Frauenhauss-Leitung gegen Neuausschreibung
Gewalt gegen Frauen steigt

Doris Weissenberger leitet das Frauenhaus Hallein.
  • Doris Weissenberger leitet das Frauenhaus Hallein.
  • hochgeladen von Josef Wind

Die Ankündigung von Landesrätin Andrea Klambauer (Neos), die Leitung der Salzburger Frauenhäuser EU-weit auszuschreiben, sorgte für heiße Diskussionen und sogar für bundesweite Interventionen.

HALLEIN. Die Politikerin will aber von ihrem Plan nicht abrücken: „Gemäß Bundesvergabegesetz muss die Ausschreibung in dieser Form erfolgen.“ Die derzeitigen Leiterinnen der Frauenhäuser, Birgit Thaler-Haag in Salzburg und Doris Weißenberger in Hallein sind sich einig: „Diese Ausschreibung ist für die von Gewalt betroffenen Frauen eine Katastrophe. Wer noch ein soziales Gewissen hat, muss das verhindern.“ Und weiter: „Wir arbeiten schon 30 Jahre zum Schutz der traumatisierten Frauen, die viel Wärme, Beratung und Gespräche brauchen. Es funktioniert bestens und unsere Arbeit wird weltweit anerkannt. Und das will Frau Klambauer jetzt zerstören. Das ist fahrlässig.“

Qualitätsstandard wird bezweifelt

Die beiden Leiterinnen der Frauenhäuser betonen auch, sich nicht an der Ausschreibung zu beteiligen. „Der Plan von Landesrätin Klambauer entspricht weder den Qualitätsstandards von Frauenhäusern noch den Bedürfnissen der Betroffenen“, so Doris Weissenberger. Sie betont auch, dass man sich nie gegen eine Erweiterung des Angebots gewehrt hat, aber das dürfe nicht auf Kosten von Plätzen in Frauenhäusern gehen. Bewerben um die Führung der Frauenhäuser kann sich jeder. „Es ist mehr als fragwürdig, ob zum Beispiel ein Sozialverein aus einem EU-Land die gut funktionierenden Strukturen weiterführen kann, die Häuser zu denselben Konditionen zu mieten bekommt und ob diese weiterhin so gut von privater Seite unterstützt wird“, bezweifelt Doris Weissenberger.

Zukunft völlig offen

Und wie geht es nun mit den Frauenhäusern weiter? „Wir wissen es nicht, die Verträge mit uns laufen mit Jahresende aus und wir hängen total in der Luft“, sind die beiden Leiterinnen verärgert.

Frauenhäuser nie ausgelastet

Landesrätin Klambauer sieht den größten Bedarf nicht in Frauenhausplätzen sondern in Übergangswohnungen. "In meiner Zeit als Landesrätin waren die Frauenhausplätze noch nie voll ausgelastet. Die Anzahl passt für das Bundesland. Wichtig wären Übergangswohnungen, die nicht nur im Fokus von Gewaltopfern stehen. Dabei handelt es sich um Wohnungen für Frauen nach einer Scheidung, oder in schwierigen Lebenssituationen, wo sie günstigen Wohnraum auf Zeit mit psychosozialer Betreuung brauchen", erklärt Klambauer. Aktuell gibt es 15 solcher Übergangswohnungen, allerdings alle in der Landeshauptstadt.

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