzt im Tennengau

Corona-Maßnahmen für den Bezirk Hallein werden verschärft. Gespräch von Landeshauptmann Wilfried Haslauer mit Tennengauer Bürgermeistern im Chiemseehof.
  • Corona-Maßnahmen für den Bezirk Hallein werden verschärft. Gespräch von Landeshauptmann Wilfried Haslauer mit Tennengauer Bürgermeistern im Chiemseehof.
  • Foto: Land Salzburg/Melanie Hutter
  • hochgeladen von Thomas Fuchs

Rasant steigende Infektionszahlen machen weitere Maßnahmen im Tennengau notwendig. Das betonte Landeshauptmann Wilfried Haslauer am 11. Oktober 2020 bei einem eigens anberaumten Krisentreffen im Chiemseehof. 

SALZBURG/TENNENGAU.  „Wir haben die Spitzenwerte vom März wieder erreicht. Ein zweiter Lockdown wäre aber eine Katastrophe. Leider müssen wir die soziale Nähe reduzieren, denn der private Bereich ist massiv betroffen, hier passieren viele Infektionen und das Contact-Tracing, um die Infektionsketten zu unterbrechen, stößt trotz aller Verstärkungen und Bemühungen an die Grenzen des Bewältigbaren“, so Landeshauptmann Wilfried Haslauer nach einem Gespräch mit den Tennengauer Bürgermeistern am Sonntagnachmitttag.

Maßnahmen im Überblick

  • Komplettes Veranstaltungsverbot (Sport/Musik/Feuerwehrübungen und so weiter)
  • Privatpartys außerhalb des Wohnraums sind untersagt, was von der Exekutive umfangreich und rigoros kontrolliert wird.
  • An Begräbnissen können maximal 100 Personen teilnehmen
  • Kindergartenfremde Personen (inklusive Eltern) dürfen den Kindergarten nicht betreten, sondern sich von den Kindern vor der Türe verabschieden
  • Turnhallen werden für den außerschulischen Bereich geschlossen

Sondermaßnahmen für Kuchl

Für die Gemeinde Kuchl gelten noch strengere Regeln: Die Gastronomie wird ab 17 Uhr geschlossen. 
Weiters ein Besuchsverbot für Pflege- und Senioreneinrichtungen (ausgenommen Palliativversorgung). 

Vorläufig gelten die Maßnahmen für den Tennengau und für Kuchl von Dienstag, 13.Oktober, 00.00 Uhr bis Montag, 26. Oktober, 24.00 Uhr.

"Alarmierender Anstieg" im Tennengau

Das Infektionsgeschehen der letzten Tage und Wochen machte diese Maßnahmen nötig. Gab es Mitte letzter Woche im Bezirk Hallein noch rund 85 aktiv auf Covid-19 getestete Personen, so ist diese Zahl mit Stand heute, 11. Oktober, 8.30 Uhr, auf 145 gestiegen. Auf 100.000 Einwohner gerechnet entspricht dies im Tennengau 238 Personen, der Landesschnitt beträgt zurzeit 90. Beim „Sorgenkind“ Kuchl mit 61 aktiven Fällen beträgt dieser Wert sogar 827. „Der Tennengau ist mit einer 7-Tages-Inzidenz von fast 200 schwer betroffen, es gibt aber auch eine dynamische Entwicklung in anderen Bezirken“, fasst Landesstatistiker Gernot Filipp zusammen.

Haslauer: „Gesundheitssystem nicht überfordern.“

Landesweit wurden seit gestern 101 Neuinfektionen registriert, 504 Personen sind derzeit aktiv infiziert, die 7-Tages-Inzidenz beträgt 66,8, die Reproduktionszahl 1,18 und die mittlere Wachstumsrate der aktiven Fälle mehr als sieben Prozent. „Auch wenn der Anteil von Menschen mit Corona in Krankenhäusern mit derzeit vier Prozent gering scheint, müssen wir darauf achten, das Gesundheitssystem nicht zu überfordern, denn das könnte innerhalb weniger Wochen - wenn nichts unternommen wird - der Fall sein“, so Landeshauptmann Wilfried Haslauer.

Juhasz: „Sinkende Eigenverantwortung erschwert Behördenarbeit.“

Laut Landessanitätsdirektorin Petra Juhasz gibt es aktuell im Tennengau zahlreiche Cluster, unter anderem ist das Seniorenheim in Kuchl betroffen. „Es ist mittlerweile schwierig, beim Contact-Tracing korrekte und genaue Antworten zu bekommen. Die Eigenverantwortung ist sehr gering geworden. Das erschwert unsere Arbeit enorm. So kann es häufig passieren, dass Kontaktpersonen der Kategorie 1 unterwegs sind und weitere Menschen anstecken. Mir ist bewusst, dass die Bevölkerung müde ist nach sieben Monaten, aber unkorrekte Angaben gefährden hier wirklich Menschen“, so Juhasz.

Fürst: „Falschangaben kosten wertvolle Zeit.“

Dem pflichtet Bezirkshauptmann Helmut Fürst bei: „Das Contact-Tracing ist schwierig. Viele machen das gewissenhaft, aber es nimmt zu, dass man falsche Angaben bekommt. Teilweise brauchen wir die Polizei und verlieren so wertvolle Zeit beim Contact-Tracing und beim Unterbrechen der Infektionsketten“, sagt Fürst. 

>>>Mehr News aus dem Tennengau lesen Sie hier.<<<

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