Covid-19
FH Salzburg liefert wichtigen Beitrag in der Coronakrise

Geja Oostingh von der FH Salzburg im Interview.
  • Geja Oostingh von der FH Salzburg im Interview.
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Biomedizinische Analytiker (Biomedical Scientists) führen die lebenswichtigen Labortests durch, ausgebildet werden viele von ihnen an der Fachhochschule Salzburg.

PUCH BEI URSTEIN. Tag für Tag sind die Analytikerinnen im Einsatz und testen Betroffene auf Covid 19. "Es gibt zwei Möglichkeiten zu testen. Der erste Vorgang ist der 'molekularbiologische': Die Tester nehmen einen Abstrich aus dem Nasen- und Rachenraum, der dann im Labor auf das Virus analysiert wird. Der zweite Vorgang ist der 'immunologische': Die Tester sehen sich die im Blut vorhandenen Antikörper im Labor an und erkennen ob die Betroffenen bereits immun sind", erklärt Studiengangsleiterin Geja Oostingh. Zu den Aufgaben der an der FH ausgebildeten Analytiker zählen neben den Proben auch Beratungstätigkeiten, sowie die Koordination der Probentransporte. Der Studiengang 'Biomedizinische Analytik' dauert im Bachelor sechs Semester lang, es gibt 15 Studienplätze pro Jahr.

„Verlässlich testen"

Beide Testvarianten anzuwenden wäre am besten, aber es geht auch um den Faktor Zeit: "Die immunologische Variante ist die informativere. Wir wissen dann, ob jemand das Virus schon hatte und jetzt immun ist. Es dauert ja eine Woche lang, bis die Antikörper gebildet sind, deswegen muss die erste Variante gewählt werden, wenn man wissen möchte ob von jemand eine Ansteckungsgefahr ausgeht. Das ist jedoch nur eine Zeitaufnahme, schließlich können sich Betroffenen wenig später auch anstecken. Die zweite Variante ist aber umständlicher und dauert länger", erklärt Oostingh.

Probleme beim Impfstoff

Für alle Nichtinfizierten wäre ein Impfstoff die Lösung, aber dieser liegt noch in weiter Ferne. "Bis dieser gefunden wird, man rechnet mit einer Dauer von etwa einem Jahr, müssen Risikopersonen eigentlich isoliert bleiben." Die entscheidende Frage dabei ist auch: "Wie schnell mutiert das Virus? Vom Grippevirus wissen wir, dass sich dieser schnell ändert, und damit auch die Notwendigkeit einen anderen Impfstoff zu verwenden. Es kann daher sein, dass ein Corona-Impfstoff schnell 'veraltet', aber wir wissen einfach noch zu wenig darüber," so Oostingh weiter. Auch sei unklar, wer nun wirklich 'an' oder nur 'mit' dem Coronavirus gestorben sei.

Statistik mit Vorsicht behandeln

Oftmals sei das Virus nur eine der tödlichen Krankheiten. Daher ist die Herausforderung auch gar nicht, dass das Virus so tödlich wäre: "Für gesunde Menschen ist das Virus im Vergleich zu anderen Viren nicht so gefährlich. Problematisch wird es erst bei älteren und schwer vorerkrankten Menschen." Das wirkliche Problem sei daher, dass es zu einem Ansturm und damit zu einer Überbelastung der Krankenhäuser kommen kann. "Es müssen ja auch andere Menschen noch behandelt werden. Ist das Krankenhaus voll mit Covid-19 Patienten, kann das dazu führen, dass andere Patienten wenig oder gar nicht behandelt werden können."Geja Oostingh rät auch dazu, die Statistiken mit Vorsicht zu behandeln: "Die Fallzahlen sind immer davon abhängig, wie viele Menschen getestet wurden". Die Dunkelziffer dürfte dabei sehr hoch sein, die tatsächliche Sterblichkeit liege daher laut Oostingh bei "vermutlich unter einem Prozent".

"Maßnahmen sehr richtig"

Die Maßnahmen der Ausgangssperre bezeichnet Oostingh als "sehr richtig und wichtig". "Das Virus ist sehr infektiös, da hat Österreich richtig und schnell reagiert". Die Menschen werden sich an die Maßnahmen gewöhnen müssen, da das Virus nicht 'verschwinden wird'. „Das Virus bleibt uns erhalten, wir müssen nur damit umgehen lernen". Aber Schritt für Schritt wird auch wieder die Rückkehr in die Normalität einkehren. "Die Regierung wird immer einen Teil der Maßnahmen lockern und dann überprüfen, was das mit den Zahlen macht. Geht es gut, wird die Lockerung beibehalten, erhöht sich die Zahl der Infizierten aber, dann wird wird man wohl wieder einen Schritt zurück machen". Geja Oostingh abschließend: "Ich hoffe, dass die Menschen die Maßnahmen ernst nehmen, auch wenn es manchmal schwierig ist."

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Autor:

Thomas Fuchs aus Tennengau

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