Oberalm
Gerald Dürnberger – ein Bürgermeister mit Seltenheitswert

Bürgermeister von Oberalm, Gerald Dürnberger
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OBERALM. Wir haben ein Gespräch mit dem Oberalmer Bürgermeister Gerald Dürnberger geführt und einiges über die Zukunft erfahren. 

Herr Bürgermeister, was sind die wichtigsten Projekte, die in den kommenden Jahren in Oberam realisiert werden?
GERALD DÜRNBERGER
: Ein ganz wichtiges Leitprojekt ist die Ortskerngestaltung, dieses Projekt wird uns die nächsten drei Jahre begleiten und wir werden auch entsprechend investieren müssen. Wir haben ja bereits vor drei Jahren diesen Prozess mit der Firma "nonconform" eingeleitet und die Bevölkerung von Oberalm dazu eingeladen uns ihre Ideen, ihre Sichtweisen und ihre Anregungen betreffend einer Neukonzeption des Ortskernes einzubringen. Das wurde sehr gut angenommen. Baubeginn ist ab Herbst 2019. Das Siegerprojekt stammt vom Landschaftsplanungsbüro 'DnD'. Das Planungsgebiet reicht vom Gasthof Angerer bis hin zum Antiquitätenhändler Tkalec und hinauf zur Pfarrkirche. Es wird nichts überfrachtet gestaltet, sondern akzentuiert. 

Sie haben eine Lösung für das Verkehrsporblem an der Kreuzung Kahlspergstraße – Halleiner Landesstraße – Madelgasse gefunden?
DÜRNBERGER:
Ja dort kommt ein Mini-Kreisverkehr hin – Baubeginn ist Ende März/Anfang April. Diese Lösung hat sich herauskristallisiert, um zwischen den drei Straße eine Gleichrangigkeit herzustellen. Denn die Kreuzung und die Zebrastreifen dort sind nicht ohne Risiko, dort hat es immer wieder Unfälle gegeben und man hat oft elendig lange warten müssen. Die Fertigstellung des Kreisverkehrs erfolgt Ende Juni, genau rechtzeitig bevor die Sanierungsarbeiten auf der Tauernautobahn zwischen Puch und Hallein beginnen. Oberalm ist dann bereits für den Abkürzungsverkehr gewappnet – das haben wir mit der Asfinag so abgestimmt.

Auf welches bereits umgesetzte Projekt sind Sie besonders stolz?
DÜRNBERGER:
Auf den Bewegungspark bei der Volksschule Oberalm. Dort wurde einst von der Gemeinde eine Liegenschaft mit einem Objekt darauf gekauft. Das Objekt ist mehr oder weniger verfallen und wir ließen es wegreißen, weil man es nicht mehr sanieren konnte. Ich habe gesagt "schaffen wir doch für die Kinder einen Bereich, wo sie in der Pause oder in der wärmeren Jahreszeit hingehen können." Das ist ein Projekt, das mich besonders erfreut. Wir haben in den letzten Jahren generell im Bereich der Kinderbetreuung sehr erfolgreich gearbeitet.

Gibt es einen Zuwachs von Familien in der Gemeinde Oberalm?
DÜRNBERGER:
Ich glaube, wer in Oberalm sesshaft ist, geht von hier auch nicht gerne weg. Einfach weil das Angebot gut ist: Man hat hier von der Kinderbetreuung über die Erholungsmöglichkeiten und eine gute Verkehrsanbindung bis zum Vereinswesen alles. Oberalm ist ein lebenswerter Ort, wo trotz der Nähe zu Hallein, der dörfliche Charakter erhalten ist. Wir haben vor in den nächsten ein bis zwei Jahren im Bereich Zenzlmühle/Kahlsperg Wohnungen für junge Familien zu errichten. 

Treten Sie im März wieder zur Wahl an?
DÜRNBERGER:
Ja. Ich trete hier zu meiner vierten Periode an und freue mich auch darauf, sollte ich wiedergewählt werden.

Wie sollte man als Bürgermeister sein?
DÜRNBERGER:
Man muss in diesem Amt ein bescheidener, bodenständiger Mensch sein, der einen Hausverstand mitbringt. 

Wie fühlt man sich als einziger roter Bürgermeister im ganzen schwarzen Tennengau?
DÜRNBERGER:
Ich bin seit 1999 in der Gemeindevertretung, damals gab es auch noch andere rote Bürgermeister im Tennengau. Es sind dann immer weniger geworden. Aber es ist für mich kein Problem, dass ich der einzige rote Bürgermeister bin. Ich ordne mich nicht nach der Farbe ein, sondern ich ordne mich in den Kreis meiner Bürgermeisterkollegen ein. Und da muss ich sagen, das funktioniert sehr gut. Ich bin sehr gut integriert und nicht das fünfte Rad am Wagen. Vielleicht haben sie mich noch herzlicher aufgenommen, weil ich als sozialdemokratischer Bürgermeister auch Seltenheitswert habe im Tennengau.

Was halten Sie von Veranstaltungen, wie der Nacht der Füchse?
DÜRNBERGER:
Das ist ein sehr heikles Thema. Mein Vater war 46 Jahre lange Berufsjäger. Ich habe es gelernt, die Jagd richtig auszuüben und das Tier zu schätzen und zu respektieren. Es gibt mehr zum Hegen als zum Erlegen – der Einklang mit der Natur ist ganz wesentlich. Wir haben es nie so in der Öffentlichkeit zelebriert. Das war eine Marketingstrategie, die nach hinten losgegangen ist. Ich war noch nie bei solchen Veranstaltungen dabei und werde es auch nicht sein. Ich kann mich damit nicht identifizieren. Auch hier ist Bescheidenheit angebracht. Jagd darf nicht zum Geschäft oder zum Amusement werden. 

Wollen Sie noch etwas Wichtiges hinzufügen?
DÜRNBERBER:
Was mir sehr wichtig ist: Ein spezielles Markenzeichen in der Gemeindepolitik von Oberalm ist, dass wir hier trotz aller Interessenskonflikte auf Augenhöhe miteinander arbeiten. Viele Projekte wären nicht möglich gewesen, wenn wir nicht auch die faire und sachliche Unterstützung der ÖVP erhalten hätten. Die Zusammenarbeit funktioniert wirklich sehr gut.

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