Salz
Im Dürrnberg liegt das Geheimnis von Hallein

Tourguide Christin Struber führt Besucher durch die Jahrhunderte alten Stollen im Dürrnberg.
6Bilder
  • Tourguide Christin Struber führt Besucher durch die Jahrhunderte alten Stollen im Dürrnberg.
  • hochgeladen von Thomas Fuchs

Einst wurde in den tiefen Stollen im Dürrnberg Salz gewonnen. Geblieben ist heute nur ein Schaubergwerk.

HALLEIN. Christin Struber legt sich ihre schwarze Bergmannskluft an und bereitet sich schon auf die nächste Führung vor. Kleine oder größere Gruppen bis zu 54 Personen und in drei verschiedenen Sprachen geleitet die studierte Lehrerin durch die geheimnisvollen Stollen im Dürrnberg. "Ich habe das ursprünglich angefangen, um mir mein Studium zu finanzieren, heute macht mir die Arbeit bei den 'Salzwelten' einfach Spaß", erklärt Christin. Die Tour und deren Highlights, der Mann im Salz und natürlich die Rutschen der Bergleute, sind Teil einer Geschichte, die den Wohlstand von Salzburg begründet haben.

"Name kam aber von Reichenhall"

Die Geschichte des Salzes vom Dürrnberg kennt wohl kaum jemand besser als Wolfgang Wintersteller, Historiker des Keltenmuseums in Hallein. "Das Salz im Dürrnberg wurde von den Kelten noch mit der Hacke herausgeschlagen", erklärt der Experte. Noch vor dem Zusammenbruch von Rom waren die reichen Lagerstätten aber in Vergessenheit geraten. Erst im Mittelalter wurden sie wiederentdeckt, allerdings nicht als Erstes. "Die Stadt Salzburg hat ihren Namen vom Salz in Reichenhall, nicht von dem in Hallein", erklärt Wintersteller. Im Mittelalter kam man am Dürrnberg dann auf eine einschneidende Idee: Man hackte das Salz nicht mehr heraus, sondern überschwemmte es mit Wasser. Die so entstandene Sole wurde über hölzerne Pipelines nach Hallein zu den Sudhäusern geschleust. Dort wurden dann Unmengen an Holz angeschwemmt und verbrannt um die Sole zu erhitzen: Übrig blieb das reine Bergsalz.

Salzburg kassierte alles

Die Stadt Hallein hatte aber wenig davon. "Die Stadt war voller Ruß. Die Leitungen waren häufig beschädigt, so dass die Häuser oftmals mit Salz benetzt waren", erklärt Wintersteller, "außerdem schöpfte der Erzbischof die Gewinne ab, so profitierte vor allem die Stadt Salzburg." Der Dom, die Residenz, Mirabell: Alles undenkbar ohne das Salz vom Dürrnberg. Nach seinem Höhepunkt im 16. Jahrhundert verlor das "weiße Gold" aber immer mehr an Bedeutung. Der Tiefpunkt war um 1870 erreicht. "Die Halleiner waren zu der Zeit ein Bettelvolk", erklärt Wintersteller. Die Einwohner zogen mittellos um die Häuser und schnorrten sich in den umliegenden Gemeinden durch. "Jessas die Halleiner kommen", soll ein berüchtigter Ausspruch zu der Zeit gewesen sein, so Wintersteller. Im Jahr 1989 wurde die Saline dann schließlich stillgelegt, geblieben ist nur das Schaubergwerk.

Telegram anmelden

Die aktuellsten lokalen Nachrichten -
direkt auf dein Smartphone!


Telegram anmelden



Autor:

Thomas Fuchs aus Tennengau

following

Du möchtest diesem Profil folgen?

Verpasse nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melde Dich an, um neuen Inhalten von Profilen und Bezirken in Deinem persönlichen Feed zu folgen.

6 folgen diesem Profil

Regionaut werden!

Du willst eigene Beiträge veröffentlichen?
Werde Regionaut!

Regionaut werden!



Kommentare

online discussion

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Wirtschaft

Corona-Krise gemeinsam meistern
Hilfe vor Ort mit dem österreichweiten Netzwerk #schautaufeinander

In Ausnahmesituationen wie diesen stehen die Menschen zusammen und helfen sich gegenseitig. Die Regionalmedien unterstützen dies in allen Bundesländern und Bezirken Österreichs mit dem Netzwerk #schautaufeinander. Hier könnt Ihr Dienste suchen oder anbieten, die uns gemeinsam durch diese Krisenzeiten helfen. Du suchst jemanden, der/die notwendige Lebensmittel nach Hause liefert? Du willst dich in deiner Nachbarschaft nützlich machen, oder gibst online Nachhilfe? Dann poste doch deinen...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Du möchtest selbst beitragen?

Melde Dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen