„Ich klaub‘ trotzdem weiter“

Ein missmutiger Helmut Meisl mit dem Bußgeld-Bescheid. Er bekam ihn fürs Schneerosen-Pflücken. Die Blumen stehen unter Naturschutz.
  • Ein missmutiger Helmut Meisl mit dem Bußgeld-Bescheid. Er bekam ihn fürs Schneerosen-Pflücken. Die Blumen stehen unter Naturschutz.
  • Foto: Kaserer & Franz S. Sommeregger (Schneerosen)
  • hochgeladen von Theresa Kaserer

Helmut Meisl, Pensionist aus Bad Dürrnberg, ist einerseits ganz schön erleichtert, andererseits trotzdem erzürnt. Nachdem er beim Schneerosen-Pflücken erwischt und angezeigt wurde, drohte ihm eine Strafe bis zu 25.000 Euro. Bezahlen muss er jetzt zwar lediglich 74,60 Euro, aber auch das sieht er nicht ein.

HALLEIN-BAD DÜRRNBERG (tres). „Mein ganzes Leben lang hab‘ ich Schneerosen geklaubt“, sagt Meisl: „Die wachsen im Frühjahr eh überall. Ich weiß zwar, dass sie unter Naturschutz stehen, aber ich sehe das nicht ganz ein. Latschen sind ja auch geschützt, aber die klaub‘ ich auch.“ Zu gut gefallen ihm jedenfalls besonders die gelb-weißen Blumen, die als erste Blumen im Jahr die Schneedecke durchbrechen.

16 Schneerosen geklaut
Auch Anfang März bei seinem Spaziergang über die deutsche Grenze ins bayrische Unterau, im Brochenberg-Wald, konnte er nicht widerstehen. 16 Schneerosen („Für die Frau“) hatte er in der Hand, als ihn der Besitzer des Grundstücks, auf dem er die Blumen pflückte, entdeckte und zur Rede stellte. „Angeschrien hat der mich! Und übel beschimpft. Da bin ich gegangen“, sagt der Pensionist. Weit kam er allerdings nicht, der Grundstücksbesitzer hatte die Polizei verständigt. „Ich kam nur 100 Meter weit, heutzutage, wo jeder ein Handy hat, ist die Polizei ja gleich da“, meint er. Die bayrischen Polizisten wären zwar sehr freundlich gewesen, um eine Anzeige kam Meisl trotzdem nicht herum. Etwas mulmig wurde ihm zumute, als er erfuhr, dass er mit einer Geldstrafe von bis zu 25.000 Euro rechnen müsse. Eineinhalb Monate musste er warten und bangen, bis nun vergangene Woche der Bußgeld-Bescheid ins Haus flatterte.

„Ich werd‘ es weiter tun!“
Die Erleichterung war zwar da - die deutschen Beamten zeigten sich gnädig und fordern lediglich 74,60 Euro von dem Dürrnberger - aber ganz einsehen will Meisl die Strafe immer noch nicht: „Natürlich werde ich bezahlen, es bleibt mir ja nichts anderes übrig“, sagt er, Schneerosen will er aber trotzdem auch weiterhin pflücken: „Das hab‘ ich immer getan und werd‘s auch weiterhin tun. Nur nicht mehr so viele auf einmal.“ Und erwischen will er sich dabei nicht mehr lassen.

Autor:

Theresa Kaserer aus Salzburg-Stadt

following

Du möchtest diesem Profil folgen?

Verpasse nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melde Dich an, um neuen Inhalten von Profilen und Bezirken in Deinem persönlichen Feed zu folgen.

9 folgen diesem Profil
Die wichtigsten Nachrichten per Push Mitteilung direkt aufs Handy! Jetzt für Deinen Bezirk anmelden!

4 Kommentare

online discussion

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Du möchtest selbst beitragen?

Melde Dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.